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Neue Kabinenkonzepte: Wie Airlines das Fliegen neu denken

Das Konzept „Origin“ setzt auf eine besonders eindrucksvolle Präsentation.
Das Konzept „Origin“ setzt auf eine eindringliche Präsentation. Copyright  RAVE Aerospace/Safran Seats
Copyright RAVE Aerospace/Safran Seats
Von Michael Starling
Zuerst veröffentlicht am
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Einblick in neue Bordkonzepte und smarte Technologien, die das Flugerlebnis schon bald weltweit deutlich verbessern könnten.

Seien wir ehrlich: Fliegen macht längst nicht mehr so viel Spaß wie früher. Wegen der Warteschlangen an den Flughäfen, verspäteter Abflüge und hoher Ticketpreise bedeutet eine Flugreise vor einem wohlverdienten Urlaub oft mehr Stress als Vorfreude.

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Die kurzfristige Zukunft des Fliegens ist wegen anhaltender Probleme mit dem Kerosin und der Grenzkontrolle ungewiss. Langfristig dürfen sich Passagiere jedoch auf neue Konzepte an Bord freuen, die das Reiseerlebnis deutlich verbessern sollen.

Von rundum laufenden Entertainment-Bildschirmen über Arbeitskabinen bis hin zu Liegeflächen in der Economy: Euronews Travel stellt einige der Innovationen der Fluggesellschaften vor, die im Luftverkehr demnächst abheben sollen.

Immersives Entertainment direkt am Sitz

Eines der futuristischsten Sitzkonzepte der vergangenen Monate ist „Origin“, das RAVE Aerospace und Safran Seats auf der Aircraft Interiors Expo in Hamburg präsentiert haben.

Das Konzept zeigt, wie sich Premiumkabinen entwickeln könnten. Herzstück ist ein U-förmiger, den Sitz umschließender Micro-LED-Bildschirm. Er verwandelt die Suite in einen immersiven Entertainment- und Wohlfühlbereich, in dem Reisende digitale Landschaften, Lichtstimmung und Atmosphäre ganz nach Wunsch anpassen können.

Zum Entwurf gehören außerdem lautlose Lautsprecher statt Kopfhörer, klimatisierte Sitze und adaptive Polster. Sie sollen vor allem auf Langstrecken für mehr Komfort sorgen.

Doppelte Sitzebenen im Flugzeug

Das neueste Doppelstock-Sitzkonzept des spanischen Start-ups Chaise Longue soll ein eher Premium-ähnliches Erlebnis in die Economy bringen. Statt zusätzliche Sitze einzubauen, nutzt das Design den vertikalen Raum in der Kabine, um mehr Platz pro Person zu schaffen.

Auf der Aircraft Interiors Expo vorgestellt, bietet der Entwurf eine großzügige Neigung der Rückenlehne, mehr Beinfreiheit für Passagiere auf der unteren Ebene und mehr Privatsphäre durch versetzte Sitzreihen.

Erfinder Alejandro Núñez Vicente erklärt, das Konzept habe sich in Richtung Premium Economy entwickelt. Tests zeigten großes Interesse an einer Anordnung, die beim Komfort an die Business Class erinnern soll.

United Airlines: 787-9-Reihe „Elevated Relax Row“
United Airlines: 787-9-Reihe „Elevated Relax Row“ United Airlines

Uniteds Entspannungsreihen

Im März wurde United Airlines zur jüngsten Gesellschaft, die gezielt Economy-Gäste anspricht, die für mehr Komfort zahlen möchten, aber keinen Aufpreis für Business oder First Class in Kauf nehmen.

Mit der Einführung der „Relax Row“ können Passagiere ab 2027 drei nebeneinanderliegende Economy-Sitze buchen. Jeder Sitz verfügt über eine Beinauflage, die sich hochklappen lässt, sodass eine durchgehende Liegefläche entsteht.

Anschließend erhalten Sie eine Auflage, um den Bereich in ein Bett zu verwandeln, dazu eine Decke und zwei Kissen. Wer mit Kindern unterwegs ist, kann sich zusätzlich ein Kuscheltier geben lassen.

Stockbett-Pods für lange Flüge

Air New Zealand geht beim Komfort in der Economy noch einen Schritt weiter und startet „Skynest“, ein weltweit einzigartiges Schlafkonzept mit sechs Kojen-Pods, die Passagiere in Vier-Stunden-Blöcken buchen können.

Die Liegepods kommen ab November auf den Ultralangstrecken zwischen Auckland und New York zum Einsatz und knüpfen an das bereits bekannte „Skycouch“-Konzept der Airline an.

„Skynest“ richtet sich an Reisende in Economy und Premium Economy und spiegelt das wachsende Interesse der Airlines an Wohlfühlzonen jenseits des klassischen Sitzplatzes.

Buchungen für das Skynest sind ab dem achtzehnten Mai möglich. Ein Vier-Stunden-Slot kostet ab 495 Neuseeland-Dollar (248 Euro).

Die Skynest-Schlafpods starten ab November auf ausgewählten Flügen
Die Skynest-Schlafpods starten ab November auf ausgewählten Flügen Air New Zealand

Mehr Beinfreiheit zum Ausstrecken

Mehr Platz zum Ausstrecken steht auf der Wunschliste vieler Fluggäste ganz oben. Die Billigfluglinie easyJet hat kürzlich neue, leichtere Sitze angekündigt, die bis zu fünf Zentimeter zusätzliche Beinfreiheit bieten sollen.

Der britische Billigflieger, der die zweitgrößte Airline Europas ist, rüstet seine künftige Airbus-A320neo- und A321neo-Flotte ab 2028 mit Kestrel-Economy-Sitzen aus.

Nach Angaben des Herstellers Mirus Aircraft Seating erlaubt das ergonomische Design mehr Beinfreiheit, ohne den Sitzabstand zu verändern. Der Sitz ist zudem vorab leicht geneigt, was mehr Platz für Knie und Schienbein schafft.

WLAN über den Wolken

Da immer mehr Airlines das Satelliteninternet von Starlink an Bord bringen, können Passagiere auf Wunsch während der gesamten Reise online bleiben.

Telefonate im Flugzeug sind für viele zwar ein Schritt zu weit, doch schnelles WLAN macht hochwertiges Streaming, Surfen und Scrollen durch soziale Medien jederzeit möglich. Alternativ können Reisende unterwegs auch Deadlines einhalten und arbeiten.

Die lettische Fluggesellschaft airBaltic war im Februar 2025 die erste Airline in Europa, die Starlink an Bord einführte. Air France und SAS folgten später im selben Jahr.

Die Lufthansa Group, zu der die Flagcarrier von Österreich, Belgien, Deutschland, Italien und der Schweiz gehören, will Starlink ab der zweiten Jahreshälfte 2026 schrittweise in ihrer Flotte einführen.

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