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Reiseziel Beton-Architektur: Warum Brutalismus auf Social Media trendet

Der Hauptsitz der Post ist ein spektakuläres Beispiel für brutalistische Architektur in Skopje
Der Hauptsitz der Post ist ein spektakuläres Beispiel für brutalistische Architektur in Skopje Copyright  Dianne Apen-Sadler
Copyright Dianne Apen-Sadler
Von Dianne Apen-Sadler
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Der umstrittene Stil lässt sich in Skopje in Nordmazedonien am besten während eines Spaziergangs erkunden - so wie in vielen anderen Städten Europas. Euronews hat sich in Skopje umgesehen.

Unsere Instagram-Feeds haben sich seit dem Start der Plattform im Jahr 2010 stark verändert. Früher boten die Posts einen Einblick in den (geschönten) Alltag. Heute teilen User oftmals eher ihre vermeintlichen Erfolge und natürlich ihren Urlaub. Dabei geht es oft um Wiedererkennbarkeit.

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Deshalb stehen Menschen vor den blauen Kuppeln von Oia auf Santorin oder vor dem Itsukushima-Schrein in Japan Schlange, um das "perfekte" Foto zu machen. In Barcelona wurde sogar eine eigene Selfie-Zone vor der Sagrada Família eingerichtet, um Zusammenstöße mit Einheimischen zu vermeiden.

Brutalismus trendet

Dabei es gibt einen wachsenden Trend, der die Bildschirme erobert, und der ist nicht das, was man normalerweise als ästhetisch ansprechend betrachtet. Die Rede ist von brutalistischer Architektur.

Die kahlen, von Beton dominierten Gebäude, die in der Nachkriegszeit entstanden, sind nicht gerade ein gefundenes Fressen für die sozialen Medien, aber das hält Touristen nicht davon ab, in Scharen in die ehemals sozialistischen Länder zu reisen, um sie zu sehen. Davon abgesehen ist Brutalismus aber auch anderswo in Europa zu finden.

Die mazedonische Akademie der Wissenschaften und Künste ist einer der Orte, die Sie auf der Tour durch die brutalistische Architektur besuchen werden
Die mazedonische Akademie der Wissenschaften und Künste ist einer der Orte, die Sie auf der Tour durch die brutalistische Architektur besuchen werden Dianne Apen-Sadler

Skopje, ein brutalistischer Traum

Ein Ort, der von diesem Trend profitiert, ist Skopje, die Hauptstadt von Nordmazedonien.

Nach einem verheerenden Erdbeben im Jahr 1963, bei dem 80 Prozent der Gebäude der Stadt zerstört wurden, eilten Architekten aus aller Welt herbei, um beim Wiederaufbau zu helfen, was dazu führte, dass die verschiedensten brutalistischen Stile ihre Spuren hinterließen.

Aleksandra Georgieva, eine Einheimische aus Skopje, hat erst vor zwei Monaten eine "Tip-what-you-can"-Tour durch die brutalistische Architektur der Stadt ins Leben gerufen, weil sie ihre Liebe zu diesem Baustil mit Touristen teilen wollte.

"In dieser Zeit haben es mazedonische Architekten geschafft, einen großen Beitrag zur Stadt zu leisten", sagte sie Euronews Travel kürzlich währende einer Tour. Und weiter: "Es ist ein umstrittener Architekturstil, aber ob man ihn mag oder nicht, die Stadt wurde nach dem Erdbeben völlig neu geboren."

Umstritten ist noch milde ausgedrückt. Kritiker sind dafür, die Fassaden dieser brutalistischen Gebäude zu verändern, um ihnen ein neoklassisches Aussehen zu geben - etwas, das Skopje geschehen sollte. Einige Bauten wurden aber tatsächlich verändert, so das Parlament und andere Gebäude rund um den Hauptplatz der Stadt.

Die Tour umfasst auch die National- und Universitätsbibliothek St. Clemens in der Stadt Ohrid
Die Tour umfasst auch die National- und Universitätsbibliothek St. Clemens in der Stadt Ohrid Dianne Apen-Sadler

Georgieva sieht die Veränderung von Fassaden kritisch: "Ich denke, wir haben die Chance verpasst, die Stadt Skopje unmittelbar nach dem Erdbeben im neoklassizistischen Stil wiederaufzubauen."

In der Zwischenzeit sei der Brutalismus "zu einem der wichtigsten Architekturstile in der Stadt. Er ist vielleicht nicht der beliebteste, aber er ist sehr authentisch und typisch und hebt Skopje von anderen Städten ab", so Georgieva.

Ihre Tour führt zu Gebäuden wie der Mazedonischen Akademie der Wissenschaften und Künste, die zwar brutalistisch ist, aber von japanischen Tempeln inspiriert wurde, zum City Trade Centre, das immer noch ein wichtiger Teil des Stadtgefüges ist, und zum Hauptsitz der Post, der nach Maßstäben des Brutalismus tatsächlich spektakulär daherkommt.

Wo sonst steht brutalistische Architektur?

Das Londoner Barbican Centre ist vielleicht eines der berühmtesten Beispiele brutalistischer Architektur. Über die Website des Zentrums für darstellende Künste können Sie eine 90-minütige Tour buchen.

Jerewan, die Hauptstadt Armeniens, ist ein weiterer Hotspot für Liebhaber, und der Kaskadenkomplex ist ein echtes Highlight. Eine zweistündige Fahrt aus der Stadt heraus bringt Sie auch zum berühmten radiooptischen Orgov-Teleskop.

Zu den weiteren Top-Städten, die sich dem Trend verschrieben haben, gehören Belgrad, Paris und auch Berlin.

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