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Beste Wahl: Feinschmecker-Guide zu belgischer Schokolade an Ostern

Gibt es bei Ihnen zu Ostern etwas Ei-nzigartiges auf dem Teller?
Isst du dieses Ostern etwas Ei-nzigartiges? Copyright  Rebecca Spezzano/Euronews
Copyright Rebecca Spezzano/Euronews
Von Rebecca Spezzano
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Eier stehen seit Langem für Ostern – doch wann kam die Schokolade dazu? In Brüssel sucht Rebecca Spezzano nach den Geheimnissen edler Pralinen.

Die Ostereiersuche gehört in vielen Familien weltweit fest zum Frühling. Ob die Eier aus Plastik, hart gekocht oder aus Schokolade sind, die runde Form steht längst für Ostern.

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Eier gelten seit Langem als Symbol des Osterfestes und stehen für die Auferstehung Jesu Christi. Sie stehen außerdem für Fruchtbarkeit, Frühling, Geburt und Wiedergeburt.

Zufällig ist das nicht: Christinnen und Christen durften in der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern keine Eier essen. Die Hennen legten aber weiter. Zu Ostern gab es daher Eier im Überfluss. Viele der nicht verzehrten Eier wurden verziert – der Ursprung zahlreicher Osterbräuche, die heute weltweit gepflegt werden.

Schokolade und Ostern

Im 19. Jahrhundert hielt die Schokolade Einzug ins Osterfest, als Chocolatiers aus Frankreich und Deutschland begannen, Schokoladen-Eier herzustellen. Die ersten Eier aus Schokolade waren handgemacht und durchgehend massiv.

ARCHIV: Schokoladen-Ostereier in einem Geschäft nahe der EU-Kommission in Brüssel.
ARCHIV: Schokoladen-Ostereier in einem Geschäft nahe der EU-Kommission in Brüssel. AP Photo/Alastair Grant

Später im 19. Jahrhundert ermöglichte der technische Fortschritt in der Schokoladenherstellung die industrielle Produktion von Kakaobutter. So entstanden geformte Hohl-Eier aus Schokolade. Sie ließen sich günstiger und in großer Stückzahl produzieren und wurden dadurch für ein breiteres Publikum erschwinglich – ihre Beliebtheit wuchs rasant.

Heute nutzen Maître-Chocolatiers Ostern als Bühne, um ihr Können beim Herstellen und Formen von Schokolade zu zeigen. In den Geschäften finden sich längst nicht mehr nur Schokoladen-Eier. Auch Hasen, Blumen oder Glocken gehören zu den gängigen Osterfiguren aus Schokolade.

Was macht Schokolade „belgisch“?

Belgien gehört zu den Ländern, die weltweit für ihre Schokolade berühmt sind.

Belgische Schokolade hebt sich durch besonders feines Mahlen der Kakaobohnen, den Einsatz von 100 Prozent Kakaobutter und einen hohen Kakaoanteil ab. Mindestens 35 Prozent Kakao sind nötig, damit eine Süßigkeit als belgische Schokolade gilt.

Fatima Drejtova, die in der handwerklichen Chocolaterie Passion Chocolat arbeitet, liebt belgische Schokolade vor allem wegen ihrer hohen Qualität.

„Für mich ist Schokolade ein Luxuslebensmittel“, sagt sie.

„Das ist der Anspruch an belgische Schokolade. Belgische Schokolade ist ein Luxusprodukt. Man soll sie wirklich schmecken und nicht nur naschen, um den süßen Hunger zu stillen.“

Belgische Schokolade sei deshalb oft weniger zuckerlastig als andere Sorten, sagt sie.

Kakao kam im 17. Jahrhundert nach Belgien, als das Gebiet noch unter spanischer Herrschaft stand. Spanische Entdecker brachten ihn aus Südamerika mit, und der spanische Adel trank Kakao damals als warmes Luxusgetränk.

Ende des 19. Jahrhunderts kolonialisierte Belgien den Kongo und fand dort Kakaobohnen in großen Mengen. Das machte das Land zu einem wichtigen Handelspartner für Kakao und legte den Grundstein für eine industrielle Massenproduktion von Schokolade.

Wichtige Schokoladenbegriffe

Wer zu Ostern in eine Schokoladen-Hochburg wie Belgien reist, steht schnell vor einer überwältigenden Auswahl. Um die passende Süßigkeit zu finden, lohnt sich ein Blick auf einige Fachbegriffe der Branche.

ARCHIV: Touristen blicken in ein Schaufenster, in dem eine Frau Schokoladen-Eier für Ostern dekoriert, in einer Chocolaterie in der Brüsseler Innenstadt am Freitag, dem 6. April 2012.
ARCHIV: Touristen blicken in ein Schaufenster, in dem eine Frau Schokoladen-Eier für Ostern dekoriert, in einer Chocolaterie in der Brüsseler Innenstadt am Freitag, dem 6. April 2012. AP Photo/Yves Logghe

Die Praline ist ein Klassiker der belgischen Schokoladenkunst. Erfunden hat sie der belgische Chocolatier Jean Neuhaus II im Jahr 1912. In Belgien gilt jede gefüllte Schokolade als Praline.

Nach Ansicht von Drejtova von Passion Chocolat sollte eine Praline immer nur von einer dünnen Schokoladenschicht umhüllt sein.

„Wenn Sie eine Praline mit einer dicken Schokoladenschicht sehen, war sie wahrscheinlich nicht handgemacht“, sagt sie.

Unter der harten Schokoladenhülle steckt oft praliné, eine Paste aus karamellisiertem Zucker und Nüssen. Je nachdem, wie fein die Nüsse gemahlen sind, ist diese Füllung cremig oder knusprig. In Pralinen kann auch gianduja stecken, eine besonders glatte Mischung aus Schokolade und Haselnuss.

Pralinen seien deshalb oft knackiger und nussiger als andere Schokoladen, etwa Ganaches oder Trüffel, erklärt Drejtova.

„Wenn Sie in eine Ganache beißen, ist das Innere viel weicher“, sagt sie.

Als ganache bezeichnet man eine glatte Mischung aus Schokolade und Sahne. In einer belgischen Chocolaterie findet man Ganache meist als Füllung in einer weichen Schokoladenhülle. Sie ist jedoch vielseitig und kommt auch in Trüffeln zum Einsatz.

Ein truffle ist eine weitere klassische belgische Spezialität. Dafür formen Chocolatiers Ganache zu kleinen Kugeln und wälzen sie in Kakaopulver, Schokolade oder Nüssen. Trüffel kommen ganz ohne Hülle aus oder haben nur einen sehr dünnen Schokoladenüberzug.

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