Der Kanzler stellt sein Kabinett neu auf: So soll nach Spiegel- und Bild-Informationen Gesundheitsministerin Nina Warken ins Kanzleramt wechseln und dort die offene Position übernehmen.
Die bisherige Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) soll nach Medieninformationen auf Thorsten Frei (CDU) als Kanzleramtschefin folgen. Frei wiederum soll demnach das Amt von Jens Spahn übernehmen. Den frei werdenden Posten im Gesundheitsministerium soll CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann übernehmen.
Eine offizielle Bestätigung steht noch aus. Hinter den Kulissen wird demnach weiter an den Details des Personalpakets gearbeitet.
Warken galt bereits in den vergangenen Tagen als Favoritin für die Leitung des Kanzleramts. Anerkennung erhielt sie unter anderem für die von ihr durchgesetzte Reform des Sparpakets für die gesetzlichen Krankenkassen – eine der Reformen aus den Reihen der Union im Kabinett. Mit ihrem möglichen Wechsel würde erstmals eine Frau eine zentrale Rolle im Machtzentrum der Regierung übernehmen.
Linnemann war während des Wahlkampfs als möglicher Arbeits- oder Wirtschaftsminister gehandelt worden.
Am Mittwoch war bereits bekannt geworden, dass Frei den Fraktionsvorsitz der Union im Bundestag übernehmen soll. Der Schritt galt als erwartet, nachdem Spahn im Zuge der Debatte um Leihmutterschaft seinen Rücktritt angekündigt hatte. Spahn und sein Ehemann hatten zuvor mitgeteilt, mithilfe einer Leihmutter in den USA Vater eines Sohnes geworden zu sein. Damit nutzten sie eine Möglichkeit, die in Deutschland rechtlich nicht erlaubt ist – ein Verbot, das Spahn innerhalb der CDU bisher offiziell mitgetragen hatte.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte im ZDF-„Sommerinterview“ am Wochenende bereits angedeutet, dass der Wechsel an der Fraktionsspitze eine Gelegenheit für eine Kabinettsumbildung bieten könnte.
Gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder verständigte er sich schließlich auf Thorsten Frei als Nachfolger von Jens Spahn.
Ob noch weitere Minister getauscht werden, bleibt bisher offen. Merz will demnach morgen die Eckpunkte seiner angedeuteten Kabinettsumbildung vorstellen.