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Tech-Innovation auf der Panathēnea 2026: Wie kann sich Europa durchsetzen?

Panathenäen 2026: über 11.500 Teilnehmende aus 60 Ländern
Panathenäen 2026 ziehen über 11.500 Teilnehmende aus 60 Ländern an Copyright  Panathenea 2026
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Von Symela Touchtidou
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Panathēnea 2026 in Athen: Zugang zu Kapital, Risikokultur und globale Geschäftsstrategien stehen im Mittelpunkt der Debatten. Wie kann Europa im Rennen bestehen?

Technologie und Künstliche Intelligenz werden immer stärker zu zentralen Motoren wirtschaftlichen Wachstums und geopolitischer Macht. Dieses Thema stand im Mittelpunkt der Panathēnea 2026, einer internationalen Innovations- und Unternehmerkonferenz in Athen. Dort trafen sich Tech-Gründerinnen und -Gründer, Investorinnen und Investoren sowie Führungskräfte aus aller Welt.

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Nach Angaben der Veranstalter zog die diesjährige Ausgabe mehr als 11.500 Anmeldungen aus sechzig Ländern an. Zwischen dreißig und fünfunddreißig Prozent der Teilnehmenden kamen aus dem Ausland. In Athen versammelten sich mehr als 3.000 Akteure des Start-up-Ökosystems. 440 Freiwillige und über 90 Begleitveranstaltungen in der ganzen Stadt trugen das Programm.

Dreißig bis fünfunddreißig Prozent der Teilnehmenden der Panathēnea 2026 kommen aus dem Ausland
Dreißig bis fünfunddreißig Prozent der Teilnehmenden der Panathēnea 2026 kommen aus dem Ausland Panathenea 2026

Auf der Bühne im Zappeion schilderten Unternehmerinnen und Unternehmer, deren Firmen in Dutzenden Ländern präsent sind, ihre Erfahrungen. Sie erklärten, was Europa heute braucht, um die nächsten globalen Technologiekonzerne hervorzubringen.

Europa braucht mehr Risikokultur

Einen der deutlichsten Appelle formulierte Markus Villig, Gründer und CEO von Bolt, dem estnischen Mobilitäts- und Lieferdienst, der inzwischen in Dutzenden Ländern aktiv ist.

Villig beschrieb, wie sein Unternehmen in Estland entstand, einem kleinen Staat in Osteuropa. Was zunächst wie ein Nachteil wirkte, wurde zum Wettbewerbsvorteil. Bolt verfügte nicht über das Kapital, um mit den großen Tech-Zentren in Westeuropa oder den Vereinigten Staaten zu konkurrieren. Das Team fand jedoch hoch engagierte Fachkräfte mit starkem Antrieb, ein Unternehmen mit globalen Ambitionen aufzubauen.

Aus seiner Sicht bremst nicht fehlendes Geld die europäische Innovation, sondern die Art, wie Europa investiert.

„Europa gehört zu den reichsten Regionen der Welt. Doch gewaltige Summen liegen auf Bankkonten oder in Anlagen mit geringer Rendite, statt in Unternehmen und neue Technologien zu fließen“, sagte er. Nach seinen Angaben investieren Privatanlegerinnen und -anleger in den USA täglich ein Vielfaches dessen, was in Europa an die Märkte geht. Das spiegele eine andere Haltung zu Risiko und Unternehmertum.

Der Bolt-Gründer schätzt, dass der europäischen Wirtschaft durch diese Mentalität jedes Jahr zwei bis drei Billionen Euro an Wert entgehen. Mehr Investitionen in Unternehmen, Hochschulen und Wagniskapitalfonds könnten das Wachstum des Kontinents deutlich beschleunigen.

Firmen mit globalem Ansatz - von Anfang an

Die Notwendigkeit eines internationalen Fokus von Beginn einer Gründung an zog sich als weiteres Hauptthema durch die Diskussionen.

Suo Wang, Mitgründerin von Deel – einem der weltweit am schnellsten wachsenden Unternehmen für Lohnabrechnung und Personalmanagement –, schilderte ihre Erfahrungen. Deel ist heute in 160 Ländern aktiv, wickelt Zahlungen von drei Milliarden US-Dollar ab und betreut jeden Monat rund 40.000 Unternehmen.

Wang zog mit sechzehn Jahren aus China in die Vereinigten Staaten, ohne Englisch zu sprechen. Ihrer Ansicht nach hängt der Erfolg eines Unternehmens nicht nur von Technologie oder Vertrieb ab, sondern vor allem davon, ob es ein reales Problem löst.

Unternehmen der neuen Generation folgen nach ihren Worten nicht mehr dem traditionellen Entwicklungsmodell, bei dem eine Firma erst im Heimatmarkt wächst und sich dann Schritt für Schritt ins Ausland vorarbeitet.

„Vor zwanzig oder dreißig Jahren hast du in einer Region gestartet und bist dann nach und nach expandiert. Heute sind viele Unternehmen vom ersten Tag an weltweit unterwegs“, sagte sie. Neue Technologien ermöglichten es Start-ups inzwischen, von Beginn an internationale Märkte anzusprechen.

Griechenland als Vorbild

Ein prägnantes Beispiel für ein europäisches Unternehmen, das aus einem kleinen Markt heraus ein internationales Profil aufgebaut hat, lieferte George Daskalakis, Mitgründer und CEO von Kaizen Gaming.

Das Unternehmen startete in Griechenland. Heute ist es in 20 Märkten in Europa, Afrika und Lateinamerika aktiv und zählt zu den wichtigsten Anbietern seiner Branche weltweit.

Wenn du es in Griechenland schaffst, schaffst du es überall.
George Daskalakis
Gründer von Kaizen Gaming

Daskalakis beschrieb diesen Weg nicht als lineare Erfolgsgeschichte, sondern als Prozess voller Rückschläge, Anpassungen und kontinuierlichen Lernens.

Die erste Expansion nach Polen scheiterte, erzählte er. Der nächste Versuch in Rumänien gelang und wurde für ihn zum ersten Beleg, dass die Firma auch außerhalb Griechenlands wachsen konnte.

„In New York sagt man: Wenn du es hier schaffst, schaffst du es überall. Ich glaube: Wenn du es in Griechenland schaffst, schaffst du es überall“, sagte er.

Er betonte, dass Misserfolge untrennbar zur Entwicklung eines Unternehmens gehören. Daskalakis verglich Firmen mit Menschen: Mit dem Wachstum kommen neue Herausforderungen, Fehler und die Notwendigkeit, sich immer wieder anzupassen.

Europas Bewährungsprobe

Trotz ihrer unterschiedlichen Werdegänge zogen die Rednerinnen und Redner ein gemeinsames Fazit: Europa verfügt über Talente, starke Universitäten, Forschungszentren und erhebliche Finanzmittel, tut sich aber weiterhin schwer, daraus globale Unternehmen in der Größenordnung der Konzerne in den Vereinigten Staaten zu formen.

Entscheidend ist inzwischen nicht nur, dass Europa Forschung und Talente hervorbringt, sondern dass es diese Ideen in weltweit skalierbare Unternehmen übersetzt. Darauf wiesen die Rednerinnen und Redner in Athen immer wieder hin.

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