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Ungarns Regierung stellt Strafanzeige wegen Millionen für Orbán-Posts

Viktor Orbán, ehemaliger ungarischer Ministerpräsident, 13.06.2026.
Viktor Orbán, ehemaliger ungarischer Ministerpräsident, 13. Juni 2026. Copyright  MTI
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Von Anna Flori
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Ungarns Regierungschef hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt - wegen extrem hoher Zahlungen für Viktor Orbans Auftritte in den sozialen Medien.

Das Kabinettsbüro des ehemaligen ungarischen Ministerpräsidenten hatte 2022 einen Vertrag mit der Firma Triton Communications über die Social-Media-Auftritte des damaligen Regierungschefs Viktor Orbán abgeschlossen. Zu Beginn einigten sich die Behörde und Geschäftsführerin Fanny Kaminski auf ein monatliches Honorar von mehr als 63 Millionen Forint - das sind fast 200.000 Euro.

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Danach wurde der Vertrag vier Mal verlängert und jedes Mal das Honorar erhöht. Innerhalb von vier Jahren stieg der Preis für die gleiche Dienstleistung um 30 Prozent.

Seit 2022 erhielt das Unternehmen von Kaminski in 44 Monaten brutto mehr als 4 Milliarden Forint (etwa 11,5 Millionen Euro) an öffentlichen Mitteln vom Kabinettsbüro für die Produktion der Social-Media-Inhalte von Viktor Orbán.

Millionensummen für sehr kurze Videos

In der Praxis umfasste das Fotos, Videos und wenige Seiten starke Berichte zur Medienbeobachtung. Laut Leistungsnachweisen waren die Social-Media-Videos im Durchschnitt 15 Sekunden lang. In manchen Monaten wurden insgesamt nur 21 Minuten Bewegtbilder und 411 Fotos produziert, abgerechnet für mehr als 63 Millionen Forint (etwa 1,7 Millionen Euro).

Nach öffentlich zugänglichen Daten entspricht das selbst im internationalen Vergleich mindestens einem dreifach überhöhten Preis.

Die Behörde berief sich zudem auf den Status des Ministerpräsidenten als "geschützte Person“ und nahm den Vertrag damit aus dem Vergaberecht heraus. So schloss das ungarische Kabinettsbüro ohne echten Wettbewerb und zu einem Vielfachen des üblichen Marktpreises einen Vertrag mit Fanny Kaminskis Firma.

Die Medienexpertin war seit 2010 im Kommunikationsteams von Viktor Orbán. Und sie spielte laut ungarischen Presseberichten eine wesentliche Rolle bei den Bemühungen der damaligen Regierungspartei Fidesz, eine Propagandamaschinerie aufzubauen - mit engen Kontakten zur Boulevardpresse.

Unter den im Rahmen des Vertrags produzierten Inhalten für das Jahr 2026 finden sich mehrere Auftritte, die eher wie Wahlkampagnenmaterial wirken als wie Berichte über die Arbeit des damaligen Ministerpräsidenten.

Der rechtspopulistische Viktor Orban war bei den Parlamentswahlen im April 2026 seinem politischen Gegner Peter Magyar unterlegen. Er bleibt aber Chef der Oppositionspartei Fidesz.

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