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Extreme Hitze: Portugal unter Rotwarnung und Alarmstufe

Ein junger Mann blickt auf den Sonnenaufgang in Lissabon. Dort sollen die Temperaturen steigen und über mehr als eine Woche über dem Mittel liegen.
Ein junger Mann steht beim Sonnenaufgang in Lissabon, wo die Temperaturen voraussichtlich steigen und länger als eine Woche über dem Mittel bleiben. Copyright  AP Photo
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Von Joana Mourão Carvalho
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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IPMA weitet rote Wetterwarnung für Aveiro, Beja, Braga, Évora, Portalegre, Porto, Santarém und Viana do Castelo mindestens bis Sonntag aus. Regierung verhängt Alarmstufe und verschärft Zugang zu Wäldern.

Das Portugiesische Institut für Meer und Atmosphäre (IPMA) hat zwölf der 18 Distrikte des portugiesischen Festlands unter rote Warnung gestellt. Es handelt sich um die höchste Stufe, die vor einer „meteorologischen Situation mit extremem Risiko“ warnt. Die Warnung gilt ab Donnerstag und mindestens bis Samstag. Grund sind die erwarteten heißen Tage mit anhaltend extrem hohen Temperaturen, bei den Höchst- wie bei den Tiefstwerten.

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Die rote Hitzewarnung gilt ab diesem Donnerstag für Beja, Évora, Portalegre und Santarém sowie für Lissabon und Setúbal. Am Freitag kommen Aveiro, Braga, Porto und Viana do Castelo hinzu, außerdem Coimbra und Leiria.

Die übrigen sechs Distrikte des Festlands, nämlich Bragança, Castelo Branco, Faro, Guarda, Vila Real und Viseu, stehen nach Angaben des IPMA von Donnerstag bis Samstag unter Warnstufe Orange. Diese ist die zweithöchste Stufe und weist auf eine „meteorologische Situation mit moderatem bis hohem Risiko“ hin.

Die vorherigen Wetterprognosen, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, sahen zunächst nur die Distrikte Lissabon und Setúbal ab Donnerstag unter roter Warnstufe wegen der Hitze vor. Am Freitag sollten sich Coimbra und Leiria anschließen.

In einer Mitteilung kündigt das IPMA „eine längere Phase mit sehr heißem und trockenem Wetter“ an. Die Höchsttemperaturen erreichen demnach im Großteil des Landes Werte zwischen 35 und 41 °C, im Tejo-Tal und im Alentejo zwischen 41 und 44 °C.

Die Tiefsttemperaturen liegen in weiten Teilen des Festlands über 20 °C. In einigen Regionen, darunter der Großraum Lissabon, sollen die Temperaturen während mehrerer Nächte nicht unter 24 bis 28 °C fallen, präzisiert das portugiesische Wetterinstitut.

Im Vergleich zum üblichen Klima auf dem portugiesischen Festland ist die Lage vor allem an den Küsten besonders ungewöhnlich. Dort dringt die Meeresbrise kaum ins Landesinnere vor oder bleibt sehr schwach. Das führt über mehrere Tage in Folge zu hohen Temperaturen und schafft an manchen Orten eine seltene Wetterlage.

Das Wetter in Portugal wird derzeit von einem Hochdruckgebiet beeinflusst, das sich nördlich bis nordwestlich des Azoren-Archipels befindet. Nach den IPMA-Prognosen hält diese Phase extremer Hitze voraussichtlich mindestens eine Woche an.

Das IPMA warnt außerdem vor sehr hohen bis extremen Werten des Ultraviolett-Index. Bis Freitag, den dritten Juli, sind auf dem gesamten Festland sehr hohe Werte für alle Distrikte zu erwarten, mit einem UV-Index von 10, sehr hoch, bis 11, extrem.

Die Behörden raten von direkter Sonnenexposition ab, vor allem um die Zeit des Sonnenhöchststands am Mittag, wenn der UV-Index seinen Maximalwert erreicht. Sie empfehlen Sonnenbrillen mit UV-Filter, Hut, T-Shirt, Sonnenschirm und Sonnenschutzmittel.

Regierung verhängt Alarmlage

Angesichts der anhaltend hohen Temperaturen verhängt die Regierung ab Mitternacht an diesem Freitag eine Alarmlage. Innenminister Luís Neves gab die Entscheidung am Donnerstag bekannt.

Die Maßnahme sieht vor allem vor, den Zugang und die Durchfahrt in bestimmten, zuvor definierten Waldgebieten zu untersagen sowie das Abbrennen von Flächen und landwirtschaftlichen Reststoffen zu verbieten. Zudem gilt ein „Verbot von Arbeiten in Waldgebieten unter Einsatz jeglicher Art von Maschinen“, ausgenommen sind Einsätze zur Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden.

Einige Regeln, um die Gesundheit in einer Phase extremer Hitze zu schützen:

  • Mindestens eineinhalb Liter Wasser trinken und auf alkoholische sowie koffeinhaltige Getränke verzichten;
  • Möglichst in kühlen oder klimatisierten Räumen mit Schatten und Luftzirkulation bleiben und Fenster, Rollläden und Jalousien in den heißesten Stunden geschlossen halten;
  • Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, vor allem zwischen elf und siebzehn Uhr, und Sonnenschutz mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 verwenden;
  • Leichte, weit geschnittene Kleidung in hellen Farben tragen, die möglichst viel Haut bedeckt, dazu Hut und Sonnenbrille mit UV-Schutz;
  • Anstrengende Aktivitäten im Freien vermeiden;
  • Fahrten mit dem Auto auf die kühlsten Tageszeiten legen und nicht in geparkten, der Sonne ausgesetzten Fahrzeugen bleiben;
  • Besondere Aufmerksamkeit auf hitzeempfindliche Gruppen richten, etwa Kinder, ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere sowie Menschen, die im Freien arbeiten;
  • Im Notfall und bei Warnzeichen wie starkem Schwitzen, Fieber, Erbrechen oder Übelkeit oder schneller beziehungsweise schwacher Puls den Gesundheitsdienst SNS 24 unter der Nummer 808 24 24 24 anrufen oder die europäische Notrufnummer 112 wählen.
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