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Warum Europa bei KI-Nutzung im Job hinter den USA zurückbleibt

US-Beschäftigte nutzen KI eher, wenn ihre Vorgesetzten sie dazu ermutigen, zeigt eine neue Studie.
Studie: US-Beschäftigte nutzen KI eher, wenn ihre Vorgesetzten sie dazu ermutigen. Copyright  Canva
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Von Anna Desmarais
Zuerst veröffentlicht am
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Studie: Deutliches KI-Gefälle in Unternehmen zwischen USA und Europa – Firmenstrukturen als möglicher Hauptgrund

Europa dürfte neue Technologien der Künstlichen Intelligenz langsamer übernehmen als die USA. Das hat mit der Struktur der Unternehmen zu tun, legen neue Forschungsergebnisse nahe.

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Für den Bericht des Brookings Institute (Quelle auf Englisch) haben Forschende im Juni 2025 und im Februar 2026 mehr als 5.000 Beschäftigte in den USA und in sechs europäischen Ländern befragt: Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Schweden, Italien und das Vereinigte Königreich.

Die Studie erfasst zum einen, wie stark Firmen KI in ihre Abläufe integrieren, und zum anderen, wie einzelne Beschäftigte KI am Arbeitsplatz einsetzen.

Diese Angaben haben die Autorinnen und Autoren mit dem US-Unternehmenszensus sowie der europäischen Erhebung „ICT Usage and E-Commerce in Enterprise“ abgeglichen, um ein genaueres Bild der tatsächlichen Nutzung von KI im Job zu gewinnen.

US-Unternehmen bauen demnach deutlich häufiger KI in den Alltag ein: Schätzungsweise 34 Prozent nutzen KI für irgendeinen Zweck, im EU-Durchschnitt sind es 20 Prozent. Auf individueller Ebene geben 43 Prozent der Befragten in den USA an, KI bei der Arbeit zu nutzen, in Europa sind es 2026 nur 32 Prozent.

Die Lücke wird größer, wenn man nur auf Unternehmen blickt, die KI in der Produktion einsetzen: 7 Prozent der US-Industriebetriebe haben KI bereits integriert, in Europa sind es lediglich 4 Prozent.

Auch innerhalb Europas unterscheidet sich die Nutzung deutlich. Im Vereinigten Königreich sagen 36 Prozent der Befragten, sie setzten KI im Job ein, in Schweden und den Niederlanden jeweils 35,6 Prozent.

Italien verzeichnet die niedrigste Quote unter den untersuchten Ländern: Nur etwa jede vierte befragte Person gibt an, KI bei der Arbeit zu nutzen. Laut Bericht stagniert die Verbreitung zudem in Frankreich und Deutschland, wo 28 Prozent beziehungsweise 31 Prozent KI im Job einsetzen.

Insgesamt liegt die KI-Nutzung in den USA je nach Kennzahl zwischen 18 und 68 Prozent über dem europäischen Niveau, so die Studie.

KI-freundliche Beschäftigte: Vorgesetzte treiben Nutzung voran

Die Forschenden sehen den größten Unterschied zwischen US- und EU-Unternehmen in der Art, wie sie geführt werden.

Befragte in den USA, die KI bei der Arbeit nutzen, berichten deutlich häufiger, dass ihre Vorgesetzten sie dazu ermutigen und ihnen ein konkretes internes Werkzeug zur Verfügung stellen. 42 Prozent sagen, sie erhielten beides; in Frankreich sind es 17 Prozent, in Italien 16 Prozent.

„Fast der gesamte Abstand zwischen den USA und Europa bei der Nutzung lässt sich erklären, sobald die Ermutigung durch das Unternehmen berücksichtigt wird“, heißt es in der Studie.

US-Beschäftigte haben zudem einen zusätzlichen Anreiz: Viele Unternehmen belohnen und befördern jene, die KI aktiv einsetzen, heißt es weiter.

Wer weder zur Nutzung von KI ermutigt wird noch ein bestimmtes KI-Tool zugewiesen bekommt – ob in den USA oder in Europa –, erklärt in der Umfrage deutlich seltener, KI im Job einzusetzen.

Auch die Größe des Unternehmens spielt eine Rolle. In Firmen mit mehr als 250 Beschäftigten nutzen Angestellte in den USA und in EU-Ländern mit hoher Verbreitung wie dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden oder Schweden KI deutlich häufiger als Beschäftigte in kleineren Betrieben, zeigt die Auswertung.

Demografie erklärt gut ein Drittel der Lücke

In allen Ländern nutzen Männer, Personen unter 45 Jahren und Menschen mit Hochschulabschluss KI deutlich häufiger als Frauen, ältere oder weniger formell gebildete Befragte, so die Studie.

Passen die Forschenden Bildung, Alter und Geschlecht zwischen den USA und den EU-Ländern statistisch an, kommt Schweden bei der KI-Nutzung fast auf das Niveau der USA.

Mehr als die Hälfte der Befragten aus allen Ländern, die in IT- oder Mathematikberufen arbeiten, setzt KI bei der Arbeit ein. In personenbezogenen Dienstleistungen liegt der Anteil hingegen unter 27 Prozent, in Hotels und Gastronomie bei 33 Prozent. Das zeigt, wie stark der jeweilige Beruf beeinflusst, ob Menschen KI nutzen oder nicht.

Weitere EU-Zahlen deuten auf ähnliche strukturelle Hürden hin. Eurostat-Daten, die diese Woche veröffentlicht wurden, zeigen ebenfalls, dass vielen europäischen Unternehmen das technische Know-how fehlt, um KI-Lösungen umzusetzen, obwohl sie sich davon Vorteile versprechen.

Viele Firmen in Europa verweisen zudem auf Datenschutzbedenken, rechtliche Risiken oder die hohen Kosten als Hürde für den Einsatz von KI, so Eurostat.

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