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Extreme Hitze: Frankreich schaltet mehrere Atomreaktoren ab

Aufnahme vom neunten Juli 2008: Das Atomkraftwerk Tricastin in Bollène in Südfrankreich am Ufer der Rhône.
Archivbild vom neunten Juli 2008: Das Atomkraftwerk Tricastin in Bollène in Südfrankreich am Rhôneufer. Copyright  AP Photo/Claude Paris
Copyright AP Photo/Claude Paris
Von Doloresz Katanich
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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EDF, Frankreichs staatlicher Energiekonzern, hat drei Atomreaktoren vorübergehend abgeschaltet, sieben weitere könnten mit reduzierter Leistung laufen, um Umweltauflagen einzuhalten.

Der staatliche französische Energiekonzern EDF hat am Sonntag vorübergehend drei Kernreaktoren abgeschaltet. Sieben weitere Anlagen müssen ihren Stromausstoß womöglich drosseln, weil die Hitzewelle im Land anhält.

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Nach Angaben des Unternehmens ist die Maßnahme eine Auflage des Umweltschutzes. Zu heißes Kühlwasser soll nicht in Flüsse eingeleitet werden, die sich durch die Hitzewelle ohnehin stark aufheizen.

Atomkraftwerke nutzen Flusswasser zur Kühlung der Reaktoren und leiten das erwärmte Wasser anschließend wieder in die Flüsse zurück.

„Es gibt kein Risiko für die nukleare Sicherheit. Die Reaktoren können auch bei hohen Temperaturen betrieben werden. Die Grenzwerte dienen dem Schutz der Wasserpflanzen und -tiere“, erklärte ein Sprecher von EDF.

Nach Unternehmensangaben stehen derzeit drei Reaktoren still: Block 2 in Golfech (1.300 MW), Block 3 in Bugey (900 MW) und Block 2 in Chooz (1.450 MW). Zusammen verfügen sie über eine Leistung von 3,65 GW, das entspricht rund 6 % der etwa 61 GW starken französischen Kernkraftkapazität.

Zur fehlenden Kapazität erklärte EDF, die Kernkraftwerke könnten ihre Stromproduktion innerhalb der gesetzlichen Vorgaben optimieren.

Nach aktuellen Wetterprognosen bleibt Block 3 in Bugey voraussichtlich bis zum 19. Juli abgeschaltet, Block 2 in Golfech bis zum 22. Juli und Block 2 in Chooz bis zum 25. Juli.

Zeitplan und Dauer der umweltbedingten Abschaltungen können sich je nach weiterer Entwicklung der Wetterlage ändern.

„Sieben weitere Reaktoren müssen ihre Leistung möglicherweise anpassen; sie schwankt im Tagesverlauf“, so der EDF-Sprecher.

Das Wirtschaftsministerium hat am Samstag eine Ausnahme von den Temperaturgrenzen für die Erwärmung der Rhône im Bereich des Kraftwerks Bugey zugelassen, „um die Sicherheit des Stromnetzes zu gewährleisten“. Die Regelung gilt bis zum 20. Juli.

EDF plant Anpassungen für künftige Hitzewellen

Seit Mai erlebt Frankreich bereits die dritte Hitzewelle. Am Sonntag standen mehr als ein Drittel des Landes unter der höchsten Hitze-Warnstufe des nationalen Wetterdienstes.

Die jetzigen Abschaltungen sind bereits der zweite Fall binnen weniger Wochen, in dem EDF Reaktoren wegen extremer Hitze herunterfahren muss. Im Juni hatte eine Rekordhitzewelle Frankreich getroffen.

Gegenüber Euronews betonte EDF, der Einfluss von Dürren und Hitzewellen auf die Kernstromproduktion sei bislang gering. „Seit dem Jahr 2000 lagen die Produktionsverluste durch hohe Flusstemperaturen und geringe Wasserführung im Schnitt bei 0,3 % der jährlichen Stromerzeugung des französischen Kernkraftparks.“

Mit Blick nach vorn verweist EDF auf einen Anpassungsplan, der das Unternehmen auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten soll. Er umfasst die Kernkraft-, Wasserkraft- und Inselnetze in Frankreich. Anfang 2026 bezifferte EDF die Kosten dieses Programms auf 8,7 Milliarden Euro über einen Zeitraum von 15 Jahren.

Der Plan sieht Maßnahmen vor, um die Kernstromerzeugung in Hitzephasen widerstandsfähiger zu machen. Laut EDF-Sprecher prüft das Unternehmen unter anderem, Wasser aus dem Blowdown-Prozess bestehender Kühltürme vor der Einleitung in die Umwelt zusätzlich zu kühlen. Ein solches System ist im Kernkraftwerk Civaux bereits in Betrieb.

Im Bereich Wasserkraft konzentriert sich EDF darauf, das Hochwassermanagement zu verbessern, die Stromproduktion auch bei niedriger Wasserführung zu sichern und die vielfältige Nutzung der Wasserressourcen zu unterstützen.

In den Inselsystemen verstärkt das Unternehmen die Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetze und verbessert zugleich die Vorsorge für außergewöhnliche Starkwindereignisse, die die Strominfrastruktur beeinträchtigen könnten.

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