Diese polnische Stadt lockt mit günstigen Flügen, fairen Hotel- und Restaurantpreisen sowie eindrucksvollen Wanderwegen, Bauten aus der Geschichte und Kunst der Renaissance.
Kraków, die einstige königliche Hauptstadt Polens, rückt noch stärker in den Fokus des europäischen Städtetourismus, nachdem das Magazin Global Traveler die Stadt zur besten Freizeitdestination Europas gekürt hat.
Bei den Leisure Lifestyle Awards 2026 landete die südpolnische Metropole vor Sevilla, Porto, Istanbul und Lissabon. Die Leserinnen und Leser von Global Traveler wählten die Siegerziele in einer Umfrage.
„Über diese Gewinner entscheiden Menschen, die viel unterwegs sind und ständig nach der perfekten Balance suchen“, erklärte das Magazin.
Diese Auszeichnung fällt in eine Phase ungebrochener Nachfrage nach Kraków. Im Jahr 2025 kamen fast 700.000 internationale Gäste. Besonders viele Besucherinnen und Besucher reisten aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den USA an.
Die Besucherzahlen gehen nicht zurück; deshalb prüfen die lokalen Behörden Maßnahmen für ein nachhaltigeres Tourismusmanagement.
Über eine mögliche Touristensteuer wird seit 2017 diskutiert. Die vorgesehenen Einnahmen sollen die Pflege öffentlicher Räume finanzieren, das lokale Erbe bewahren und den Druck auf die Bewohnerinnen und Bewohner mindern, der durch die wachsende Nachfrage nach Freizeitangeboten in der Stadt entsteht.
Kulturelle Highlights
Hin- und Rückflüge von Brüssel nach Kraków gibt es in diesem Sommer schon ab 67 Euro pro Person. Eine Übernachtung im einfachen Hotel kostet rund 40 Euro. Damit gehört die polnische Stadt zu den günstigeren Zielen in Europa. Doch wie könnte ein Programm vor Ort aussehen?
Die historische Altstadt umfasst die mittelalterlich verbriefte Stadt Kraków, den Wawel-Hügel mit seinem Schlosskomplex sowie das Viertel Kazimierz. Das Ensemble gehört seit 1978 zum UNESCO-Welterbe und beherbergt die größte Dichte an historischen Bauwerken Polens mit herausragendem geschichtlichem und künstlerischem Wert.
Kulturinteressierte schätzen vor allem das frisch restaurierte Czartoryski-Museum im Zentrum. Dort ist unter anderem Leonardo da Vincis Gemälde „Dame mit dem Hermelin“ zu sehen.
Das unterirdische Museum Rynek Underground führt durch die Geschichte der Stadt. Die Ausstellung zeigt Funde aus dem 13. und 14. Jahrhundert: Marktstände, mittelalterliche Werkstätten, einen Friedhof und zahlreiche Alltagsgegenstände aus der jeweiligen Zeit.
Nach dem Museumsbummel und Fotos vom Rathausturm lockt der lebhafte Rynek Główny. Rund um den riesigen Platz reihen sich Restaurants, Cafés, Läden und Hotels.
Freizeit und Natur
Kraków lässt sich gut zu Fuß erkunden. Grüne Oasen wie der Decius-Park, einer der ältesten Parks der Stadt, sind berühmt für ihre Blumenpracht und Hainbuchenalleen. Speziell ausgewiesene Radwege wie die Weichsel-Route eignen sich, um die Stadt in ruhigem Tempo zu erleben.
Wer es rasanter mag, testet die Kartbahnen in der Stadt oder dreht Runden auf den Eisbahnen in- und outdoor. Im „kleinen Seengebiet“ von Przylasek Rusiecki gibt es zudem Badestellen, die im Sommer kostenlos zugänglich sind.
Zur Freizeitlandschaft gehören außerdem Bowlingbahnen, Paintball-Parks sowie Kletterhallen und Klettergärten. Zentren wie GOjump (Rzemieślnicza) bieten zusätzlich Parkour, Snowboard-Training, Wakeboard- und Kiteboard-Anlagen sowie Aerial Yoga.
Nur wenige Kilometer außerhalb der historischen Altstadt beginnen sanft hügelige Wälder, überragt von bizarren Jurakalk-Felsen. Der Ojcowski-Nationalpark ist mit Bus oder Taxi in rund 45 Minuten erreichbar und bietet eine ruhige Auszeit mit vielen Kilometern an Wander- und Radwegen.
Entlang gut markierter Wege entdecken Besucher Burgruinen und neolithische Höhlen. Danach laden einige kleine Cafés zu einer Pause ein.
Von Kraków sind es zudem nur zwei Stunden bis nach Zakopane, einem Touristenort mit weiteren Panoramapfaden, Kiefernwäldern und Bergseen für alle, die viele Schritte sammeln wollen.
Essen und Ausgehen
Wer bei Flug und Unterkunft spart, hat im Reisebudget mehr Luft für gutes Essen – egal ob günstige lokale Snacks oder ein Abend in einem teuren Restaurant.
Polens Antwort auf die Pizza, die Zapiekanka, ist ein sättigendes und preiswertes Abendessen. Der Streetfood-Klassiker besteht aus einem halben Baguette, das mit verschiedenen Zutaten nach Wahl belegt wird.
Und wer sich etwas Besonderes gönnen möchte, findet im Guide Michelin (Quelle auf Englisch) zweiundzwanzig empfohlene Adressen in und um die Stadt – darunter Filipa 18, wo moderne Interpretationen der klassischen polnischen Küche serviert werden.