Ein neuer Nachtfährdienst zwischen Cork und Boulogne-sur-Mer hat den Betrieb aufgenommen. Er bringt nach fünfzehn Jahren wieder Passagiere in den Hafen und bietet Reisenden eine Route ohne Umweg über das Vereinigte Königreich.
Eine neue Fährverbindung zwischen Frankreich und Irland hat am Freitag (12. Juni) ihren Betrieb aufgenommen. Damit kehren erstmals seit 15 Jahren wieder internationale Passagierverbindungen nach Boulogne-sur-Mer zurück.
Die von Hibernia Line betriebene Nachtverbindung nach Cork soll den Tourismus und den Handel zwischen beiden Ländern stärken. Außerdem bietet sie Reisenden eine weitere Möglichkeit, das europäische Festland zu erreichen, ohne durch das Vereinigte Königreich zu reisen.
Die Route verkehrt montags bis samstags sechsmal täglich in beide Richtungen, zwischen dem französischen Hafen und Ringaskiddy, einem Ort im County Cork.
Die Fähren legen in Cork um 21:00 Uhr GMT und in Boulogne-sur-Mer um 22:00 Uhr GMT ab. Die Überfahrt dauert rund 21 Stunden, in der Nacht von Samstag auf Sonntag 24 Stunden.
„Das ist wirklich sehr bewegend; es ist der Abschluss jahrelanger Arbeit, Abstimmung und der Bemühungen, von Grund auf eine Route nach Irland aufzubauen“, schrieb der Bürgermeister von Boulogne-sur-Mer, Frédéric Cuvillier, auf seiner Facebook-Seite.
Die Fahrten erfolgen mit zwei Schiffen namens St Patrick und Akka. Beide bieten Platz für 600 Passagiere und 130 Frachteinheiten.
Derzeit können die Schiffe Autos und andere Fahrzeuge aufnehmen; Fußpassagiere kommen ab dem 1. Juli an Bord.
In den vergangenen Jahren sind Fährverbindungen zwischen Irland und Frankreich immer beliebter geworden. Viele Unternehmen versuchen, wegen der mit dem Brexit verbundenen Schwierigkeiten das Vereinigte Königreich beim Warentransport zu umgehen.
Derzeit betreiben mehrere Reedereien Verbindungen zwischen Frankreich und Irland, darunter Brittany Ferries, Irish Ferries und DFDS.
Für Boulogne ist der Start besonders erfreulich, denn es sind die ersten internationalen Schiffe, die dort seit etwa 15 Jahren wieder anlegen.
„Ich liebe Menschen, die an Boulogne glauben“, kommentierte Cuvillier.
Nicht-EU-Passagiere müssen bei der Ankunft in Boulogne-sur-Mer die Bestimmungen des Entry/Exit System (EES) erfüllen. Irland gehört zwar zur EU, ist aber nicht Teil des Schengen-Raums.