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Früher in Rente nach harter Arbeit? SPD will Österreich-Modell

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Rentner, Archiv Copyright  THOMAS KIENZLE/AP
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Von Laura Fleischmann
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Die SPD erwägt eine frühere Rente für Menschen mit besonders belastenden Berufen. Vorbild könnte die österreichische Schwerarbeitspension sein. Experten sehen das Modell jedoch kritisch und warnen vor Problemen bei der Abgrenzung.

Frühere Rente für härtere Arbeit, das erwägt die SPD. Es müsse eine Härtefallregelung geben für Personen, die jahrelang schwer gearbeitet hätten, so Dirk Wiese, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion. "Ich könnte mir vorstellen, dass man diese Härtefallregelung auch so ausgestaltet wie die Schwerarbeitspension in Österreich, die ja genau auf diese Berufsgruppen abstellt."

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Die "Schwerarbeitspension" ermöglicht es Personen, die unter körperlich oder psychisch belastenden Bedingungen gearbeitet haben, bereits mit 60 Jahren in Rente zu gehen, wenn sie mindestens 45 Jahre gearbeitet haben. Konkret geht es um Jobs etwa im Schichtdienst oder um schwere körperliche Arbeit. Seit Anfang dieses Jahres gehören auch Pflegeberufe dazu, so die Pensionsversicherung Österreich.

Auch Bremens Bürgermeister und Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) sieht das Modell als Option. Im Interview mit dem Deutschlandfunk erklärte er, dass ihm das Konzept "näher liegen" würde, nämlich, dass Menschen, die zehn Jahre in einem belastenden Beruf gearbeitet hätten, "dauerhaft" eine frühere Rente ermöglicht werde, so Bovenschulte.

Auch in Italien gibt es Sonderregelungen für belastende Berufe. In Frankreich ist es möglich, bei belastenden Arbeitsbedingungen bis zu zwei Jahre früher in Rente zu gehen.

Der Rentenexperte Axel Boersch-Supan warnt im Gespräch mit der SZ allerdings vor Härtefallmodellen wie in Österreich: "Die Schwerarbeitspension ist kein gangbarer Weg für Deutschland. Man kann kaum sauber abgrenzen, wer bei der Arbeit besonders starken Belastungen ausgesetzt ist und wer nicht", so der Professor. Es sei besser, individuell die Gesundheit der Menschen zu beurteilen, so wie bei der Erwerbsminderungsrente. "Diese ist in Deutschland strenger geregelt als in den meisten europäischen Ländern. Man könnte dieses Modell ausbauen." Boersch-Supan fordert ein Ende der Rente nach 45 Beitragsjahren.

So hatte es auch die Rentenkommission der Bundesregierung nahelegt. Die insgesamt 33 Empfehlungen der Expertenkommission sollen alle umgesetzt werden.

Für den Gesetzentwurf fehlt noch die Zustimmung des Bundesrats. Im Laufe der Debatte haben sich immer mehr Ministerpräsidenten gegen das Ende der Rente ab 63 ausgesprochen.

In einem gemeinsamen Schreiben haben die CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, Mario Voigt und Sven Schulze die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren kritisiert, wie der Deutschlandfunk berichtete. Durch andere Erwerbsbiografien seien insbesondere Menschen im Osten von den Reformplänen betroffen.

Die saarländische Regierungschefin erklärte im Interview mit der Funke-Mediengruppe: "Ich lehne den aktuellen Vorschlag an dieser Stelle ab, weil er dem Respekt vor der Lebensleistung von Menschen widerspricht."

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