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Frankreich demonstriert Militärmacht und Einigkeit bei Macrons letzter Parade

Frankreich: Soldaten marschieren bei der Militärparade zum Nationalfeiertag in Paris am 14. Juli 2026.
Französische Soldaten marschieren bei der Militärparade zum Nationalfeiertag in Paris am 14. Juli 2026 Copyright  AP Photo
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Von Etienne Paponaud & Gavin Blackburn
Zuerst veröffentlicht am
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Rund 6.700 Soldatinnen und Soldaten, 98 Flugzeuge, 31 Hubschrauber und 315 Fahrzeuge nahmen an dem Rekordaufmarsch zwischen Arc de Triomphe und Place de la Concorde teil.

Frankreich hat am Dienstag seine militärische Stärke und den Schulterschluss mit seinen Verbündeten demonstriert. Bei der bislang größten Militärparade zum Nationalfeiertag war der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Ehrengast. Gleichzeitig beschleunigt Europa seine Aufrüstung als Antwort auf Russlands Krieg gegen die Ukraine.

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Bei Macrons letzter Militärparade zum Nationalfeiertag als Präsident marschierten Tausende französische Soldatinnen und Soldaten. Dazu kamen zwei Dutzend ausländische Staats- und Regierungschefs, darunter Selenskyj, sowie Hunderte europäische Soldaten.

Die Parade erinnert an den Sturm auf die Bastille während der Französischen Revolution. Sie fand einen Tag nach einem neuen Gipfel der Ukraine-Unterstützer in Paris statt, den Macron ausgerichtet hatte, gut vier Jahre nach Beginn der russischen Großinvasion in die Ukraine.

Zu den europäischen Gästen gehörten auch Bundeskanzler Friedrich Merz und der britische Premierminister Keir Starmer. Für Starmer ist es eine seiner letzten Auslandsreisen. Gemeinsam mit Macron hatte er die europäischen Hilfen für die Ukraine maßgeblich vorangetrieben, tritt nun aber zurück.

Französische Soldaten marschieren bei der Militärparade zum Nationalfeiertag in Paris, 14. Juli 2026
Französische Soldaten marschieren bei der Militärparade zum Nationalfeiertag in Paris, 14. Juli 2026 AP Photo

Knapp 6.700 Soldatinnen und Soldaten, 98 Flugzeuge, 31 Hubschrauber und 315 Fahrzeuge waren im Einsatz. Eine Rekordzahl von Militärangehörigen marschierte auf der traditionellen Strecke zwischen Triumphbogen und Place de la Concorde.

Die Parade solle "Frankreichs Aufrüstung, Frankreichs strategische Autonomie und Europas strategisches Erwachen" zeigen, erklärte ein Mitarbeiter des Élysée-Palasts.

"Was hier vorbeimarschiert, ist ein geeintes Europa, fest entschlossen, die Ukraine gegen Russland zu unterstützen – ein Europa, das Selbstvertrauen ausstrahlt", sagte die stellvertretende Verteidigungsministerin Alice Rufo bei RTL.

"Notfalls um den Preis von Blut"

Zehntausende Menschen trotzten einer extremen Hitzewelle und kamen zu den Feierlichkeiten ins Zentrum von Paris. Zuvor mussten sie besondere QR-Codes beantragen, um die Sicherheitszone betreten zu dürfen.

Rund 500 Soldatinnen und Soldaten der sogenannten "Koalition der Willigen" aus überwiegend europäischen Staaten marschierten mit. Die Koalition unterstützt Kyjiw im Krieg gegen Moskau. Symbolisch folgten 25 ukrainische Soldaten den Truppen der beteiligten Staaten.

Macron drängt seit Langem auf ein strategisch eigenständiges Europa, das weniger von den Vereinigten Staaten abhängig ist. Am Montag erklärte er, Europa werde für die Freiheit kämpfen, auch wenn dafür eigene Soldaten Blut vergießen müssten.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron trifft zur Militärparade zum Nationalfeiertag in Paris ein, 14. Juli 2026
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron trifft zur Militärparade zum Nationalfeiertag in Paris ein, 14. Juli 2026 AP Photo

"Die Botschaft, die wir der Welt senden, lautet: Ja, Frieden ist unser Ziel", sagte Macron in seiner traditionellen Ansprache an die Streitkräfte.

"Ja, wir schätzen Freiheit und Rechtsstaatlichkeit. Und ja, wir sind bereit, für ihre Verteidigung zu kämpfen. Immer, und notfalls um den Preis von Blut."

Strategische Solidarität

Angesichts wachsender Bedrohungen für die europäische Sicherheit und eines als unberechenbar geltenden US-Präsidenten Donald Trump bezeichnete Generalstabschef Fabien Mandon die Parade auf X als "körperlichen Ausdruck der strategischen Solidarität zwischen unseren Ländern".

Mandon hatte Ende vergangenen Jahres für heftige Debatten gesorgt, als er erklärte, Frankreich müsse bereit sein, in einem möglichen künftigen Konflikt mit Russland "den Verlust seiner Kinder" zu akzeptieren.

In Frankreich ausgebildete ukrainische Piloten sollten zwei französische Mirage-2000-Kampfjets mitsteuern. Die Maschinen wurden an die Ukraine abgegeben, um deren Luftraum gegen russische Drohnen zu schützen.

Die Parade fand auch vor dem Hintergrund neuer Spannungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten im Nahen Osten statt, die die Sorge vor einer Rückkehr zu einem umfassenden Krieg schüren.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nimmt an der Militärparade zum französischen Nationalfeiertag in Paris teil, 14. Juli 2026
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nimmt an der Militärparade zum französischen Nationalfeiertag in Paris teil, 14. Juli 2026 AP Photo

Die diesjährige Militärparade ist Macrons letzte als Präsident. Im kommenden Jahr scheidet er nach der maximal zulässigen Amtszeit von zwei aufeinanderfolgenden Mandaten aus dem Amt. Während seiner Präsidentschaft hat Macron die Verteidigungsausgaben erhöht und die Zusammenarbeit mit den Verbündeten ausgebaut.

Schon in seinen ersten Monaten im Élysée nutzte Macron die Feier zum Nationalfeiertag 2017, um seinen damaligen Ehrengast zu beeindrucken: den frisch vereidigten US-Präsidenten Trump in dessen erster Amtszeit.

Die diesjährige Parade fand zudem zehn Jahre nach dem Anschlag von Nizza statt. Damals war ein Lkw-Fahrer nach dem Feuerwerk zum Nationalfeiertag in eine Menschenmenge gerast. 86 Menschen wurden getötet, mehr als 400 verletzt.

Macron wollte im Laufe des Tages nach Nizza weiterreisen. Am Abend dürfte sich die Champs-Élysées dann mit Fans füllen, die das WM-Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien verfolgen.

Weitere Quellen • AFP

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