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EES-Grenzsystem: Was Reisende vor dem Start am zehnten April wissen müssen

Reisende stehen am Flughafen Schlange, um ihren Flug zu erreichen
Reisende stehen am Flughafen für ihren Flug Schlange Copyright  Michael Sohn/AP
Copyright Michael Sohn/AP
Von Indrabati Lahiri
Zuerst veröffentlicht am
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Das neue EES-System startet ab dem zehnten April vollständig und soll die EU-Kontrollen deutlich modernisieren, bringt aber wohl zunächst einige Startprobleme mit sich.

Reisen nach Europa könnten sich in den nächsten Tagen deutlich verändern.

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Das Ein- und Ausreisesystem der EU (Entry/Exit System, EES) läuft seit dem 12. Oktober vergangenen Jahres schrittweise in 29 europäischen Ländern. Ab dem 10. April 2026 soll es vollständig in Betrieb sein.

Damit verschwinden Stempel im Reisepass. Ein- und Ausreisen werden künftig digital registriert, ebenso Einreiseverweigerungen für Kurzzeitreisende aus Nicht-EU-Staaten.

Erfasst werden auch biometrische Daten wie Gesichtsbilder und Fingerabdrücke sowie die persönlichen Angaben aus dem verwendeten Reisedokument.

Das neue System soll die Sicherheits- und Migrationskontrollen der EU modernisieren, Kriminalität und Betrug erschweren und Sicherheitsrisiken schneller sichtbar machen.

Seit dem Start hat die EU nach eigenen Angaben mehr als 24.000 Menschen die Einreise verweigert – etwa wegen abgelaufener oder gefälschter Dokumente oder weil sie den Reisezweck nicht ausreichend erklären konnten, so die Europäische Kommission. Mehr als 600 Personen stuften die Behörden als Sicherheitsrisiko für Europa ein.

Planen Sie in den nächsten Monaten einen Urlaub in Europa? Hier finden Sie die wichtigsten Infos.

Für wen gilt das EES – und wer ist ausgenommen?

Das EES gilt für Nicht-EU- und Nicht-Schengen-Bürger, die für Kurzaufenthalte von bis zu 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen in Schengen- oder EU-Staaten einreisen.

Dazu gehören britische Staatsangehörige sowie von der Visumpflicht befreite Reisende – unabhängig davon, ob sie privat oder geschäftlich unterwegs sind. Auch Personen, die in der EU Immobilien besitzen, aber keine Aufenthaltserlaubnis haben, fallen unter die Regelung.

Irland und Zypern sind jedoch von der Nutzung des EES ausgenommen. Dort bleiben die klassischen, manuellen Passkontrollen bestehen.

Von der Registrierungspflicht im EES sind ebenfalls bestimmte Gruppen ausgenommen.

Dazu zählen Staatsangehörige der EU- und Schengen-Staaten sowie Personen mit langfristigen Visa oder Aufenthaltstiteln dieser Länder – auch wenn sie nicht aus der EU stammen.

Ebenfalls ausgenommen sind Familienangehörige von EU-Bürgern, die eine Aufenthaltskarte eines dieser Staaten besitzen, sowie Grenzbewohner mit gültiger Grenzverkehrsgenehmigung.

Ausgenommen sind außerdem Besatzungsmitglieder von Zügen und Flugzeugen im internationalen Verkehr, Angehörige der Streitkräfte und ihre Familien, wenn sie im Rahmen von Partnership for Peace oder für die NATO unterwegs sind.

Für Passagiere auf Kreuzfahrten, die außerhalb des Schengen-Raums beginnen und enden, kann es ebenfalls Ausnahmen für Landgänge am selben Tag geben.

Staatsangehörige von Andorra, San Marino, der Vatikanstadt und Monaco müssen das EES ebenfalls nicht durchlaufen.

Führt das EES zu längeren Wartezeiten an Flughäfen?

In den ersten Monaten des Vollbetriebs dürfte es trotz angekündigter Flexibilität der EU zu spürbaren Verzögerungen an Flughäfen kommen – vor allem in der Sommersaison.

„Die Wartezeiten erreichen zu Spitzenzeiten regelmäßig bis zu zwei Stunden, einige Flughäfen berichten sogar von noch längeren Schlangen“, warnten der Flughafenverband ACI Europe und Airlines for Europe (A4E) in einer gemeinsamen Erklärung (Quelle auf Englisch).

Ein Hauptgrund für zusätzliche Wartezeiten: Seit dem 31. März müssen alle Reisenden aus Drittstaaten im EES erfasst werden.

Bisher konnten die Grenzbehörden die EES-Prozesse in Spitzenzeiten vorübergehend ganz oder teilweise aussetzen. Ab dem 10. April ist das nicht mehr möglich.

Fluggäste sollten deshalb voraussichtlich rund eineinhalb bis zwei Stunden früher am Flughafen sein als bisher, um die zusätzlichen Kontrollen über das EES einzuplanen.

Mittelfristig dürften sich die Wartezeiten aber wieder verringern, sobald die Abläufe eingespielt sind.

Bis dahin drängen Flughafen- und Airline-Verbände die EU-Kommission weiterhin, den Grenzbehörden für die gesamte Sommersaison 2026 die Möglichkeit zu geben, das EES im Notfall teilweise oder komplett auszusetzen.

Ist ein biometrischer Reisepass für das EES Pflicht?

Ein biometrischer Reisepassist für das EES nicht zwingend vorgeschrieben. Er wird nur benötigt, wenn Reisende die Selbstbedienungs-Terminals nutzen möchten, um sich schneller zu registrieren und einzureisen.

Inhaber eines herkömmlichen Reisepasses müssen für die Erstregistrierung zu bemannten Schaltern und dort Foto und Fingerabdrücke abgeben.

Diese Daten speichert das System drei Jahre lang. Künftige Kontrollen gehen dadurch deutlich schneller. Wer die Abgabe biometrischer Daten verweigert, darf nicht einreisen.

Kinder unter zwölf Jahren müssen keine Fingerabdrücke abgeben, es wird jedoch ein Foto aufgenommen.

Muss ich mich für das EES vorab registrieren?

Eine Vorab-Registrierung ist nicht nötig. Die Erfassung im EES erfolgt bei der Ankunft an der EU-Außengrenze.

Wie die Registrierung abläuft, hängt davon ab, ob Reisende einen biometrischen oder einen Standard-Reisepass besitzen, wie oben beschrieben.

Wer den Grenzübertritt beschleunigen möchte, hat allerdings eine zusätzliche Möglichkeit.

Die „Travel to Europe“-App, eine offizielle EU-Anwendung speziell für das EES, erlaubt Reisenden aus Drittstaaten, bis zu 72 Stunden vor Ankunft ihr Foto und die Passdaten vorab hochzuladen. Das kann die Kontrolle an der Grenze verkürzen.

Das persönliche Gespräch mit den Grenzbeamtinnen und -beamten ersetzt die App jedoch nicht.

Derzeit ist sie nur in einigen Ländern wie Portugal und Schweden verfügbar; die EU plant aber eine schrittweise Einführung in weiteren Staaten.

Die App kann über Google Play oder den Apple App Store heruntergeladen werden. Nutzerinnen und Nutzer beantworten darin einen Einreise-Fragebogen und machen ein Selfie zur Bestätigung ihrer Identität.

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