Der Preis für Brent-Öl ist binnen eines Tages von über 110 auf 88 Dollar gefallen. Während Donald Trump ein baldiges Ende des Krieges im Iran in Aussicht stellt, reagieren asiatische Staaten bereits mit Notmaßnahmen.
Der Ölpreis ist am Dienstag auf dem Weltmarkt deutlich gefallen. Während ein Barrel der Sorte Brent am Montagmorgen noch mehr als 110 Dollar kostete, lag der Preis am Dienstagmorgen nur noch bei 88 Dollar.
Vor der Marktkorrektur erklärte Donald Trump, der Krieg im Iran werde voraussichtlich nicht lange dauern. "Bis dahin, während dieser kurzen Unterbrechung, werden die Vereinigten Staaten allen im Golf operierenden Tankern eine Versicherung gegen politische Risiken anbieten.
Wir werden sie versichern, wir werden sie eskortieren, wenn nötig, aber ich glaube nicht, dass das nötig sein wird. Wenn der Iran etwas unternimmt, werden die Folgen unabsehbar sein", sagte der US-Präsident.
Asien ergreift bereits Vorsichtsmaßnahmen zur Entschärfung der Krise
Auch die asiatischen Aktienmärkte, die mit deutlichen Verlusten in die Woche gestartet waren, konnten am Dienstag etwas zulegen. Ein Grund dafür ist, dass mehrere Länder in Asien Maßnahmen ergriffen haben, um Treibstoffknappheit und einen starken Preisanstieg zu verhindern. Südkorea und Thailand führten Preisobergrenzen für Diesel und Benzin ein.
Die Regierung in Seoul warnte die Ölkonzerne zudem, dass sie Verluste hinnehmen müssten, sollten sie versuchen, aus der Krise zusätzlichen Profit zu schlagen. Andere Staaten in der Region setzen auf Einschränkungen beim Energieverbrauch. In Bangladesch bleiben Universitäten seit Montag geschlossen.
Auf den Philippinen haben zahlreiche öffentliche Einrichtungen eine Vier-Tage-Woche eingeführt. Zudem ordneten die Behörden an, Klimaanlagen nicht unter 24 Grad Celsius einzustellen. Öl aus dem Persischen Golf ist für viele asiatische Länder wie Japan und Südkorea eine zentrale Energiequelle. Einige Staaten der Region sind daher von der aktuellen Krise besonders stark betroffen.
Neue Eskalation nicht ausschließbar
Auch die Ankündigung der iranischen Revolutionsgarde, keinen einzigen Liter Öl durch die Straße von Hormus passieren zu lassen, solange die USA und Israel ihre Angriffe fortsetzen, hat den Aufwärtstrend bislang nicht gebremst. Die Organisation, die im Iran großen Einfluss besitzt, erklärte zudem, es sei sinnlos, wenn Trump vom baldigen Ende des Krieges spreche – darüber werde allein der Iran entscheiden.
Trump entgegnete, die USA würden den Iran zwanzigmal stärker angreifen als bisher, sollte Teheran tatsächlich versuchen, die Straße von Hormus zu schließen. Auf Truth Social schrieb der Präsident außerdem, man werde in diesem Fall leichte Ziele zerstören, was den Wiederaufbau der iranischen Nation praktisch unmöglich machen würde. "Sie werden mit Tod, Feuer und Zorn konfrontiert werden, aber ich vertraue und bete, dass sie es nicht tun werden", schrieb Trump.