Nach einer fünfjährigen Schließung wegen umfangreicher Restaurierung öffnet das historische Al-Fahidi-Fort im alten Dubai in den kommenden Wochen oder Monaten wieder für Besucher.
Bei Dubai denken viele zuerst an eine Metropole aus glänzenden Wolkenkratzern, riesigen Einkaufszentren, palmförmigen Inseln und einigen der exklusivsten Hotel- und Gastromarken der Welt.
Abseits von Glanz und Glamour, die oft die Schlagzeilen bestimmen, gibt es jedoch ein anderes Gesicht der Stadt: das alte Dubai, vor allem das historische Viertel Al Fahidi (Quelle auf Englisch).
Das Viertel liegt am Südufer des Creeks. Hier stehen traditionelle Wohnhäuser und kulturelle Einrichtungen. Und hier befindet sich auch das Al Fahidi Fort – mit mehr als 230 Jahren das älteste erhaltene Gebäude Dubais.
Das Fort entstand um 1787 als Befestigungsanlage. Im Lauf der Jahrhunderte diente es außerdem als Wohnsitz des Herrschers, als Sitz von Verwaltung und Regierung sowie als Gefängnis. 1971 wurde es zum ersten Museum Dubais – im selben Jahr bildeten sich die Vereinigten Arabischen Emirate.
„Zeuge der Geschichte Dubais“
Seit 2021 ist das Al Fahidi Fort für eine umfassende Restaurierung geschlossen. Fünf Jahre danach soll es Besucher „in den kommenden Wochen oder Monaten“ wieder empfangen, sagt Ayisha Khansaheb, Direktorin des Al Fahidi Fort und der spezialisierten Museen bei der Dubai Culture & Arts Authority.
Im Gespräch mit Euronews Travel auf dem Arabian Travel Market erklärte Khansaheb, das neue Museumserlebnis werde „ein Tor zur Geschichte Dubais selbst“ und ein idealer Einstieg für Besucher, die die Vergangenheit der Stadt verstehen wollen.
Dubai ist vor allem für seine futuristische Skyline und moderne Infrastruktur bekannt. Das kulturelle Erbe der Stadt gerät als touristische Attraktion daher oft in den Hintergrund. Mit der Wiedereröffnung des Forts beginnt nun ein neues Kapitel dieser Geschichte.
„Kulturelles Erbe ist aus meiner Sicht ein wichtiges Element für den Kulturtourismus“, sagt Khansaheb. „Aber auch für Bewohner, Einheimische und Schulen, um Schülerinnen und Schüler über die kulturelle Geschichte und das Erbe der Stadt zu informieren.“
„Wir brauchen Angebote für alle“, ergänzt sie. „Davon sehen Sie inzwischen mehr in Dubai und in der gesamten Region. Das Museum reagiert auf das wachsende Bedürfnis zu zeigen, dass es hier eine Seele gibt, eine Kultur und eine Geschichte.“
Al Fahidi Fort: Was Besucher erwartet
Das neu gestaltete Museum verbindet die historische Architektur des Forts mit Artefakten, Archivmaterial und interaktiver Technologie. So erzählt es die Geschichte des Gebäudes und seine Rolle in der Entwicklung von Dubai.
Der Rundgang beginnt in einem neuen unterirdischen Erweiterungsbau. In modernen Ausstellungsräumen geht es um Themen wie Verteidigung, Führung und Handwerkskunst. Danach gelangen die Gäste in das historische Fort.
Zu den Höhepunkten gehört „The Vault“, eine Licht- und Klanginstallation, die die Entwicklung der Verteidigungsfähigkeit Dubais nachzeichnet.
Eine weitere Galerie, „A Landmark Across the Ages“, beleuchtet die wechselnde Rolle des Forts über mehr als 230 Jahre. Zudem zeigt das Museum eine umfangreiche Sammlung islamischer Waffen und Rüstungen. Für Kinder gibt es speziell entwickelte, interaktive Lernstationen.
Eines der wichtigsten Exponate bleibt jedoch das Fort selbst. Besucher können durch die historischen Mauern gehen und Wachtürme, Tore und den Innenhof erkunden. „Geschichte lässt sich hier durch Architektur erleben“, sagt Khansaheb.