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Welches Land führt im europäischen Patentrennen um Innovationen?

Europäisches Patentamt: Erstmals über 200.000 Patentanmeldungen in einem Jahr
Das Europäische Patentamt hat in seiner fünfzigjährigen Geschichte erstmals mehr als 200.000 Patentanmeldungen in einem Jahr erhalten. Copyright  Canva
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Von Pascale Davies
Zuerst veröffentlicht am
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Deutschland bleibt Stabilitätsanker Europas, behauptet sich weltweit als Nummer zwei und führt den Kontinent an – doch bei KI liegt es nicht vorn.

Das Europäische Patentamt hat erstmals in seiner nun fünf Jahrzehnte langen Geschichte in einem Jahr mehr als 200.000 Patentanmeldungen erhalten. Grundlage ist der am Dienstag veröffentlichte jährliche Patentindex des Amts (Quelle auf Englisch).

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Der Index verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 201.974 Anmeldungen. Das sind 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Treiber sind Innovationen in der Künstlichen Intelligenz (KI), im Quantencomputing und bei drahtlosen Kommunikationstechnologien der nächsten Generation, die eine neue Welle geistigen Eigentums auslösen.

Die Vereinigten Staaten behaupteten ihre Rolle als größter Herkunftsstaat europäischer Patentanmeldungen. Unternehmen und Erfinder aus den USA reichten 47.008 Anträge ein.

Deutschland war Europas Spitzenreiter bei den Patentanmeldungen und liegt insgesamt auf Rang zwei hinter den USA. China belegt Platz drei und verzeichnete ein Plus von 9,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, da das Land seine Technologien ausbaut. Japan und Südkorea folgen auf den Rängen vier und fünf.

Danach folgen Frankreich, die Schweiz, die Niederlande, das Vereinigte Königreich und Italien. Sie komplettieren die Top Ten.

Das Wachstum in Europa im Jahr 2025 speiste sich vor allem aus Ländern wie Dänemark, Australien, Spanien und Finnland, das allein um 44 Prozent zulegte. Allerdings

innerhalb Europas trugen vor allem Dänemark (+5,2 Prozent), Österreich (+5,0 Prozent), Spanien (+2,9 Prozent) und besonders Finnland (+44,0 Prozent) zum Plus bei. Dagegen gingen die Anmeldungen aus klassischen Schwergewichten wie Deutschland (-2,2 Prozent), Frankreich (-0,4 Prozent), der Schweiz (-0,5 Prozent), den Niederlanden (-0,7 Prozent), dem Vereinigten Königreich (-3,3 Prozent), Italien (-1,8 Prozent) und Schweden (-4,3 Prozent) zurück.

Welche Technologien liegen vorn?

Rund um KI hält der Hype an. Dennoch beantragten Unternehmen die meisten Patente nicht in diesem Bereich. Die Zahl der KI-Patentanmeldungen stieg um fast zehn Prozent. Am dynamischsten wuchs jedoch die Quantentechnologie mit einem Plus von 38 Prozent.

Die USA kamen insgesamt auf den größten Anteil an Patentanmeldungen im Bereich Computertechnik. Bei KI und Quantentechnologie lagen jedoch europäische Innovatoren vorn und steigerten ihre Anmeldungen um 2,6 beziehungsweise 22 Prozent.

Computertechnologie, zu der auch Quanten- und KI-Anwendungen zählen, ist weiterhin das führende Gebiet. Auf Platz zwei liegen digitale Kommunikationstechniken, etwa Erfindungen für Mobilfunknetze. Sie verzeichneten das kräftigste Wachstum insgesamt, vor allem dank Fortschritten bei 6G-Technologien.

Es folgen elektrische Maschinen, Geräte und Energietechnik auf Rang drei, Medizintechnik auf Rang vier und Verkehrstechnik auf Rang fünf.

Bemerkenswert ist dagegen der Rückgang bei pharmazeutischen Patenten. Ihre Zahl sank im Vergleich zum Vorjahr um rund sechs Prozent. In der Biotechnologie gab es ein Minus von drei Prozent.

Welche Unternehmen melden die meisten Patente an?

Die fünf größten Antragsteller für Einheitspatente im Jahr 2025 waren Samsung, Huawei, LG, Qualcomm und Nokia.

Das Einheitspatent ist ein schlankes Schutzinstrument, das im Juni 2023 gestartet wurde. Eine einzige Anmeldung sichert Schutz in 18 EU-Mitgliedstaaten.

Mittlerweile wurden in dem neuen System insgesamt mehr als 80.000 Anmeldungen eingereicht. Die Nutzungsquote lag 2025 bei 28 Prozent, bei europäischen Innovatoren sogar bei 40 Prozent. Das EPA wertet diese Entwicklung als starkes Erfolgszeichen für eine der bedeutendsten Reformen des europäischen Patentrechts seit einer Generation.

Die Nachfrage nach Patenten kommt jedoch nicht nur von großen Konzernen.

Kleine und mittlere Unternehmen, Einzelerfinder, Hochschulen und öffentliche Forschungseinrichtungen stehen inzwischen für fast die Hälfte aller Einheitspatente, die an europäische Innovatoren gehen.

Der Bericht zeigt außerdem: In jeder vierten Patentanmeldung ist inzwischen mindestens eine Erfinderin beteiligt. Das ist ein Plus von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr.

Spitzenreiter ist Spanien mit einem Frauenanteil von 42 Prozent bei den Anmeldenden. Es folgen Finnland mit 34 Prozent, Belgien und Frankreich mit jeweils 32 Prozent sowie Dänemark mit 30 Prozent.

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