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Stornierungen: Türkei verbucht Urlauberrückgang wegen Iran-Krieg

Archiv. Eine Reisende blickt auf ein Informationsschild, während Beamte Wache halten am Newark Liberty International Airport am Mittwoch, den 29. Juni 2016, in New
Archiv. Eine Reisende blickt auf ein Informationsschild, während Beamte Wache halten am Newark Liberty International Airport am Mittwoch, den 29. Juni 2016, in New Copyright  AP Photo
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Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der Iran‑Krieg wirkt sich auch auf den Reiseverkehr nach und innerhalb der Türkei aus: Veranstalter berichten, dass u.a. auch deutsche Urlauber ihre Pläne angesichts der eskalierenden Lage umbuchen oder ganz absagen, was zu einer Storno‑Welle für Reisen in Teile der Türkei führt.

Für viele deutsche Urlauber gilt die Türkei als Traumreiseziel. Bereits im Februar 2026 konnte das Land mehrere Rekorde verzeichnen: Laut dem türkischen Kulturminister Mehmet Nuri Ersoy besuchten 2025 insgesamt 64 Millionen Menschen die Türkei, was zu historischen Tourismuseinnahmen von 65,2 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 60 Milliarden Euro) führte.

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Seit dem 28. Februar 2026 hat sich die Lage jedoch verändert: Nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran herrscht bei Reiseveranstaltern große Unsicherheit.

Türkei-Reisen schon kurz nach Iran-Krieg teils eingebrochen

Schon Mitte März, rund drei Wochen nach Beginn des Iran-Krieges, sind beispielsweise "Reisen aus den östlichen und südöstlichen Nachbarländern komplett eingebrochen und umgekehrt", sagte Onur Tuncdemir, Leiter von Verkauf und Marketing bei Ayanis Tour, der Deutschen Welle.

Besonders betroffen sind dabei Iran und Irak, die früher wichtige Herkunftsmärkte für Reisende in die Türkei waren.

"In den letzten Wochen sind wir nur noch mit Stornierungen und Rückerstattungen bereits angenommener Anzahlungen beschäftigt", betonte der Reiseveranstalter.

Nach Angaben des türkischen Statistikamtes TÜIK pendelten in den vergangenen Jahren im Durchschnitt jährlich rund 3,3 Millionen Iraner in die Türkei – ein Besucherstrom, der nun ausbleibt.

Bodrum, Antalya und Istanbul weiter stabil

In anderen Regionen herrscht jedoch weiterhin weitgehende Sicherheit für Urlauber: Kaan Kavaloglu, Vorsitzender des Verbands der Hoteliers im Mittelmeer (AKTOB), erklärte der DW, dass es etwa in Bodrum, Istanbul oder Antalya bisher keine nennenswerten Stornierungen gebe. Auch die Buchungen deutscher Touristen bleiben in diesen Gebieten stabil.

Auf der Webseite des Auswärtigen Amts heißt es, dass eine Verschärfung der Sicherheitslage im Nahen und Mittleren Osten Auswirkungen auf Länder haben könnte, "die bislang nicht unmittelbar am Konflikt beteiligt sind".

Das Amt spricht keine Reisewarnung, aber teilweise Sicherheitshinweise aus: Es wird von nicht notwendigen Reisen in bestimmte Grenzgebiete zu Iran, Irak und Syrien abgeraten. Die typischen Urlaubsregionen an der türkischen Riviera oder Städte wie Antalya, Bodrum oder Istanbul gelten laut Auswärtigem Amt weiterhin als weitgehend sicher.

Türkei: Beliebtes Urlaubsland der Deutschen

Nach Angaben des Statistischem Bundesamts (Destatis) war im Sommer 2025 im Luftverkehr mit europäischen Zielen Spanien das begehrteste Reiseland (10,5 Millionen Fluggäste). Die Türkei belegte mit 7,7 Millionen Flugreisenden aus Deutschland den zweiten Platz.

Laut dem Deutschen Reiseverband war die Türkei jedoch das beliebteste Sommerreiseziel im Zeitraum von Mai bis Oktober, sowohl gemessen am Umsatz als auch an der Zahl der Buchungen.

Aktuelle Daten aus dem deutschen Reisemarkt zeigen, dass neue Pauschalbuchungen im März 2026 um rund 16 % zurückgingen, während die Nachfrage im östlichen Mittelmeerraum, zu dem auch die Türkei gehört, deutlich nachließ.

EU beschließt neue Pauschalreiserichtlinie – Umsetzung steht noch aus

Hinzu kommt, dass die EU schon im Vorjahr die EU Maßnahmen gegen besonders günstige Pauschalreisen beschlossen hat – diese sind insbesondere für Reisen in die Türkei sehr gefragt.

Geplant sind unter anderem klarere Definitionen dessen, was als Pauschalreise gilt, sowie eindeutige Regelungen zu den Rechten der Reisenden bei Ausfällen oder Rücktritt. Besonders umstritten ist die geplante Ausweitung des Pauschalreisebegriffs: Künftig sollen auch mehrere einzeln gebuchte Reiseleistungen automatisch als Pauschalreise gelten, wenn sie zeitlich nah beieinander liegen, wodurch Reisebüros stärker in die volle Veranstalterhaftung genommen würden.

Branchenverbände und Experten warnen, dass diese neuen Vorgaben zu höheren Kosten für Pauschalreisen führen und kleine sowie mittelständische Anbieter erheblich belasten könnten. Sie befürchten, dass die erweiterten Pflichten und Haftungsrisiken die Flexibilität bei der Reisegestaltung einschränken und letztlich auf die Verbraucher in Form steigender Preise abgewälzt werden.

Die Richtlinie soll innerhalb von bis zu 36 Monaten von den EU-Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden, weshalb die neuen Regeln voraussichtlich erst ab 2029 gelten.

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