SoftBank plant in Europa sein größtes KI-Infrastrukturprojekt: Ein Rechenzentrum mit bis zu fünf Gigawatt Leistung, das den Kontinent im Wettbewerb mit USA und Asien stärken soll.
Die japanische Technologie-Investmentgruppe SoftBank hat Pläne bekannt gegeben, in Frankreich KI-Rechenzentren mit einer Kapazität von fünf Gigawatt zu entwickeln und zu betreiben. Das Investment hat ein Volumen von 75 Milliarden Euro.
Das Vorhaben ist Teil einer breiteren Welle technologiebezogener Investitionen in Frankreich. Präsident Emmanuel Macron sagte am Montag, das Land rechne beim diesjährigen 'Choose France'-Gipfel mit Zusagen für Auslandsinvestitionen von 93 Milliarden Euro, darunter Projekte in den Bereichen künstliche Intelligenz, Rechenzentren, Halbleiter, kritische Rohstoffe, Verkehr, Stahl und Gesundheitswesen.
Dazu sollen bis 2031 zunächst 45 Milliarden Euro von SoftBank in die erste Projektphase in Nordfrankreich fließen. Sie soll in der Region Hauts-de-France 3,1 Gigawatt Kapazität bereitstellen, mit Standorten in Dünkirchen (Loon-Plage), Bosquel und Bouchain.
Masayoshi Son, Chairman und CEO der SoftBank Group, sagte: „KI tritt in eine neue Ära ein, und die Länder, die die Infrastruktur für diese Transformation aufbauen, werden die Zukunft von Technologie, Industrie und Gesellschaft prägen.“
Er fügte hinzu, Frankreich sei dank seiner industriellen Stärke, seines Talentpools und seines nationalen Ehrgeizes „einzigartig positioniert, um ein führender KI-Infrastruktur-Knoten in Europa zu werden“.
Die Anlagen sollen die wachsende Nachfrage nach künstlicher Intelligenz bedienen und den Zugang zu Hochleistungsrechenkapazitäten in Frankreich ausweiten.
Nach Angaben von SoftBank werden die Rechenzentren KI-Unternehmen, Cloud-Anbietern, Firmen, öffentlichen Einrichtungen und Forschungsorganisationen zur Verfügung stehen. Das Unternehmen erklärte, das Projekt knüpfe an bestehende Stärken Frankreichs an, darunter das Stromnetz, verfügbare Industrieflächen, Ingenieurkompetenz und die Förderung der KI-Entwicklung.
Roland Lescure, Frankreichs Minister für Industrie und Energie, sagte, die Entscheidung SoftBanks, in Frankreich zu investieren, sei das erste große KI-Infrastrukturprojekt der Gruppe in Europa. Sie spiegele den Anspruch des Landes wider, entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette ein führender Standort zu werden.
„Sie spiegelt die erheblichen Stärken unseres Landes wider: schnellen Zugang zum zuverlässigsten Stromnetz Europas, ein starkes digitales und industrielles Ökosystem mit qualifizierten Fachkräften und eine Regierung, die gemeinsam mit lokalen Behörden und Partnern Genehmigungsverfahren für strategische Projekte beschleunigt“, so Lescure weiter.
Lescure betonte zudem, die Investition „schaffe Arbeitsplätze, stärke unsere digitale Infrastruktur und trage zu unserem Ziel der digitalen Souveränität bei“.
SoftBank rechnet damit, dass durch das Investment Tausende hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen – in Rechenzentrumsentwicklung, Ingenieurwesen, Energiesystemen, Robotik, Betrieb, Wartung und hochmoderner Industrieproduktion.
Das Unternehmen will außerdem Forschung und Entwicklung fördern, durch Partnerschaften mit lokalen Universitäten, Ingenieurhochschulen und Ausbildungseinrichtungen, die Kompetenzen für die künftige KI-Infrastruktur vermitteln.
Für das Vorhaben arbeitet SoftBank mit dem französischen Energiekonzern EDF beim Rechenzentrumsprojekt in Bouchain zusammen. Mit Schneider Electric entwickelt der Konzern einen Industriehub im Hafen von Dünkirchen. Auf dem Gelände entstehen eine SoftBank-Anlage zur Produktion von Rechenzentrumsgehäusen und ein Werk von Schneider Electric, das Strommodule für Rechenzentren montiert.
Nach Angaben der Unternehmen soll das Projekt die lokalen Lieferketten für KI-Infrastruktur stärken und die Pläne Dünkirchens unterstützen, sich zu einem Zentrum für Hightech-Industrie und Robotik zu entwickeln.