Die australische Fluggesellschaft Qantas startet im nächsten Jahr den längsten kommerziellen Flug der Welt. Wir werden einen Blick darauf, was die Passagiere an Bord erwarten können.
Ultralangstreckenflüge sind ein kontroverses Thema unter Vielfliegern. Denn sie müssen zwischen einer schnellen Ankunft und Komfort entscheiden - dazu gehört, in der Lounge duschen zu können und während einer Zwischenlandung etwas zu essen.
Die australische Fluggesellschaft Qantas startet im nächsten Jahr den längsten kommerziellen Flug der Welt.
An Bord der A350-1000ULR (Ultra Long Range) werden die Passagiere bis zu 22 Stunden nonstop in der Luft sein, wobei zwei neue Direktverbindungen zwischen Sydney und London bzw. New York bestehen.
Zum Vergleich: Der derzeit längste kommerzielle Linienflug - Singapore Airlines zwischen Newark Liberty International Airport und Changi Airport - dauert 18 Stunden und 30 Minuten.
Das speziell konfigurierte Flugzeug kann dank eines zusätzlichen 20.000 Liter fassenden hinteren Mitteltanks länger fliegen.
Das erste dieser Flugzeuge befindet sich derzeit in Toulouse, wo es Anfang dieser Woche mit Triebwerken ausgestattet wurde. Das Flugzeug ist nun bereit für letzte Bodenkontrollen, gefolgt von einer zweimonatigen Flugerprobung.
Was die Passagiere an Bord der A350-1000ULR erwarten können
Laut Qantas verfügen die Kabinen über ein wissenschaftlich fundiertes Design, das den "Jetlag minimiert und das Wohlbefinden maximiert".
Anstelle der über 300 Sitze, die bei anderen A350-1000-Betreibern zu finden sind, werden die Flugzeuge von Qantas eine Konfiguration mit 238 Sitzen haben.
Der dadurch gewonnene Platz wurde genutzt, um zwischen der Premium-Economy- und der Economy-Kabine eine "Wohlfühlzone" einzurichten, zu der alle Passagiere Zugang haben.
Der Bereich verfügt über integrierte Griffe zum Strecken sowie über Bildschirme, die durch Trainingsprogramme führen können. Außerdem gibt es Zugang zu einer Reihe von Erfrischungsgetränken und leichten Snacks zur Selbstbedienung.
Was die Sitze betrifft, so gibt es sechs First-Class-Suiten, 52 Business-Class-Suiten, 40 Premium-Economy-Sitze und 140 Economy-Sitze.
Im Vergleich zu den A380-Suiten bieten die First Class-Suiten 50 % mehr Platz, mit einem 56 cm breiten verstellbaren Sessel und einem separaten zwei Meter langen flachen Bett.
In der Business Class sind die Sitze 63,5 cm breit - 2,5 cm mehr als im A380 - und lassen sich in ein zwei Meter langes flaches Bett verwandeln.
Premium-Economy-Kunden haben einen Sitzabstand von einem Meter und eine verstellbare, geflügelte Kopfstütze. In der Economy Class beträgt der Sitzabstand 83,8 cm, es gibt eine Wadenstütze und eine sechsfach verstellbare Kopfstütze.
Zum Vergleich: Der Sitzabstand ist der Abstand zwischen den Sitzreihen und beträgt bei Billigfluggesellschaften wie Ryanair 76,2 cm.
Dank der Partnerschaft von Qantas mit Viasat steht allen Passagieren kostenloses Hochgeschwindigkeits-WLAN zur Verfügung, und sie können auch Ihre eigenen Bluetooth-fähigen Kopfhörer an das Bordunterhaltungssystem anschließen.
Die Geschichte des "Project Sunrise"
Projekt Sunrise - der Spitzname für das Vorhaben, Ultralangstreckenflüge zwischen der australischen Ostküste und Städten wie New York, London, Paris, Kapstadt und Rio de Janeiro einzurichten - wurde erstmals im Jahr 2017 diskutiert.
In Anlehnung an die "Double Sunrise"-Dauerflüge, die Qantas während des Zweiten Weltkriegs zwischen Crawley in Westaustralien und dem RAF-Stützpunkt Koggala im heutigen Sri Lanka durchführte, wurden sowohl Airbus als auch Boeing damit beauftragt, die Flugreichweite ihrer nächsten Generation von Langstreckenflugzeugen zu erhöhen, um solche Strecken zu ermöglichen.
Im Jahr 2019 fanden Testflüge statt, doch dann wurde das Projekt aufgrund der Covid-19-Pandemie auf Eis gelegt.
Im Mai 2022 gab die Fluggesellschaft bekannt, dass sie 12 Airbus A350-1000 bestellt hat, um ab Ende 2025 Flüge von Sydney nach London und New York anbieten zu können.
Nun sollen diese Flüge in der ersten Hälfte des Jahres 2027 aufgenommen werden, obwohl noch keine genauen Termine bekannt gegeben wurden.
"Angesichts der Position Australiens in der Welt hat Qantas eine lange Tradition im Überwinden von Grenzen in der Luftfahrt", sagte Vanessa Hudson, CEO der Qantas-Gruppe, nachdem sie im November die ersten Bilder des Flugzeugs enthüllt hatte.
"Das Projekt Sunrise wird nicht nur die Tyrannei der Entfernung überwinden, sondern auch die Art und Weise, wie unsere Kunden die Welt bereisen, grundlegend verändern."