Eine neue Rangliste zeigt, welche europäischen Städte sich am besten fürs Arbeiten aus der Ferne eignen. Bewertet wurden Internettempo, Coworking-Angebot, Unterkünfte, Sehenswürdigkeiten sowie Kaffee- und Bierpreise.
Der klassische Neun-bis-fünf-Job ist immer seltener an einen festen Schreibtisch gebunden. Wer remote arbeitet und den Laptop einfach mitnimmt, kann auf einer „Workcation“ den täglichen Arbeitsweg gegen ein Pariser Café, eine Terrasse in Lissabon oder einen Coworking-Space in London eintauschen – ganz ohne Urlaubstage zu verbrauchen.
Doch längst nicht jede Stadt eignet sich gleich gut für die Arbeitsauszeit. Ein neues Ranking von Compare the Market (Quelle auf Englisch) vergleicht Ziele in Europa und darüber hinaus. Bewertet wurden unter anderem Festnetz- und Mobilfunkgeschwindigkeiten, Zahl der Coworking-Spaces, Unterkunftskosten, Sehenswürdigkeiten sowie die Preise für Cappuccino und Bier.
Die Studie vergab Punkte danach, wie gut sich die Städte für eine „Workcation“ eignen. Die einzelnen Kriterien flossen je nach Bedeutung für die Reiseentscheidung unterschiedlich stark in die Wertung ein. So entstand eine Rangliste der Orte, an denen sich Urlaub und Arbeit am besten verbinden lassen – egal, ob die Reise eher Freizeit oder eher Job ist.
Die besten europäischen Städte für eine Workcation
Paris, Frankreich
Jede Stadt erhielt eine Gesamtbewertung auf einer Skala bis 100 Punkten, Paris landete mit 63,4 Punkten auf Platz eins.
Die „Stadt der Lichter“ bietet demnach die schnellsten Festnetz-Downloadraten Europas und auch ordentliche mobile Geschwindigkeiten.
Dazu kommen unzählige Freizeitmöglichkeiten. Die französische Hauptstadt beherbergt zahllose Museen, Galerien und Wahrzeichen. Im Vergleich der Studie verzeichnete Paris die zweitmeisten Attraktionen – nur Rom lag noch davor.
Schwachpunkt ist allerdings die Erschwinglichkeit.
Vor allem Unterkünfte und Cappuccino sind besonders teuer und gehören zu den kostspieligsten im gesamten Ranking.
Lissabon, Portugal
Lissabon belegte mit einem Gesamtwert von 61,2 Punkten Rang zwei und untermauert damit seinen Ruf als eine der besten Städte Europas für Remote-Beschäftigte.
Ein großer Pluspunkt sind die Preise. Eine Wohnung zur Miete für einen Monat gibt es ab 237 Euro, damit ist Lissabon bei den Unterkunftskosten die günstigste europäische Stadt der Untersuchung. Ein Cappuccino kostet im Schnitt 2,55 Euro.
Auch praktisch ist die gute Infrastruktur: Die portugiesische Hauptstadt punktet mit schnellem Internet und hohen Festnetzbandbreiten.
Mit vielen Sonnentagen, ausgeprägter Café-Kultur und einer wachsenden Remote-Work-Szene spricht vieles dafür, das Büro gegen eine Terrasse im Stadtzentrum zu tauschen.
London, Vereinigtes Königreich
London landete mit 60,0 Punkten auf Rang drei. Ausschlaggebend sind die hervorragende Arbeitsinfrastruktur und das riesige Freizeitangebot, sobald der Laptop zugeklappt ist.
Die Stadt zählt 562 Coworking-Spaces, mehr als doppelt so viele wie die zweitplatzierte Konkurrenz Barcelona. Damit ist es in Europa kaum irgendwo so leicht, einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden.
Nach Feierabend wird es garantiert nicht langweilig. Im Rahmen der Studie kamen für London 4.450 Attraktionen auf der Plattform TripAdvisor zusammen – von Museen und Galerien über historische Stätten bis hin zu Theatern und Märkten.
Haken bleibt der Preis. Unterkünfte und Bier sind berüchtigt teuer, und ein Cappuccino kostet im Schnitt 4,80 Euro. Damit gehört London im Ranking zu den hochpreisigen Zielen für eine einfache Kaffeepause.
Die schlechtesten europäischen Städte für eine Workcation
Am anderen Ende der Skala steht Salzburg, die viertgrößte Stadt Österreichs. Sie kommt lediglich auf zehn von 100 Punkten.
Die als Drehort von „The Sound of Music“ bekannte Stadt gilt zwar als besonders malerisch, ist aber extrem teuer. Die günstigste Wohnung zur Miete für einen Monat kostet 2.211,41 Euro – der höchste Wert im Ranking.
Coworking-Angebote fehlen ebenfalls. In Salzburg gibt es nur sieben solcher Räume – so wenige wie in keiner anderen untersuchten Stadt. Die Internetgeschwindigkeiten sind zudem eher mäßig. Wer mehr arbeitet als urlaubt, meidet die Stadt daher besser.
München landete mit lediglich 20 von 100 Punkten auf dem vorletzten Platz.
Die bayerische Metropole mag als besonders effizient gelten, doch beim Internet hakt es. Im Vergleich der Studie weist Deutschland die drittlangsamen Festnetzanschlüsse auf, bei den mobilen Datenraten liegt es sogar auf dem zweitletzten Platz.
Auch ein temporäres Büro schlägt teuer zu Buche. Die günstigste Wohnung für einen Monat kostet in München 1.437 Euro. Damit gehört die Stadt zu den teuersten Zielen im Ranking.
Hamburg schneidet etwas besser ab als München und erreicht 23 von 100 Punkten. Damit zählt die Hansestadt trotzdem zu den schwächsten Workcation-Zielen Europas.
Ähnlich wie in München bremsen vergleichsweise langsames Internet und höhere Lebenshaltungskosten den Standort.
Einige Pluspunkte gibt es dennoch. Eine Wohnung für einen Monat ist ab rund 889 Euro zu haben, außerdem verteilen sich 81 Coworking-Spaces über die Stadt.
Hamburg ist damit zwar kein ideales Workcation-Ziel, aber deutlich günstiger als die andere erwähnte deutsche Großstadt.