Bei der diesjährigen Weltmeisterschaft setzt die FIFA auf KI-Spieleravatare, Tracking-Chips im Ball und digitale Assistenten für Trainerstäbe.
Vor Beginn der Fußball-WM in Nordamerika setzt die FIFA auf neue Technologien, um das Spiel selbst und das Fan-Erlebnis zu verbessern.
Die Palette reicht von KI-generierten Spieler-Avataren und Bällen mit Sensoren bis zu einer generativen KI-Plattform für die Team-Analyse. Damit will der Weltverband Schiedsrichter, Mannschaften und TV-Partner unterstützen und die Art verändern, wie Fußball auf und neben dem Platz erlebt wird.
„Wir sorgen dafür, dass Innovation jedem Spieler, jeder Mannschaft und jedem Fan auf der ganzen Welt zugutekommt … und natürlich auch dem größten Spiel von allen, dem Fußball“, sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino im Januar in Las Vegas (Quelle auf Englisch).
Sensoren im FIFA-WM-Ball
Die wichtigste Komponente eines Fußballspiels enthält inzwischen Hightech: der Ball (Quelle auf Englisch).
Der von Adidas produzierte Trionda-Ball der FIFA enthält einen 500-Hertz-Bewegungssensor. Er zeichnet laut FIFA 500-mal pro Sekunde Daten auf und soll den Offiziellen jede Bewegung des Balls sichtbar machen.
Die Technik hilft den Schiedsrichtern, den exakten Abschusspunkt zu bestimmen – also den Moment, in dem ein Spieler den Ball berührt. So können sie Abseitsentscheidungen schneller und präziser treffen.
Sie soll auch Handspiele und Strafraumszenen besser erkennen, denn sie registriert jede Ballberührung. Solche Kontakte sind für Schiedsrichter auf Video allein oft schwer zu erkennen, erklärte die FIFA.
Weniger Schiedsrichterfehler?
Die FIFA erstellt außerdem digitale Avatare (Quelle auf Englisch) aller 1.248 WM-Spieler. Sie sollen den Schiedsrichtern helfen, schneller zu entscheiden und strittige Szenen besser zu beurteilen, sagte Infantino.
Jeder Spieler wird vor dem Turnier für eine Sekunde vollständig gescannt. Daraus entsteht ein sehr präzises 3D-Modell, das Schiedsrichtern in unübersichtlichen oder sehr schnellen Situationen helfen soll.
Die 3D-Modelle ergänzen FIFA’s bestehende halbautomatische Abseitstechnologie (Quelle auf Englisch), die mit Kameras im Stadion die Positionen von Ball und Spielern 50-mal pro Sekunde verfolgt.
Wird der Ball zu einem möglicherweise im Abseits stehenden Angreifer gespielt, erhalten die Video-Assistenten im Kontrollraum automatisch ein Signal. Sie prüfen die Situation und geben ihre Entscheidung an den Schiedsrichter auf dem Platz weiter.
Die 3D-Modelle fließen zudem in Live-Wiederholungen der offiziellen Übertragungen ein – im Stadion ebenso wie zu Hause vor dem Bildschirm.
Eine weitere KI-Anwendung heißt „Referee View“. Dabei überträgt eine spezielle Kamera mit KI-Unterstützung stabilisierte Bilder, sodass Zuschauer im Stadion und zu Hause das Spiel so sehen, als stünden sie mitten auf dem Feld zwischen den Spielern, erklärte Infantino.
Digitaler Assistent für Spielanalysen
Zu den größten Vorhaben der FIFA bei der kommenden WM gehört Football AI Pro, ein KI-Assistent für alle teilnehmenden Teams.
Das System analysiert die Partien und liefert taktische Einblicke, Leistungsanalysen und strategische Empfehlungen.
Das Werkzeug soll Manager und Trainer unterstützen, indem es Rohdaten aus den Spielen in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzt.
Der Assistent soll außerdem den Zugang zu Daten „demokratisieren“, erklärte Infantino. Er stellt allen 48 Teams und auch den Fans detaillierte Spielanalysen zur Verfügung.
Das System erstellt Textzusammenfassungen, Videoanalysen und grafische Auswertungen der Spieldaten. So können sich die Teams gezielter auf Gegner vorbereiten und ihre eigenen Auftritte auswerten.