Neue Einreiseregeln erlauben Staatsbürgern aus 113 Ländern, bis zum ersten Juli 2026 ohne Visum ins Land zu kommen und zu reisen.
Armenien, im Hochland Westasiens gelegen, ist für Europäerinnen und Europäer jetzt leichter erreichbar.
Das Land mit windumtosten Gipfeln, mittelalterlichen Klöstern aus Stein und einer Hauptstadt voller Monumentalbauten gerät oft aus dem Blick. Dabei liegt es von vielen europäischen Ländern nur einen Kurz- bis Mittelstreckenflug entfernt.
Neue Einreiseregeln bedeuten, dass Staatsangehörige aus Dutzenden Ländern, darunter der EU und dem Vereinigten Königreich, nun kein Visum mehr benötigen.
Darum gehört Armenien auf Ihre Reiseliste für zweitausendsechsundzwanzig.
Armenien lockert die Visapflicht
Armenien schafft die Visumpflicht für 113 Staaten vorübergehend ab – bis zum ersten Juli 2026.
Dazu gehören Inhaberinnen und Inhaber gültiger Aufenthaltstitel für die EU- und Schengen-Staaten (Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein) sowie für das Vereinigte Königreich, die USA und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Reisende aus diesen Ländern dürfen sich nun bis zu 180 Tage innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr ohne Visum in Armenien aufhalten.
Mit den gelockerten Einreisebestimmungen will das Land den Tourismus ankurbeln und Besucherinnen und Besucher das ganze Jahr über anlocken.
„Diese Entscheidung ist eine klare Einladung an Reisende aus aller Welt“, sagt Lusine Gevorgyan, Vorsitzende des armenischen Tourismusausschusses.
„Armenien ist offen und heißt alle willkommen, und wir freuen uns darauf, unsere Kultur, unsere Landschaften und unsere Gastfreundschaft im Laufe des Jahres zweitausendsechsundzwanzig mit noch mehr Gästen zu teilen.“
Warum sich Armenien im Jahr zweitausendsechsundzwanzig lohnt
Armenien bietet eine erstaunliche Vielfalt an Erlebnissen, die Abenteuerlustige, Kulturliebende und Feinschmeckerinnen und Feinschmecker gleichermaßen anzieht.
„Mit seinen uralten Klöstern, der dramatischen Bergkulisse, der lebendigen Food-Szene und seinen tief verwurzelten Traditionen bietet Armenien eine einzigartige Mischung aus Geschichte und modernem Leben“, sagt Gevorgyan.
„Von Jerewans ausgeprägter Café-Kultur und den Museen bis zu Wanderwegen und UNESCO-Welterbestätten – das Land bietet das ganze Jahr über sehr unterschiedliche Reiseerlebnisse.“
Wanderwege und Klöster
Im Kleinen Kaukasus durchziehen wilde Trekkingpfade das Gebirge und führen zu Vulkangipfeln wie dem 4.090 Meter hohen Berg Aragats und dem Azhdahak. Der spektakuläre Transkaukasische Wanderweg verläuft zudem auf gut 800 Kilometern durch das Land.
Auf vielen Routen verbinden sich Kultur und Natur: Wanderwege führen zu spektakulär einsam gelegenen Klöstern. Im Nationalpark Dilijan, der oft als „Schweiz Armeniens“ gilt, entdecken Wandernde etwa die von Wald überwucherten Klöster Goshavank, Matosavank und Jukhtakvank.
Ganz in der Nähe liegt der Sewansee, einer der größten hoch gelegenen Süßwasserseen der Welt.
Weiter nördlich liegen die Klöster Haghpat und Sanahin, die ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählen. Sie entstanden zwischen dem zehnten und dem dreizehnten Jahrhundert und waren einst bedeutende religiöse Zentren für Bildung und Handschriftenproduktion.
Wer den Süden des Landes erkundet, findet ebenfalls zahlreiche spirituelle Orte.
„Ein Abstecher nach Dilijan lohnt sich, um das wohl heiligste Kloster Armeniens zu sehen – das über tausend Jahre alte Kloster Chor Virap“, sagt Ance Švajnzger, Osteuropa-Direktorin des Reiseveranstalters Intrepid Travel, gegenüber Euronews Travel.
Wandernde folgen auch Pfaden zum Kloster Geghard, einem UNESCO-Welterbe, das teilweise direkt in den Fels des oberen Azat-Tals gehauen ist.
Museen und lebendige Café-Kultur
Nach Abenteuern in der Natur lohnt ein Abstecher in die Hauptstadt Jerewan. Die Stadt beeindruckt mit Architektur aus der Sowjetzeit – von neoklassizistischen Arkaden bis zu markanten brutalistischen Bauten.
Mehrere Museen von Rang laden zum Besuch ein. Dazu gehören die Bibliothek Matenadaran mit Tausenden antiken griechischen und armenischen Handschriften sowie das Historische Museum Armeniens mit einem reichen Bestand archäologischer Funde.
Auch die Gegenwartskultur kommt nicht zu kurz: In den belebten Cafés entlang der North Avenue, auf dem Flohmarkt Vernissage und im Cafesjian Center for the Arts erlebt man eine lebendige Szene mit Ausstellungen aufstrebender Künstlerinnen und Künstlern, internationalen Kooperationen und Festivals.
Švajnzgers Lieblingsstadt liegt allerdings anderswo: Gyumri im Nordwesten Armeniens.
„Es ist eine Stadt voller warmherziger, offener Menschen und einer kulinarischen Szene, die einen am liebsten gar nicht mehr abreisen lässt“, sagt sie.
„Unbedingt besuchen sollte man die Aregak Bäckerei und das dazugehörige Café – Armeniens erstes inklusives Café, in dem junge Erwachsene mit Behinderungen und Mütter von Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf arbeiten. Es ist ein außergewöhnlich herzlicher, inklusiver Ort, an dem man sich sofort zu Hause fühlt.“