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Russland schließt Bahn-Grenzübergänge zu Finnland, Estland und Lettland

Schon Ende 2023 hatte Finnland seinerseits die Grenze zu Russland geschlossen, damals wegen unkontrollierter Migrantenströme
Schon Ende 2023 hatte Finnland seinerseits die Grenze zu Russland geschlossen, damals wegen unkontrollierter Migrantenströme Copyright  AP Photo
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Von Sasha Vakulina
Zuerst veröffentlicht am
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Russland schließt vorübergehend mehrere Bahn-Grenzübergänge zu Finnland, Estland und Lettland. Steht dahinter eine geplante Mobilmachung im Ukraine-Krieg?

Russland stoppt von diesem Mittwoch an vorübergehend den Verkehr über mehrere Eisenbahn-Grenzübergänge zu Finnland, Estland und Lettland, wie die Führung in Moskau mitteilte.

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In dem am Dienstag veröffentlichten Erlass des Kreml wird kein Grund für die Schließungen genannt. Darin ist lediglich von einer "vorübergehenden Aussetzung" des Verkehrs von Menschen, Fahrzeugen und Waren über ausgewählte Bahnübergänge an Abschnitten der russischen Staatsgrenze die Rede.

Das russische Außenministerium sollte Finnland, Estland und Lettland offiziell über die Entscheidung informieren.

Am stärksten betroffen ist die Grenze zu Finnland. Dort werden die Bahnkontrollpunkte Wyborg, Vartsilya, Lyuttya, der Finnische (auch Finnländische) Bahnhof (russisch Sankt Petersburg-Finlandski) und Swetogorsk geschlossen.

Auch am Kontrollpunkt Petschur-Pskow an der Grenze zu Estland sowie am Übergang Pytalowo an der Grenze zu Lettland soll der Zugverkehr eingestellt werden.

Finnland "zweite Ukraine"

Vor wenigen Tagen hatte Finnland Pläne bekanntgegeben, gemeinsam mit dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin in Tampere Europas erstes Wartungszentrum für Mehrfachraketenwerfer (MLRS) aufzubauen.

Die Ankündigung stieß in Russland auf scharfe Kritik und Drohungen. Der erste stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der Staatsduma, Aleksej Schurawljow, warf Finnland vor, sich zu einer "zweiten Ukraine" zu entwickeln, und drohte offen, Moskau verfüge über die militärische Stärke, um die Hälfte des Landes zu zerstören.

Seit dem Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine hat Finnland seine Verteidigungsbereitschaft deutlich erhöht. Zugleich nehmen russische Provokationen zu.

Finnland hatte seinerseits die Grenze zu Russland Ende 2023 für den Personenverkehr geschlossen. Das Land bezichtigte den russischen Nachbarn, den Zustrom von Migranten ohne Papiere zu fördern. Finnland wirft der russischen Regierung heute außerdem vor, hybride Operationen zu steuern und seine Militärinfrastruktur entlang der Grenze auszubauen.

Nach einer aktuellen Untersuchung aus Dänemark baut Russland seine militärische Präsenz an der NATO-Grenze erheblich aus, offenbar als Vorbereitung auf einen möglichen künftigen Krieg gegen das Bündnis.

Mögliche Mobilmachung in Russland

Ein weiterer möglicher Grund für die überraschende Schließung der Bahn-Grenzübergänge könnte eine in Russland erwartete neue Mobilmachung sein.

Russische Behörden sprechen dem Vernehmen nach über eine neue Mobilmachungswelle bereits im Herbst. Nach einigen Berichten könnte sie im Oktober verkündet werden – nach den Wahlen zur Staatsduma, dem Unterhaus des russischen Parlaments. Die Abstimmung ist für den 18. bis 20. September angesetzt.

Auch der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj, hält eine neue Mobilmachungswelle in Russland im Herbst für möglich und verweist ebenfalls auf den Wahltermin im September.

Nach Angaben aus Kyjiw bereitet die russische Regierung die Einberufung zehntausender neuer Soldaten vor, um die steigenden Verluste an der Front auszugleichen.

Die erste Welle der von Moskau als "Teilmobilmachung" bezeichneten Einberufungen im September 2022 löste Proteste aus und brachte hunderttausende Russinnen und Russen dazu, ins Ausland zu fliehen. Seither scheut der Kreml diesen Schritt, weil dieser äußerst unpopulär ist und neue Unzufriedenheit in der Gesellschaft auslösen könnte.

Das Center for Strategic and International Studies (CSIS) schätzte im Januar, dass Russland bis Dezember 2025 rund 1,2 Millionen Verwundete und Tote auf dem Schlachtfeld zu beklagen hat, darunter bis zu 325.000 getötete Soldaten.

Um diese enormen Verluste auszugleichen, muss Moskau jeden Monat mehr als 30.000 neue Soldaten rekrutieren.

Der ukrainische Geheimdienst berichtet, dass in den ersten drei Monaten dieses Jahres etwa 70.500 neue russische Soldaten Verträge unterzeichnet hätten – rund 30.000 weniger als vom russischen Verteidigungsministerium angestrebt.

Medienberichten zufolge fanden Mitte Juni in der Region Wolgograd großangelegte Mobilmachungsübungen statt. Vertreter benachbarter Regionalverwaltungen waren dazu eingeladen.

Russland betont, solche Übungen fänden jedes Jahr statt.

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