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ESA: erster Großvertrag mit spanischer PLD Space im European Launcher Challenge

Mit freundlicher Genehmigung von PLD
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Von Cristian Caraballo
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die ESA vergibt im European Launcher Challenge ihren ersten Auftrag an PLD Space über 158,9 Mio. Euro. Das Unternehmen aus Alicante will damit mehr MIURA‑5-Flüge starten und neue Orbittechnik entwickeln.

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat begonnen, die ersten Verträge für ihren European Launcher Challenge (ELC) zu unterzeichnen, ein Programm, mit dem Europa unabhängig von ausländischen Trägerraketen werden will, um Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen. Zu den ausgewählten Unternehmen gehört PLD Space, ein in Elche ansässiges Unternehmen, das 2023 seine Demonstrationsrakete MIURA 1 bei einem suborbitalen Flug gestartet hat.

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Der Vertrag, über 158,9 Millionen Euro und hauptsächlich von Spanien mit einem deutschen Beitrag finanziert, macht das Unternehmen zu einem der zentralen Bausteine des künftigen europäischen Trägerraketen-Ökosystems.

Die Vereinbarung besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil soll den kommerziellen Dienst von MIURA 5 festigen und die Zahl der Starts schrittweise bis 2030 erhöhen. Das Unternehmen berichtet bereits von wachsendem kommerziellem Interesse an der Rakete auf internationalen Märkten.

Der zweite Teil konzentriert sich auf das, was PLD Space als „verbesserte Orbitalkapazität“ bezeichnet. Er finanziert Verbesserungen an MIURA 5, damit die Rakete mehr Nutzlast transportieren und entferntere Umlaufbahnen erreichen kann. Außerdem soll ein angetriebenes Landemanöver eingeführt werden, der erste Schritt hin zur Wiederverwendung der Rakete.

‚Euronews‘ hat mit Lucía Linares in Französisch-Guayana gesprochen, kurz vor dem Start des nächsten Meteosat. Linares ist Head of Strategy and Institutional Launches bei der ESA und bestätigte, dass Unternehmen wie PLD Space, Rocket Factory, Asbury, Maia Space oder Isar Aerospace von der ESA im Rahmen des Boost-Programms zur Kofinanzierung ausgewählt wurden: „Was wir tun, ist nicht mehr, ihnen technische Vorgaben zu machen wie bei Ariane oder bei Vega, sondern zu beobachten, wie sie ihren Startservice entwickeln, und zu überprüfen, dass es auch private Finanzierung gibt und dass sie gewisse technische Ziele erfüllen, selbstverständlich. Aber wir verlangen ihnen nichts ab.“

Lucía Linares, ESA, 27. August 2026
Lucía Linares, ESA, 27. August 2026 'Euronews'

Linares bestätigte gegenüber ‚Euronews‘ außerdem, dass die ESA den Vertrag bereits mit PLD Space unterschrieben hat: „Ich muss sagen, wir haben diesen Vertrag mit PLD Space bereits unterzeichnet, und für mich ist das eine sehr große Emotion. Nicht nur, weil ich bei dem Start dabei sein werde – ich begleite das Projekt seit vielen Jahren –, sondern auch, weil ich hier in Französisch-Guayana sehen kann, wie sich die Baumaßnahmen für die Infrastruktur von PLD Space entwickeln. Von hier, dem europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana, wird das Unternehmen seine Raketen starten.“

Vorstufe zu MIURA Next

Nach Angaben des spanischen Unternehmens bleiben viele der Teilsysteme, die im Rahmen dieses Orbit-Upgrade-Programms entstehen, nicht bei MIURA 5. Sie sind darauf ausgelegt, direkt auf MIURA Next überzugehen, die künftige Familie von Schwerlastraketen, mit der PLD Space den nächsten Größensprung schaffen will. Jede technische Verbesserung, die jetzt zertifiziert wird, soll die Zeitpläne verkürzen und die Risiken senken, wenn der große Träger an der Reihe ist.

„Die Auswahl von PLD Space durch die ESA bestätigt die Reife des Fahrplans, den wir seit Jahren aufbauen“, fasst Ezequiel Sánchez zusammen, Executive Chairman des Unternehmens. Er ordnet den Vertrag in einen Weg ein, der mit MIURA 1 begann und seiner Ansicht nach damit enden soll, dass die kritische Technologie auf den Schwerlastträger übertragen wird.

Wie Lucía Linares erläutert, ist der Vertrag mit PLD Space nicht der einzige Abschluss dieser Runde. Die deutsche Rocket Factory Augsburg erhält 186,9 Millionen Euro für ihre RFA One, die von der schottischen Basis SaxaVord aus operieren soll, und Isar Aerospace bekommt 197,8 Millionen Euro für seine Spectrum-Rakete. Die drei gehörten zu einer Gruppe von fünf Finalisten, ergänzt durch MaiaSpace und Orbex, die die ESA im Juli 2025 vorab auswählte, nachdem sie aus ganz Europa zwölf Vorschläge erhalten hatte.

Der ELC entstand 2023 mit dem Ziel, unter anderem vor 2030 einen europäischen Nachfolger der Ariane 6 zu haben, der nicht von einem einzigen Betreiber abhängt. Auf der Ministerratskonferenz in Bremen im November 2025 erhöhten die Mitgliedstaaten ihre Finanzierungszusage auf bis zu 900 Millionen Euro.

Für PLD Space kommt der Vertrag zu den 42 Millionen Euro hinzu, die das Unternehmen bereits vom CDTI über das PERTE Aeroespacial erhalten hat, und trifft auf die Endphase der Entwicklung von MIURA 5, der Orbitalrakete, die MIURA 1 ablösen soll.

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