Trumps Beitrag in sozialen Netzwerken folgt auf den dritten Tag von Schlagabtauschen zwischen den USA und Iran. Die Region rückt einem neuen großen Krieg näher.
US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag neue Angriffe auf den Iran angekündigt. Er sagte, US-Truppen würden bald die wichtigste Ölinfrastruktur des Landes unter ihre Kontrolle bringen.
Die US-Streitkräfte werden den Iran „SEHR HART HEUTE ABEND“ treffen, schrieb Trump in einem Beitrag auf Truth Social.
„Zu einem Zeitpunkt in nicht allzu ferner Zukunft werden wir die Insel Kharg und weitere Punkte der Ölinfrastruktur übernehmen und die vollständige Kontrolle über ihre Öl- und Gasmärkte erlangen, so wie wir es mit Venezuela getan haben“, erklärte er.
Die Insel Kharg steht im Zentrum der iranischen Ölexporte. Ein Angriff auf die dortige Energieinfrastruktur könnte gravierende Folgen für die weltweiten Ölmärkte haben, die ohnehin bereits unter starkem Druck stehen.
Rund 90 % der iranischen Rohölexporte laufen über die Insel aus dem Land. Ein großer Teil geht nach China und in andere asiatische Märkte.
Kharg liegt im nördlichen Persischen Golf. Die Insel ist relativ klein, etwa acht Kilometer lang und vier bis fünf Kilometer breit. Trotzdem steht dort umfangreiche Infrastruktur mit Speichertanks, Pipelines und Offshore-Verladeterminals.
Von hier führen Pipelines aus einigen der größten iranischen Ölfelder zusammen, bevor das Rohöl auf Tanker verladen wird.
Die Ölexporte sind weiterhin eine der wichtigsten Einnahmequellen des iranischen Staates. Damit ist die Insel Kharg eine Schlüsselressource für die iranische Wirtschaft.
Gefahr eines umfassenden Kriegs
Trumps Beitrag in sozialen Medien folgt auf gegenseitige Angriffe der USA und des Iran am dritten Tag in Folge. Die Region rückt damit näher an eine Wiederaufnahme eines umfassenden Kriegs im Nahen Osten.
Der amerikanische Angriff, der sich am Donnerstagmorgen Ortszeit im Iran fortsetzte, fiel offenbar breiter und intensiver aus als am Vortag.
Der Iran veröffentlichte kaum Angaben zum Ausmaß der Schäden. Teheran erklärte, man habe – wie schon am Vortag – Ziele in Kuwait, Bahrain und Jordanien beschossen.
Das US-Militär setzt die Blockade iranischer Häfen fort. Es erklärte am Donnerstag, es habe Raketen abgefeuert, um einen Tanker außer Gefecht zu setzen, der versucht habe, iranisches Öl zu transportieren. Ein indischer Regierungsvertreter sagte, ein US-Angriff auf ein anderes Handelsschiff habe bereits zu Wochenbeginn drei indische Seeleute getötet.
Der neue Schusswechsel ereignete sich, während die Bemühungen um ein Kriegsende offenbar feststecken. Trump warnte, Teheran werde für den fehlenden Fortschritt bei den Verhandlungen „den Preis zahlen“.
Das iranische Außenministerium erklärte am Donnerstag in einer Mitteilung, die US-Angriffe hätten die Waffenruhe „faktisch bedeutungslos gemacht“. Zugleich sagte es nicht ausdrücklich, dass Teheran die Vereinbarung aufkündige.
Im Zentrum der Gespräche steht Irans Griff an der Meerenge von Hormus. Die Blockade hat die weltweite Energieversorgung gestört, die Treibstoffpreise nach oben getrieben und Lebensmittel sowie andere Grundgüter auch außerhalb der Region verteuert.
Der Iran erklärte am Donnerstag, die Meerenge sei geschlossen. Was das konkret bedeutet, blieb unklar, denn Teheran hat den Schiffsverkehr dort seit Beginn des Kriegs stark eingeschränkt; nur noch wenige Schiffe passieren die Route.
Das Zentralkommando des US-Militärs wies die Darstellung zurück. Trump sagte am Mittwoch, die USA hätten in den vergangenen Wochen eine geheime Operation durchgeführt, um Schiffe heimlich durch die Meerenge zu schleusen.
Zwischen beiden Seiten bleibt auch das iranische Atomprogramm umstritten. Teheran beharrt darauf, es diene ausschließlich zivilen Zwecken. Die USA und Israel fürchten jedoch, der große Vorrat an hoch angereichertem Uran könnte den Bau einer Atombombe ermöglichen.
Die USA und Israel erklärten, ein Hauptgrund dafür, dass sie am 28. Februar in den Krieg gezogen sind, sei der Wille, sicherzustellen, dass der Iran dazu niemals in der Lage ist.