Es klang wie eine Explosion und ließ die Fensterscheiben erzittern: Am späten Montagvormittag war an verschiedenen Orten an der Küste Portugals ein lauter Knall zu hören. Die Luftwaffe stellt nun klar, dass „keinerlei Gefahr für die Bevölkerung bestand“
Ein lautes Geräusch, das als "explosionsartig" beschrieben wurde und auf das eine wenige Sekunden andauernde Schockwelle folgte, ereignete sich am späten Vormittag am Montag und versetzte die Bevölkerung an der Küste in Portugal in Alarmbereitschaft. Nach Angaben des Zivilschutzes gab es weder Verletzte noch Sachschäden.
Das Phänomen soll sich am Montag gegen 12:30 Uhr ereignet haben, wobei zahlreiche Berichte von Menschen die sozialen Netzwerke überschwemmten: „Es war ein sehr lautes Geräusch zu hören, es klang wirklich wie eine Explosion“, „Meine Fenster haben gezittert“, „War das vielleicht ein Überschallknall eines Flugzeugs?“, lauteten einige der Kommentare.
Der laute Knall war in Figueira da Foz am stärksten zu spüren, war aber auch in mehreren umliegenden Gemeinden zu hören.
Die Luftwaffe hat inzwischen klargestellt, dass die Situation auf eine militärische Operation zurückzuführen war.
In einer an die Redaktionen gesendeten Mitteilung wird erklärt, dass vor der Küste von Figueira da Foz eine „operative Mission von F-16M“ durchgeführt wurde, „bei der es notwendig war, die Schallmauer zu durchbrechen“.
Nach Angaben dieses Zweigs der Streitkräfte ist die betreffende Operation von entscheidender Bedeutung, um die Einsatzbereitschaft und Wirksamkeit der nationalen Mittel zur Verteidigung des Luftraums zu gewährleisten, wobei „jederzeit“ die „Kontrolle über die Situation/Aktivität“ sichergestellt sei.
„Unter bestimmten Wetterbedingungen kann es zu einer stärkeren Ausbreitung der Schockwellen kommen, wodurch das Phänomen an der Oberfläche hörbarer und weitreichender ist als erwartet“, fügt die Luftwaffe hinzu und stellt klar, dass „keine Gefahr für die Bevölkerung bestand“.
Eine Quelle des städtischen Zivilschutzdienstes von Figueira da Foz teilte der Nachrichtenagentur Lusa mit, dass die Feuerwehr angesichts des Vorfalls keinen Notruf erhalten habe und auch die Möglichkeit eines Blitzschlags ausgeschlossen habe, da es zu dieser Zeit auf dem gesamten Festland praktisch keine Hinweise auf Blitzschläge gegeben habe.
In einer Stellungnahme mehr als drei Stunden nach dem Vorfall hatte dieselbe Quelle, wie Lusa berichtet, die Hypothese einer Unterwasserexplosion bereits ausgeschlossen.
In den sozialen Medien war die Hypothese, dass es sich um ein Kampfflugzeug der Luftwaffe handelte, ebenfalls von Internetnutzern geäußert worden. Die portugiesische Luftwaffe bestätigte gegenüber Notícias de Coimbra, dass sie am Montag in der Gegend von Figueira da Foz ein operationelles Training durchführte, um die Piloten zu qualifizieren. Zum Zeitpunkt der angeblichen "Explosion" befanden sich die Piloten jedoch bereits auf dem Stützpunkt in Monte Real.
Das portugiesische Institut für Meer und Atmosphäre (IPMA) erklärte gegenüber Lusa, es habe mehrere Anrufe, auch von Feuerwehren, erhalten, die den Vorfall meldeten, stellte aber klar, dass die Stationen des seismologischen Netzes auf dem Festland, die neben Erdbeben manchmal auch nicht-tektonische Ereignisse erkennen können, nichts registriert hätten.
In seiner Kommentarsendung auf NOW am Montagabend wurde auch der Bürgermeister von Figueira da Foz zu dem Vorfall befragt und gab zudem Zeitpunkt zu, dass "niemand weiß, was passiert ist". "Ich war bei einer Feier zur Eröffnung eines Bauprojekts und habe es mitbekommen. Es war ein riesiger Knall. [...] Es hörte sich wie eine Explosion an, ganz offen gesagt. Aber bis jetzt weiß ich nicht, was die Ursache war", sagte Pedro Santana Lopes.
Mittlerweile hat sich das Ganze ja aufgeklärt, aber das nächste Mal wäre es für Bürgermeister und Bevölkerung sicher angenehmer früher Entwarnung zu bekommen.