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Wohungskriese bei Spaniens Jugend: Miete frisst bis zu 98,7 % des Gehalts

Mehrere Menschen versammeln sich bei einer Demonstration gegen hohe Wohnungspreise in Barcelona, Spanien, am fünften April 2025. (Foto AP/Emili
Mehrere Menschen demonstrieren am Samstag, 5. April 2025, in Barcelona, Spanien, gegen die hohen Wohnungspreise. (Foto: AP/Emili Copyright  AP/Emilio Morenatti
Copyright AP/Emilio Morenatti
Von Lucia Blasco
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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In Spanien sank 2025 die Jugendemanzipationsquote auf 14,5 Prozent, den niedrigsten Wert seit Beginn der Statistik. Laut Jugendrat müsste ein junger Mensch fast sein gesamtes Einkommen für eine eigene Mietwohnung aufbringen.

Die Wohnungskrise nimmt Spaniens junger Generation weiter die Chance, auf eigenen Füßen zu stehen. Die Jugendemanzipationsquote sank 2025 auf 14,5 % der 16- bis 29-Jährigen – der niedrigste Wert, seit es vergleichbare Daten gibt, wie aktuelle Zahlen des Observatorio de Emancipación des spanischen Jugendrats (CJE) zeigen.

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Der am Freitag veröffentlichte Bericht zeigt, dass eine angestellte junge Person 98,7 % ihres Nettogehalts aufbringen müsste, um in Spanien alleine eine Wohnung zu mieten. Das geschätzte Durchschnittsalter für den Auszug liegt inzwischen über dreißig Jahren.

Außerdem gilt der erschwerte Zugang zu Wohnraum inzwischen als einer der wichtigsten Faktoren für Jugendarmut in Spanien: „Unter jungen Menschen, die zur Miete wohnen, steigt das Armutsrisiko von 25,9 % vor der Mietzahlung auf 43 % danach.“

„Für junge Menschen bedeutet Auszug, ärmer zu werden“, sagt Andrea Henry, Präsidentin des CJE. „Arbeitsmarkt und Wohnungsmarkt sprechen für die Jugend nicht mehr dieselbe Sprache“, kritisiert Henry.

Nach Angaben des Observatoriums liegt das durchschnittliche Nettogehalt einer jungen Person bei rund 1.190 Euro im Monat, während die Durchschnittsmiete für eine Wohnung 1.176 Euro erreicht. Der CJE warnt, der Zugang zu Wohnraum sei zu „einem der wichtigsten Ungleichheitsfaktoren“ zwischen den Generationen geworden.

Die Organisation betont, dass das Problem längst nicht mehr nur Menschen ohne Job oder in Ausgrenzung trifft, sondern auch einen Teil der arbeitenden Jugend. „Selbst mit Arbeit kann ein großer Teil der jungen Generation kein eigenständiges Leben aufbauen, ohne in prekäre Verhältnisse, Überschuldung oder familiäre Abhängigkeit zu geraten“, heißt es in dem Bericht.

ARCHIV - Protest in Spanien gegen die Wohnungskrise, 2024.
ARCHIV - Protest in Spanien gegen die Wohnungskrise, 2024. RTVE

WG-Wohnen ebenfalls kaum bezahlbar

Die steigenden Wohnkosten fördern auch die Vermietung einzelner Zimmer und andere gemeinsame Wohnformen als Alternative für Menschen, die sich das Leben allein nicht leisten können. Doch der Jugendrat warnt, dass auch das Teilen einer Wohnung in vielen Städten keine wirklich erschwingliche Option ist und im Schnitt 33,6 % des Durchschnittsgehalts verschlingt.

Der Bericht hebt zudem hervor, dass familiäre finanzielle Unterstützung immer stärker darüber entscheidet, wer ausziehen kann und wer nicht, während der Erwerb einer eigenen Wohnung für einen Großteil der jungen Bevölkerung unerreichbar bleibt.

Der spanische Jugendrat fordert staatliche Maßnahmen, um das Angebot an bezahlbarem Wohnraum auszuweiten und jungen Menschen den Zugang zu einer angemessenen Wohnung zu erleichtern. „Das Problem ist strukturell und hat schwerwiegende Folgen für eine ganze Generation“, warnen sie.

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