Die erweiterte Partnerschaft vereint eine Mobilitätsplattform, Flottenmanagement und Technologie für autonomes Fahren.
Uber will seine Partnerschaft mit dem chinesischen Robotaxi-Spezialisten Pony.ai ausbauen und mehr als 2.000 selbstfahrende Taxis nach Europa bringen.
Der Schritt fällt in eine Phase, in der immer mehr Unternehmen auf die großflächige Kommerzialisierung von autonomen Fahrdiensten setzen.
Die erweiterte Kooperation ergänzt bestehende Pläne für einen kommerziellen Robotaxi-Dienst in Zagreb in Kroatien. Fahrten lassen sich über die Uber-App buchen. Später soll das Angebot auf vier weitere europäische Städte ausgedehnt werden.
Das Modell der Partnerschaft bündelt drei zentrale Bausteine für Robotaxi-Angebote im großen Stil: eine Mobilitätsplattform, Kapazitäten für das Flottenmanagement und Technologie für autonomes Fahren.
Beide Unternehmen wollen zudem Chancen im Nahen Osten ausloten. Konkrete Details dazu liegen noch nicht vor.
„Die erweiterte Vereinbarung markiert eine wichtige neue Phase unserer Partnerschaft mit Uber. Sie steht für unseren gemeinsamen Anspruch, sichere und verlässliche Robotaxi-Dienste in weitere europäische Städte zu bringen“, erklärte Pony.ai-Gründer und CEO Dr. James Peng in einer Mitteilung.
„Indem wir Pony.ais bewährte Technologie für autonomes Fahren und unser operatives Know-how mit Ubers globaler Mobilitätsplattform und ihrer breiten Marktpräsenz verbinden, wollen wir dauerhafte, großskalige Geschäftsmodelle in Europa und darüber hinaus aufbauen“, so Peng weiter.
Pony.ai entwickelt weltweit Robotaxis, Systeme für autonomes Fahren und selbstfahrende Lkw. Das Unternehmen betreibt bereits bezahlte, vollständig fahrerlose Robotaxi-Dienste in wichtigen chinesischen Metropolen wie Beijing, Guangzhou, Shanghai und Shenzhen.
In die Kooperation bringt Pony.ai seine autonome Fahrtechnologie der Stufe vier sowie umfangreiche operative Erfahrung aus großen Robotaxi-Projekten ein.
Uber steuert seine globale Mobilitätsplattform bei, über die Zahlung, Buchung und Kundenservice abgewickelt werden.
Vor Ort sollen Flottenbetreiber den laufenden Betrieb in den jeweiligen Märkten unterstützen.
„Das nächste Kapitel der autonomen Mobilität dreht sich darum, von einzelnen Pilotprojekten zu wiederholbarer kommerzieller Skalierung zu kommen“, sagte Sarfraz Maredia, globaler Leiter für Autonomous Mobility & Delivery bei Uber.
„Gemeinsam mit Pony.ai verbinden wir fortschrittliche autonome Technologie mit Ubers Hybridplattform, unserer Erfahrung im Tagesgeschäft und operativer Exzellenz, um ein Modell zu schaffen, das sich schnell und zuverlässig auf weitere Städte übertragen lässt“, fügte er hinzu.
Autonome Fahrzeuge gewinnen an Bedeutung
Weltweit beschäftigen sich zahlreiche Unternehmen mit Technologien und Lösungen für autonomes Fahren, darunter in Europa Konzerne wie Mercedes-Benz, BMW und Volkswagen.
Hintergrund sind Prognosen eines stark wachsenden Marktes und die Aussicht, Engpässe wie den Fahrermangel zu entschärfen.
Autonome Fahrzeuge ergänzen die Architektur von Elektroautos sehr gut und gelten daher oft als nächster logischer Schritt. Sie könnten zudem die Effizienz in Städten in vielen Bereichen erhöhen.
Doch Sicherheitsbedenken und fehlende ausgereifte Technik bremsen viele Unternehmen aus, besonders in Europa.
China hat sich dagegen zu einem klaren Vorreiter bei Technologien für autonomes Fahren entwickelt. Der Staat fördert das Thema massiv und stuft es als nationale strategische Priorität ein.