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Welches Land in Europa hat die meisten Rechenzentren hinter dem KI-Boom?

Vantage Data Centers eröffnet erstes Rechenzentrum auf zweitem Berliner Campus
Vantage Data Centers eröffnet erstes Rechenzentrum auf zweitem Berliner Campus Copyright  Copyright Business Wire 2022.
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Von Servet Yanatma
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Die USA sind unangefochtener Spitzenreiter bei Rechenzentren und kommen auf mehr als doppelt so viele wie die EU. Deutschland und Großbritannien liegen vor China. Euronews Next analysiert Zahlen und Investitionstreiber.

Rechenzentren bilden das Rückgrat der Künstlichen Intelligenz. Sie ermöglichen alles – von Anfragen an KI-Chatbots über Videostreaming bis hin zu Dateien in der Cloud.

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Es handelt sich um große Anlagen mit Servern, Speichersystemen und Netzwerktechnik, die Daten speichern, verarbeiten und verteilen. Je mehr Rechenzentren es gibt, desto mehr KI-Anwendungen sind möglich. Zugleich verbrauchen sie enorme Energiemengen und beanspruchen viel Fläche.

Rechenzentren sind der Ort, „an dem Rechenleistung untergebracht ist“, heißt es im AI Index Report 2026 des Stanford Institute for Human-Centered Artificial Intelligence. Der Bericht betont, dass „Kapazität, geografische Verteilung und zugrunde liegende Lieferketten bestimmen, welche KI-Systeme entstehen können – und wo“.

Doch in welchen Ländern stehen die meisten Rechenzentren? Wie viele davon befinden sich in Europa? Und welchen Anteil hat Europa an der weltweiten Verteilung der Rechenzentren?

USA mit deutlichem Vorsprung

Ein Großteil der weltweiten Rechenzentrums-Infrastruktur konzentriert sich auf wenige Länder. Nach Daten der Plattform Cloudscene, auf die sich auch der Bericht stützt, führen die Vereinigten Staaten die Rangliste mit 5.427 Rechenzentren im Jahr 2025 mit großem Abstand an. Das ist mehr als das Zehnfache jedes anderen Landes – ein eindrucksvoller Beleg für die Dominanz der USA.

Deutschland und Vereinigtes Königreich vor China

Zwei große europäische Volkswirtschaften, Deutschland (529) und das Vereinigte Königreich (523), folgen auf die USA. Bemerkenswert: Beide liegen noch vor China, das 449 Rechenzentren beherbergt – trotz seiner Stärke als Technologie- und Innovationsmacht.

Kanada (337), Frankreich (322) und Australien (314) gehören ebenfalls zu den Staaten mit mehr als 300 Rechenzentren. Die Niederlande liegen mit 298 Anlagen knapp darunter.

Die meisten übrigen Länder kommen jeweils auf weniger als 300 Standorte.

Russland (251) und Japan (222) komplettieren die Top zehn bei der Zahl der Rechenzentren. Brasilien und Mexiko verfügen ebenfalls über zwischen 150 und 200 Anlagen.

EU-Gesamtzahl liegt deutlich unter der der USA

Die Länder der Europäischen Union kommen zusammen auf 2.269 Rechenzentren. Das entspricht 42 Prozent des US-Wertes. Nimmt man das Vereinigte Königreich hinzu, steigt der Anteil auf rund 51 Prozent. Auch das unterstreicht die starke Position der USA.

Verteilung der Rechenzentren in Europa

Nach den Spitzenreitern Deutschland, Vereinigtes Königreich, Frankreich und Niederlande überschreiten nur wenige weitere europäische Staaten die Marke von 100 Rechenzentren. Dazu gehören Italien (168), Spanien (144), Polen (144) und die Schweiz (121).

Schweden (95), Belgien (81), Österreich (68), die Ukraine (58), Irland (55) und Dänemark (50) kommen jeweils auf zwischen fünfzig und hundert Rechenzentren.

Die Verteilung der Rechenzentren in Europa zeigt klare regionale Muster. Westeuropa dominiert. Nordeuropa fällt kleiner aus, bleibt aber strategisch wichtig. Mittel- und Osteuropa sind stärker zersplittert und weniger entwickelt.

Mehrere EU-Länder haben weniger als 35 Rechenzentren. Unter den EU-Beitrittskandidaten liegt die Türkei mit 35 Standorten vorn.

FLAP-D-Märkte

Die europäische Rechenzentrumsbranche konzentriert sich auf eine vertraute Gruppe von Städten: Frankfurt, London, Amsterdam, Paris und Dublin – die sogenannten FLAP-D-Märkte. Nach Angaben von Atlas Edge fließt dorthin der Großteil von Investitionen, Infrastruktur und Betreiberaktivitäten.

Diese Standorte dominieren, weil sie große Internet-Knotenpunkte, hohe Nachfrage aus Finanz- und Technologiesektor, hervorragende Konnektivität, eine starke Cloud-Präsenz sowie stabile Regulierungs- und Geschäftsbedingungen verbinden.

Die FLAP-Länder zählen zwar zu den führenden Standorten in Europa – einschließlich EU, Beitrittskandidaten, EFTA und Vereinigtem Königreich –, doch Irland bleibt bei der Gesamtzahl der Rechenzentren zurück.

Kapazität ist entscheidend

Die genannten Zahlen erfassen ausschließlich die Anzahl der Rechenzentren. „Die USA liegen zwar klar vorn, doch die Rangfolge der übrigen Länder sollte mit dem Wissen interpretiert werden, dass die reine Zahl der Rechenzentren weder Größenunterschiede noch Rechenkapazität oder Auslastung der Anlagen abbildet“, heißt es in dem Bericht.

Nach dem Weltbank-Bericht „Advancing Cloud and Data Infrastructure Markets“ entscheiden vier Faktoren über Investitionen in Cloud- und Dateninfrastruktur:

  • zuverlässige und bezahlbare Energie,
  • belastbare Breitbandanbindungen,
  • günstige geografische Lage und Zugang zu Flächen,
  • und ein stabiles politisches und wirtschaftliches Umfeld.

„Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen haben es schwer, Investitionen in Rechenzentrums-Infrastruktur anzuziehen. Grund dafür sind Schwächen bei Stromversorgung und Breitbandnetzen sowie weniger attraktive Geschäftsbedingungen“, stellt der Bericht fest.

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