Die Aussagen des US-Verteidigungsministers folgen auf die Ankündigung Washingtons, die Zahl der in Europa stationierten US-Soldaten zu verringern.
„Europa muss als Erstes selbst für seine konventionelle Verteidigung sorgen“, sagte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bei seiner Ankunft in der Normandie am Samstag. Er nimmt an den Gedenkfeiern zum 82. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie 1944 teil.
Bei einer Sitzung, an der unter anderem Frankreichs Verteidigungsministerin Catherine Vautrin teilnahm, rief Hegseth Verbündete wie Frankreich auf, diese Realität ernst zu nehmen und dies durch konkrete Fortschritte zu zeigen.
Bereits auf einer Reise nach Singapur Ende Mai hatte der US-Verteidigungsminister den Europäern vorgeworfen, Appelle zur Stärkung ihrer Verteidigung viel zu lange ignoriert zu haben.
Vautrin erwiderte, Frankreich befinde sich in einer Phase der Wiederaufrüstung.
Hegseths Aussagen fallen in eine Zeit, in der die USA eine Verringerung der in Europa stationierten US-Truppen angekündigt haben. Nächsten Monat ist ein NATO-Gipfel in Ankara in der Türkei geplant.
Inzwischen haben in Ouistreham um 13 Uhr MEZ die offiziellen D-Day-Gedenkfeiern begonnen.
Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu überreicht Urkunden und grüne Baretts an die Familien der 177 französischen Kommandos von Hauptmann Philippe Kieffer, die am 6. Juni 1944 am Strand Sword Beach gelandet waren.
Die internationale Zeremonie soll um 16 Uhr in Langrune-sur-Mer beginnen, im Beisein von Botschaftern und Offizieren, die die Alliierten sowie Deutschland vertreten.