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Mark Zuckerbergs Biohub: Kann KI-Zellmodelle entwickeln und alle Krankheiten heilen?

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan wollen digitale KI-Modelle menschlicher Zellen entwickeln.
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan planen den Aufbau von KI-Modellen menschlicher Zellen. Copyright  Canva
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Von Roselyne Min
Zuerst veröffentlicht am
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Mark Zuckerberg und Priscilla Chan investieren über ihren Biohub 500 Millionen Dollar in KI-Modelle menschlicher Zellen; Tech-Konzerne drängen in die Biologie.

Meta-CEO Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan lassen mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) Modelle menschlicher Zellen entwickeln. Ihr Projekt soll nach ihren Worten dabei helfen, Heilung und Vorbeugung aller Krankheiten zu beschleunigen.

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Ihre gemeinnützige Organisation Biohub hat vergangene Woche eine fünfjährige Initiative angekündigt. Ziel ist es, Technologien und Datensätze zu entwickeln, mit denen sich Vorhersagemodelle menschlicher Zellen erstellen lassen.

Die Organisation will alle dabei entstehenden Daten offen zugänglich machen. Forschende weltweit sollen sie kostenlos nutzen können.

Nach Angaben von Biohub könnten KI-Simulationen menschlicher Zellen es ermöglichen, Krankheiten digital zu untersuchen – in einem Ausmaß und Tempo, das heute im Labor nicht erreichbar ist. Sind die Modelle präzise genug, sollen sie zeigen, wie sich Zellen in gesundem und krankem Zustand verhalten, Krankheitsursachen offenlegen und Hinweise auf neue Therapien geben.

Was ist Biohub?

Langfristig verfolgt Biohub das Ziel, alle menschlichen Krankheiten zu heilen – durch das Zusammenspiel von KI und Biologie, sagte Zuckerberg im vergangenen Jahr.

Das Paar gründete die Organisation im Jahr zweitausendsechzehn. Sie soll Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler sowie Ingenieurinnen und Ingenieure zusammenbringen, um Technologien zu entwickeln, mit denen sich Biologie auf Zellebene beobachten, messen und programmieren lässt.

Seitdem hat Biohub nach eigenen Angaben die weltweit größten Datensammlungen einzelner Zellen aufgebaut und spezielle Großrechner-Infrastruktur für die biologische Forschung eingerichtet.

Die neue Initiative spiegelt die wachsende Überzeugung in der Life-Sciences-Branche wider, dass KI-Modelle, die mit riesigen biologischen Datensätzen trainiert werden, die Entwicklung von Medikamenten, Behandlungen und Therapien grundlegend verändern können.

Die Organisation will 400 Millionen Dollar (rund 348 Millionen Euro) in eigene Projekte investieren und weitere 100 Millionen Dollar (rund 87 Millionen Euro) für externe Forschung bereitstellen. Zu den Partnern zählen der Chiphersteller Nvidia und führende Forschungseinrichtungen.

Daten sind die Herausforderung

Nach Angaben von Biohub spielt der Umfang der Daten eine zentrale Rolle. KI-Vorhersagen werden nützlicher, je mehr und je hochwertigere biologische Daten vorliegen.

„Um eine künstliche Intelligenz zu entwickeln, die die ganze Komplexität der Biologie realistisch abbildet und die Forschung beschleunigt, brauchen wir um Größenordnungen mehr Daten als heute“, sagte Alex Rives, wissenschaftlicher Leiter von Biohub, in einer Mitteilung.

„Wir benötigen neue Technologien, um Zellen zu beobachten – von der molekularen Ebene bis zum Gewebe und sowohl im gesunden als auch im kranken Zustand“, fügte er hinzu.

Noch ist unklar, wie viele Daten nötig sind, damit Zellmodelle genaue und verlässliche Vorhersagen liefern.

Biohub betont zudem, dass es dafür eine deutlich größere weltweite Anstrengung braucht.

Rives hofft, dass weitere Geldgeber die Mittel ergänzen, die Biohub externen Forschungsteams zur Verfügung stellt.

KI-gestützte Biologie entwickelt sich zu einem neuen Industriezweig. Forschungseinrichtungen, Tech-Konzerne und Pharmaunternehmen suchen nach Wegen, maschinelles Lernen zu nutzen, um Krankheiten besser zu verstehen und neue Therapien schneller zu entwickeln.

Auch andere Technologiekonzerne drängen in dieses Feld.

Isomorphic Labs, ein zum Alphabet-Konzern gehörendes Unternehmen auf Basis von Googles DeepMind, setzt KI zur Wirkstoffsuche ein und arbeitet nach eigenen Angaben an der Entwicklung neuer Medikamente.

Auch Microsoft hat mehrere KI-Modelle für das Gesundheitswesen veröffentlicht, etwa für die Auswertung medizinischer Bilddaten, für Genomik, klinische Patientenakten und die biomedizinische Forschung. Die Plattform BioNeMo von Nvidia nutzen Life-Sciences-Unternehmen bereits für KI-gestützte Wirkstoffentwicklung.

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