Skyscanner hat die Reiseziele mit dem geringsten Suchinteresse dieser Saison ausgewertet und eine Liste ruhiger Orte zum Besuch ohne Gedränge erstellt.
Reiseziele wie Barcelona, Venedig, Dubrovnik und Mykonos werden immer beliebt bleiben. Wenn Sie jedoch in der Hochsaison unterwegs sind, handeln Sie am verantwortungsvollsten, wenn Sie sich ein anderes Ziel aussuchen.
Damit unterstützen Sie nicht nur Orte, die gegen Overtourism ankämpfen, sondern Sie profitieren auch selbst von weniger Gedränge – ganz gleich, wohin Sie stattdessen reisen.
Zum Glück hat Skyscanner die Daten ausgewertet und acht spannende, bislang wenig beachtete Reiseziele in Europa herausgefiltert – jene mit dem geringsten Suchinteresse für diesen Sommer.
Die Palette reicht von „Coolcations“ in weniger bekannten finnischen Städten bis zu griechischen Inseltrips abseits der Hotspots. Hier einige Ideen, wohin es gehen könnte.
Turku, Finnland
Viele reisen derzeit nach Oulu wegen seines Programms als Europäische Kulturhauptstadt oder nach Finnisch-Lappland, um die Mitternachtssonne zu erleben. Skyscanner findet jedoch: Turku sollte ebenfalls auf Ihrer Liste stehen.
Turku ist die älteste Stadt Finnlands. Im Zentrum stehen zahlreiche historische Gebäude – vom Alten Großen Markt bis zum Dom von Turku. Jeden Sommer setzt die Stadt noch einen drauf: Beim Mittelalterfestival „Medieval Turku“ gibt es Unterhaltung, Handwerk sowie Speisen und Getränke wie aus vergangenen Zeiten.
Turku hat außerdem eine lebendige Food-Szene. Viele Restaurants setzen konsequent auf Nachhaltigkeit. Suchen Sie sich ein Lokal direkt am Ufer des Aura aus oder reservieren Sie im Kaskis – dem ersten Restaurant außerhalb Helsinkis mit einem Michelin-Stern.
Crotone, Italien
Apulien, der „Absatz“ des italienischen Stiefels, ist bei Touristen sehr beliebt. Die „Zehenspitze“ Kalabrien erhält deutlich weniger Aufmerksamkeit.
Hier liegt Crotone, eine bedeutende antike griechische Stadt. Ihr berühmtester ehemaliger Einwohner war der Philosoph Pythagoras.
Heute können Sie die vielschichtige griechische, römische und moderne italienische Geschichte der Stadt erkunden. Besuchen Sie den Archäologischen Park Capo Colonna mit den Überresten eines dorischen Tempels oder das Archäologische Nationalmuseum von Crotone, in dem die wichtigsten Funde der Region ausgestellt sind.
Neben Geschichte bietet Crotone auch schöne Strände. Die Stadt eignet sich zudem als Ausgangspunkt für Besuche der drei Nationalparks der Region: Sila, Aspromonte und Pollino.
Kalymnos, Griechenland
Die Dodekanes-Inselgruppe in der Ägäis ist vor allem durch Kos und Rhodos bekannt. Auch Kalymnos, die drittbevölkerungsreichste Insel, lohnt jedoch eine Reise.
In den vergangenen Jahren hat sich die Insel zu einem Top-Ziel für Kletterinnen und Kletterer entwickelt. Es gibt fast 2.500 Sportkletterrouten – von leicht bis extrem anspruchsvoll.
Wer lieber wandert, findet zahlreiche kürzere Wege. Außerdem gibt es den zehntägigen Kalymnos Trail, der auf rund hundert Kilometern einmal um die Insel führt.
Früher war Kalymnos für den Schwammtaucher-Betrieb bekannt. Diese Branche ist durch Überfischung leider verschwunden, doch heute zieht die Insel viele Sporttaucherinnen und -taucher an.
Ioannina, Griechenland
Abseits der Inseln bietet das griechische Festland viele Geheimtipps – darunter Ioannina im Nordwesten des Landes.
Ioannina liegt am Pamvotida-See. Von hier aus können Sie mit dem Boot zur kleinen Insel in der Seemitte übersetzen und deren Klöster besuchen oder im Kajak um sie herum paddeln.
In Ioannina selbst lohnt sich ein Spaziergang durch die Festung, die auf die Zeit des Byzantinischen Reiches zurückgeht. Innerhalb der Mauern zeigt das Silberschmiede-Museum die Geschichte jenes Handwerks, für das die gesamte Region berühmt ist.
Pico, Portugal
Der portugiesische Archipel der Azoren wird insgesamt immer beliebter. Einige Inseln geraten dabei jedoch leicht ins Hintertreffen.
Ein Tipp für Wanderfans ist die Insel Pico. Hier steht mit dem 2.315 Meter hohen Pico der höchste Berg Portugals. Auf der Webseite von Visit Azores finden Sie die wichtigsten Wanderwege.
Der Weinbau auf Pico reicht bis ins fünfzehnte Jahrhundert zurück und gehört zum UNESCO-Welterbe. Vor Ort können Sie Weinproben und Führungen durch die Weinberge buchen.
Clermont-Ferrand, Frankreich
Clermont-Ferrand wird von der Vulkanlandschaft der Chaîne des Puys umgeben. Die Geologie hat der Stadt ihren Stempel aufgedrückt: Viele Gebäude bestehen aus dem dunklen Vulkangestein der Region, darunter auch der beeindruckende gotische Dom im Zentrum.
Rund um die Stadt verlaufen zahlreiche Wanderwege zu den rund achtzig Vulkanen. Eine Übersicht bietet die Tourismus-Webseite Clermont Auvergne Volcans.
Clermont-Ferrand ist außerdem Sitz des Reifenherstellers Michelin. Passend dazu gibt es in der Stadt vier Restaurants mit Michelin-Stern – darunter das Le Pré, das gleich zwei Sterne trägt.
Kiruna, Schweden
Die nördlichste Stadt Schwedens, Kiruna, schaffte es im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen, als ihre markante Kirche innerhalb von zwei Tagen vollständig versetzt wurde.
Neben einem Besuch der Kirche an ihrem neuen Standort lohnt sich ein Abstecher ins Besucherzentrum des Unternehmens LKAB. Dort erfahren Sie mehr über die größte unterirdische Eisenerzmine der Welt – und den Grund für die Verlegung des Stadtzentrums.
Kiruna liegt rund zweihundert Kilometer nördlich des Polarkreises. Im Sommer scheint hier die Mitternachtssonne und verschafft Ihnen extra viel Zeit für Wanderungen in den umliegenden Bergen.
Astypalaia, Griechenland
Ebenfalls Teil des Dodekanes ist Astypalaia, eine schmetterlingsförmige Insel wie aus dem Bilderbuch – nur ohne die Menschenmassen.
Sie können durch die weiß getünchten Gassen schlendern, zur venezianischen Burg Querini hinaufsteigen und die traditionellen Windmühlen in Chora fotografieren. Das Wichtigste ist jedoch: einfach an einem der Strände die Seele baumeln lassen.