Laut einem neuen Bericht schneiden europäische Länder bei der Qualität der Badegewässer gut ab; die meisten gelten für Schwimmer als unbedenklich.
Die Strände, Seen und Flüsse Europas schneiden bei der Wasserqualität weiterhin sehr gut ab. Die große Mehrheit der Badestellen erfüllt die EU-Vorgaben, wie aus dem Badegewässerbericht 2025 hervorgeht.
Von Irland über Estland bis Zypern erfüllten 96 % aller überwachten europäischen Badestellen die Mindestanforderungen; nur rund eineinhalb Prozent galten als „mangelhaft“.
Die Badegewässer an den Küsten schneiden generell besser ab als Flüsse und Seen. In der EU stuften die Behörden 88 % der Küstengewässer als ausgezeichnet ein, bei den Binnengewässern waren es 78 %.
Laut Bericht hängt das mit den Eigenschaften vieler Binnengewässer in Mitteleuropa zusammen. Dort bestehen die Gewässer oft aus kleinen Seen, Teichen und langsam fließenden Flüssen.
Solche Gewässer reagieren empfindlicher auf kurzfristige Verschmutzungen nach Starkregen oder Dürren, besonders im Sommer.
Die Qualität der Badegewässer wird in die Kategorien „ausgezeichnet“, „gut“, „ausreichend“ und „mangelhaft“ eingeteilt. Grundlage sind die gemessenen Werte von E. coli und intestinalen Enterokokken, also zentrale Indikatoren für fäkale Verunreinigung und damit verbundene Gesundheitsrisiken.
Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur (EEA) kann verschmutztes Badewasser zu Magen-Darm-Erkrankungen wie Übelkeit und Durchfall führen, außerdem zu Infektionen der Ohren, Augen und der oberen Atemwege.
Sauberste Badegewässer in Europa
Das Land mit der insgesamt besten Wasserqualität ist Zypern: Dort gelten 100 % der Badestellen als ausgezeichnet. Es folgen Griechenland (97,1 %), Bulgarien (96,9 %) und Österreich (96,5 %).
Auch die Küstengewässer Litauens und Sloweniens erreichten durchweg die Bestnote. Ihre Binnengewässer zogen den Gesamtdurchschnitt jedoch nach unten.
Bei Seen, Flüssen und Teichen liegt die beste Wasserqualität in Österreich und Finnland. Dort stuften die Behörden jeweils rund 95 % der Binnengewässer als ausgezeichnet ein.
Dänemark (94,3 %), Luxemburg (94,1 %) und Deutschland (91,5 %) komplettieren die Top fünf.
Schlechteste Badegewässer
In drei EU-Staaten, Estland, den Niederlanden und Frankreich, galten im Jahr 2025 mindestens drei Prozent der Badegewässer als mangelhaft.
In Albanien erhielten nur 16,8 % der Badestellen die Bewertung „ausgezeichnet“ – der niedrigste Anteil in ganz Europa.
Nur in vier weiteren Ländern lag der Anteil der als ausgezeichnet bewerteten Gewässer unter 70 %: Estland (56,9 %), Polen (58,7 %), Ungarn (64,0 %) und Belgien (67,9 %).
Schaut man nur auf Binnengewässer, weist Spanien die schlechteste Wasserqualität auf. Mehr als elf Prozent der Flüsse und Seen gelten dort als mangelhaft, nur 53,1 % als ausgezeichnet – der niedrigste Wert im europäischen Vergleich.
Auch Slowenien, Portugal und Kroatien verzeichnen sehr geringe Werte bei der Qualität ihrer Binnenbadestellen.
Flüsse bleiben Problemfall
Flussbadegewässer bleiben laut Bericht ein besonderes Problem. Nur 47 % der rund 1.200 ausgewiesenen Flussbadestellen in Europa erreichten 2025 die Bestnote.
Der Bericht nennt die rasche Verstädterung und die Verschmutzung während der Industriellen Revolution als Hauptursachen für die schlechte Wasserqualität in vielen europäischen Flüssen.
Heute beeinträchtigen vor allem kurzfristige Verschmutzungen nach Starkregen die Wasserqualität in Flüssen. Dazu gehören Mischwasserüberläufe aus der Kanalisation und abgeschwemmtes Regenwasser. Hinzu kommen Belastungen aus der Landwirtschaft sowie fäkale Einträge von Wildtieren und Weidevieh an den Ufern.
Nach Angaben der EEA hat sich die Wasserqualität vieler innerstädtischer Flüsse und Gewässer dank europäischer Wasserpolitik nach und nach erholt. In mehreren europäischen Städten ist Baden in Flüssen inzwischen wieder möglich.