Spaniens WM-Sieg hat in China die Suche nach Flügen nach Barcelona, Teneriffa und Málaga explodieren lassen; Anfragen stiegen teils auf das 33‑Fache.
Der WM-Triumph Spaniens hat das Interesse chinesischer Touristen am Land deutlich gesteigert. Zugleich eröffnet er eine Chance für den Handel rund um die „Golden Week“, einen der wichtigsten Ferienzeiträume in China. Darauf weisen Daten der Reiseplattform Qunar hin, die das spanische Unternehmen Stamp ausgewertet hat.
Die Suchanfragen nach Flügen zwischen Shenzhen und Barcelona stiegen um das 33‑Fache in den Stunden nach dem Sieg von La Roja. Verbindungen nach Teneriffa legten um das 19‑Fache zu, die nach Málaga mehr als verzehnfacht.
Generell zeigt eine Studie aus 2024 der Universität Aberdeen, veröffentlicht im Oxford Bulletin of Economics and Statistics: Ein WM‑Sieg steigert das jährliche BIP‑Wachstum des Titelträgers in den zwei Quartalen nach dem Finale um mindestens 0,48 %, bevor der Effekt nachlässt. Die Zahl der untersuchten Weltmeister bleibt naturgemäß begrenzt.
Übertragen auf das Volumen der spanischen Wirtschaft von 1,69 Billionen Euro würde dieser zusätzliche Impuls rund 4 Milliarden Euro ausmachen.
Im Fall des asiatischen Giganten stützt sich das wachsende Interesse zudem auf eine bereits gefestigte Entwicklung. Nach Angaben von Aena erreichte der Flugverkehr zwischen Spanien und China im ersten Halbjahr 2026 707.530 Passagiere, ein Plus von 46,8 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Neue Flugverbindungen und mehr Reisende aus Städten wie Chengdú oder Canton haben diese Erholung gestärkt, die der WM‑Erfolg zusätzlich beschleunigt hat.
Mit Blick auf die „Golden Week“ zwischen dem ersten und dem achten Oktober hat Stamp einen Leitfaden veröffentlicht, der spanischen Händlern hilft, sich an die Vorlieben chinesischer Verbraucher anzupassen. Das Dokument betont, dass 77,8 % dieser Reisenden ihre Einkäufe vor der Abreise planen – über Plattformen wie Xiaohongshu, Weibo oder WeChat. Digitale Sichtbarkeit wird damit zum Schlüssel, um Kundschaft zu gewinnen.
Das auf Shoppingtourismus spezialisierte spanische Unternehmen hebt außerdem hervor, wie wichtig es ist, Bezahldienste wie Alipay und WeChat Pay zu akzeptieren. Diese kommen bei mehr als 90 % der Einkäufe chinesischer Touristen im Ausland zum Einsatz. Ebenso rät Stamp dazu, das Verfahren zur Erstattung der Mehrwertsteuer zu vereinfachen.
„Der chinesische Tourist hat heute kein Tax Free, sondern ein Tax Refund: Er zahlt die Mehrwertsteuer komplett an der Kasse und erhält Wochen später im Idealfall einen Teil zurück“, erklärt Abel Navajas, Mitgründer und Geschäftsführer von Stamp. Seiner Einschätzung nach kann es entscheidend sein, diese Hürde zu beseitigen und den Rabatt direkt beim Kauf zu gewähren, damit spanische Geschäfte vom steigenden Touristenstrom aus China profitieren.