Euronews Next zeigt auf der Konferenz in Taiwan die spannendsten und innovativsten Technologien und rückt sie ins Rampenlicht.
Auf der Technologiemesse Computex in Taiwan ging es weit über die Schlagzeilen-Auftritte von Nvidia hinaus. Fortschritte bei Robotik, Künstlicher Intelligenz, einer ganzen Reihe neuer Laptops und Drohnen zeigten Technologien, die unseren Alltag in den kommenden Jahren stark verändern könnten.
Euronews Next war vor Ort und hat die Messehallen durchstreift, um skurrile, überraschende und zugleich nützliche Neuerungen aufzuspüren.
1) Roboter-Barista serviert Kaffee
Roboter, die Kaffee kochen oder Bier zapfen, kennt man von Technikmessen längst. Intel zeigte dennoch eine besonders fortgeschrittene Lösung.
Der Roboter-Barista Ella bereitet den Kaffee zu. Im Inneren der Maschine steckt jedoch ein Intel-Prozessor der Serie 3, der nach Angaben des Unternehmens den weltweit ersten Laden mit physischer Multi-Agenten-KI steuert.
Drei KI-Agenten kümmern sich um Kundengespräche, den laufenden Betrieb und die übergeordnete Steuerung des Ladens – und laufen alle auf einem einzigen Intel-System-on-Chip.
Intel wie auch viele andere Aussteller auf der Computex stellen KI-Agenten und Robotik inzwischen ins Zentrum ihrer Strategien.
Der taiwanische Elektronikkonzern Foxconn präsentierte außerdem Roboter für den Einsatz im Gesundheitswesen.
Bisher konnten viele Industrieroboter vor allem Knöpfe drücken. Foxconn demonstrierte nun ein Modell, das mit der einen Hand bohrt und mit der anderen gleichzeitig Teile ein- und auslädt. Im eigenen Werk setzt das Unternehmen diese Roboter bereits ein.
Für Krankenhäuser entwickelte Foxconn zudem den Roboter Scrub Nurse. Er assistiert im Operationssaal, reicht dem Chirurgen Instrumente und versteht dessen Sprachbefehle. So soll die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine neu definiert werden, heißt es.
2) Verteidigungstechnik
Taiwan liegt nur rund 180 Kilometer vor der chinesischen Küste und funktioniert faktisch als unabhängige Demokratie mit eigener Verfassung und gewählter Regierung.
China betrachtet die Insel jedoch weiterhin als abtrünnige Provinz, die früher oder später wieder mit dem Festland vereinigt werden soll – notfalls mit militärischer Gewalt.
Dementsprechend verwundert es kaum, dass auch Drohnen und Überwachungstechnik auf der Messe prominent vertreten waren.
Der taiwanische Hersteller Rayvatek zeigte unbemannte Wasserfahrzeuge (SUV) und unbemannte Luftfahrzeuge (UAV), die mit Nvidia-Chips und KI-Technik ausgerüstet sind.
Das staatliche Forschungsinstitut National Chung-Shan Institute of Science and Technology (NCSIST) präsentierte außerdem drei militärische Roboterhunde mit KI. Sie patrouillieren autonom und können aus der Ferne gesteuerte Feuerkraft bereitstellen.
3) KI-Übersetzer
Das chinesisch-taiwanische Unternehmen Transbuds hat Übersetzungs-Ohrstöpsel entwickelt, die eine Übersetzungs-App direkt mit einer Programmier-App verbinden.
So entstehen Live-Übersetzungen, die zusätzlich die Stimme des Sprechenden in einer anderen Sprache nachahmen können. In Europa und den USA ist das Produkt wegen offener Regulierungsfragen bislang nicht erhältlich.
Nach eigenen Angaben arbeitet Transbuds daran, die Technik weiter zu verfeinern. Künftige KI-Agenten sollen selbstständig telefonieren und Aufgaben wie Restaurantreservierungen übernehmen können.
4) Kreative Computergehäuse
Jedes Jahr lassen sich Designerinnen und Designer ausgefallene, bisweilen völlig unpraktische Computergehäuse einfallen.
Diesmal reichte die Palette von riesigen, sich bewegenden Haifischen bis zu dampfenden Raumschiffen – an Fantasie mangelte es nicht.
5) Schachbrett mit beweglichen Figuren
Das in Hongkong ansässige Unternehmen Chessnut bietet ein elektronisches Schachbrett, auf dem sich die Figuren von selbst bewegen.
Eine KI-Anwendung verfolgt jeden Zug und ermöglicht Partien gegen den Computer. Das macht das Spiel deutlich interaktiver.
Die gleiche Technik kam auch bei Dartscheiben zum Einsatz, die dadurch komplett digital wurden.