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Trump setzt Teheran mit Hafen-Blockade unter Druck im Streit um Straße von Hormus

US-Präsident Donald Trump spricht vor dem Oval Office des Weißen Hauses, Montag, 13. April 2026, in Washington
US-Präsident Donald Trump spricht vor dem Oval Office des Weißen Hauses, Montag, 13. April 2026, in Washington Copyright  AP Photo/Alex Brandon
Copyright AP Photo/Alex Brandon
Von Malek Fouda
Zuerst veröffentlicht am
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Mit einer Blockade iranischer Häfen erhöht Washington den Druck auf Teheran: Der Iran soll die Straße von Hormus wieder für den weltweiten Schiffsverkehr öffnen, nachdem die wochenlange Sperrung die Ölpreise in die Höhe getrieben hat.

US-Präsident Donald Trump erklärte, das US-Militär habe mit einer Blockade iranischer Häfen begonnen. Damit solle Teheran gezwungen werden, die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder zu öffnen und die Bedingungen Washingtons zur Beendigung des seit dem 28. Februar andauernden Krieges zu akzeptieren.

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Mindestens zwei Tanker, die sich am späten Montag der Straße von Hormus näherten, kehrten um, wie der Schiffsverfolgungsdienst MarineTraffic auf X mitteilte. Demnach wurde die Entwicklung kurz nach Beginn der Blockade durch die US-Marine registriert.

Die britische Agentur Maritime Trade Operations teilte mit, dass die Blockade "die gesamte iranische Küste einschließlich der Häfen und der Energieinfrastruktur" einschränke.

In einem Hinweis an Seeleute hieß es, die Durchfahrt durch die Meerenge zu oder von nicht iranischen Zielen werde nicht behindert. Schiffe könnten jedoch "auf militärische Präsenz stoßen".

"Wir können nicht zulassen, dass ein Land die Welt erpresst. Genau das tun sie", sagte Trump im Weißen Haus, wo er den Beginn der Blockade bekannt gab.

Zugleich deutete er an, dass die USA weiterhin zu Gesprächen mit dem Iran bereit seien. "Ich kann Ihnen sagen, dass wir von der anderen Seite angerufen wurden", sagte Trump. "Sie streben eine Einigung an."

Nach Angaben von zwei US-Beamten und einer mit der Angelegenheit vertrauten Person laufen derzeit Gespräche zwischen Washington und Teheran über eine zweite Runde direkter Verhandlungen.

Auch ein Diplomat aus einem der vermittelnden Länder - Pakistan, Türkei oder Ägypten - sagte, der Iran und die USA hätten sich auf weitere Gespräche verständigt.

FILE - Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormuz auf, von Khor Fakkan, Vereinigte Arabische Emirate, aus gesehen, Mittwoch, 11. März 2026
DATEI - Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormuz auf, gesehen von Khor Fakkan, Vereinigte Arabische Emirate, Mittwoch, 11. März 2026 Altaf Qadri/Copyright 2026 The AP. All rights reserved.

Die faktische Schließung der Straße von Hormus durch den Iran, durch die in Friedenszeiten rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports abgewickelt wird, hat die Ölpreise in die Höhe getrieben. Dadurch verteuerten sich Benzin, Lebensmittel und andere grundlegende Güter weit über den Nahen Osten hinaus.

Vor der US-Blockade hatte Teheran einigen als freundlich geltenden Schiffen, die unter der Flagge von Staaten fuhren, die nicht mit den USA oder Israel verbündet sind, die Durchfahrt erlaubt - gegen erhebliche Gebühren. Das führte zu dem Vorwurf, der Iran nehme die Weltwirtschaft als Geisel.

Einige Analysten bezweifeln allerdings, dass die Vereinigten Staaten den normalen Schiffsverkehr allein mit militärischer Gewalt wiederherstellen können. Unklar ist, wie die Blockade praktisch funktionieren soll und welchen Gefahren die US-Streitkräfte ausgesetzt wären, falls Trump zur Wiederöffnung der strategischen Wasserstraße Truppen vor Ort einsetzt.

Der Iran reagierte mit Drohungen gegen sämtliche Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman und nahm dabei mit den USA verbündete Länder ins Visier.

Ein Mann zeigt ein Siegeszeichen und trägt eine iranische Flagge vor einem Schild mit der Aufschrift "Die Straße von Hormuz wird geschlossen bleiben", Teheran, Iran, Montag, 13. April 2026
Ein Mann zeigt ein Siegeszeichen und trägt eine iranische Flagge vor einem Schild mit der Aufschrift in Farsi "Die Straße von Hormuz bleibt geschlossen", Teheran, Iran, Montag, 13. April 2026 Vahid Salemi/Copyright 2026 The AP. All rights reserved

"Die Sicherheit im Persischen Golf und im Golf von Oman gilt entweder für alle oder für niemanden", berichtete der Rundfunk der Islamischen Republik Iran am Montag. In einer iranischen Militärerklärung hieß es: "Kein Hafen in der Region wird sicher sein."

Die Blockade Washingtons und die angedrohten iranischen Vergeltungsmaßnahmen haben ein außergewöhnliches Kräftemessen ausgelöst. Das birgt erhebliche Risiken für die Weltwirtschaft und weckt die Sorge, der Waffenstillstand könnte zusammenbrechen und die Kämpfe wieder aufflammen.

Der US-Präsident wiederholte am späten Montag zudem seine Behauptung, das US-Militär habe die iranische Marine "ausgelöscht". 158 Schiffe seien vollständig zerstört worden und lägen "auf dem Grund des Meeres", sagte er.

Screenshot des Beitrags von US-Präsident Donald Trump auf Truth Social, 13. April 2026
Screenshot des Beitrags von US-Präsident Donald Trump auf Truth Social, 13. April 2026 @realDonaldTrump/TruthSocial

"Was wir nicht getroffen haben, ist ihre kleine Zahl sogenannter schneller Angriffsschiffe, weil wir sie nicht als große Bedrohung angesehen haben", sagte Trump. "Warnung: Sollte auch nur eines dieser Schiffe in die Nähe unserer Blockade kommen, wird es sofort mit demselben Tötungssystem ausgeschaltet, das wir gegen Drogenhändler auf Booten auf See einsetzen."

Die seit zwei Wochen andauernde Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran sollte die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr öffnen und so die weltweiten Rohölpreise senken, nachdem sie wochenlang auf deutlich über 100 Dollar (85 Euro) pro Barrel gestiegen waren.

Da der Schiffsverkehr weiterhin eingeschränkt ist und die US-Blockade nun in Kraft ist, ziehen die Ölpreise wieder an. Der internationale Richtpreis für Brent-Rohöl, der am 8. April auf ein Sechs-Wochen-Tief von 91 Dollar (77 Euro) pro Barrel gefallen war, lag am Dienstagmorgen wieder bei etwas mehr als 98 Dollar (83 Euro).

Weitere Quellen • AP

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