Die Dampfbahnen verkehren inzwischen nur noch im Sommer als touristische Attraktion und verbinden die Bahnhöfe Realp und Oberwald.
Eisenbahnfans feiern an diesem Wochenende das 100-jährige Bestehen einer historischen Schweizer Bahnstrecke.
Historische Dampfloks bringen Touristinnen und Touristen durch die spektakuläre Alpenlandschaft.
Der Furkapass auf 2.431 Metern gehört zu den höchsten Alpenübergängen der Schweiz. Berühmt ist er für seine Haarnadelkurven, die bereits im James-Bond-Film „Goldfinger“ von 1964 zu sehen waren.
Lange bevor 007-Darsteller Sean Connery dort eine riskante Verfolgungsjagd drehte, fuhr hier schon eine Dampfbahn. Am 3. Juli 1926 bewältigte sie erstmals die steile, kurvenreiche Strecke in einem Zug und schuf damit jahrzehntelang eine wichtige Verbindung zwischen den Kantonen Uri und Wallis in der Zentralschweiz.
Historische Waggons und Alpenpanorama
Anfang der 1980er-Jahre lenkte ein neuer Tunnel am Alpenfuß den Bahnverkehr um. Die historische Bergstrecke wurde stillgelegt, bis Freiwillige einschritten.
Hunderte von ihnen, die man „Pioniere“ der Bahn nennt, investierten unzählige Stunden in Restaurierung, Pflege und Betrieb der alten Gleise und Züge. Heute rollen sie wieder fast so wie vor einem Jahrhundert.
Der erste Abschnitt der Strecke öffnete 1992 als Museumsbahn. Seit 2010 ist die 18 Kilometer lange Trasse vollständig befahrbar.
Heute verkehren die Dampfbahnen nur noch im Sommer als touristische Attraktion zwischen den Bahnhöfen Realp und Oberwald. Dort steigen Gäste in historische Waggons und blicken auf Flüsse, Alpenwiesen und saftig grüne Weiden, auf denen selbst im Sommer noch Schneeflecken liegen.
Schon im vergangenen Monat genossen Reisende ihre Tour durch die deutschsprachige Region in der „Dampflokomotive“. Fahrgast Stephan Willareth nannte seine Fahrt „wundervoll“. Kurt Guldemann, früher bei den Schweizer Bahnen beschäftigt, schwärmte von der Geschichte der Maschinen.
„Wie eine lebendige Maschine“
Bernhard Lang, einer der vielen Enthusiasten, die ehrenamtlich die alten Dampfloks fahren, sagt, man brauche Jahre, um das Handwerk zu beherrschen.
„Es ist so etwas wie eine lebendige Maschine, dafür muss man ein Gefühl entwickeln“, sagt er. „Man spürt, wie sie sich verhält, wie sie sich bewegt, wie sie riecht und klingt.“
Jacob Kallert, ein 21-jähriger deutscher Verkehrstechnikstudent und jüngster Zugchef, findet, man müsse den Lokomotiven gut zuhören.
„Man hört jedes Geräusch, man merkt sofort, ob alles stimmt“, sagt er. „Man kann fast nachempfinden, wie es damals war – und wie es heute ist.“
Der Freiwillige Sergio Rovelli sagt, wer einmal Zeit in das Projekt investiert, kommt so schnell nicht mehr davon los.
„Wir sagen auf Deutsch: Alle, die hier arbeiten, haben das Furka-Virus, die Furka-Krankheit“, scherzt er. „Wer einmal herkommt, verliebt sich in die Bahn – und bleibt.“
Einfache Fahrkarten kosten ab 46 Schweizer Franken (50 €) für eine Fahrt von knapp zweieinhalb Stunden. Die Jubiläumsfeier begann am Freitag und läuft das ganze Wochenende über.