Von Oud über Bukhoor bis zu Nischendüften: Die Messe Teeb Al Hazm zeigt die tiefe Duftliebe am Golf – nun planen die Organisatoren den Sprung nach Europa.
Im gesamten Golfraum ist Parfüm mehr als nur Luxus. Düfte gehören seit Langem zum Alltag, zur Gastfreundschaft und zu religiösen Traditionen. Zu den bekanntesten Noten zählen Oud, Bukhoor, Moschus, Rose und Amber.
Diese Kultur zeigt zweimal im Jahr das Festival Teeb Al Hazm in Doha. Dort präsentieren Parfümhäuser alles – von klassischen Oud-Mischungen bis zu modernen Düften, die von regionalen Zutaten inspiriert sind.
Nun wollen die Organisatoren dieses Erlebnis über die Region hinaus tragen: Erstmals ist eine Europa-Ausgabe des Festivals in London geplant.
Dufttraditionen am Golf
Anders als viele Parfümausstellungen, die einzelne Marken in den Mittelpunkt stellen, versammelt Teeb Al Hazm Dufthäuser aus dem gesamten Nahen Osten. Besuchende können so verschiedenste Stilrichtungen direkt vergleichen. Traditionelles Oud bleibt zwar das Herz vieler Kollektionen. Doch jüngere Parfümhäuser kombinieren regionale Zutaten mit aktuellen Dufttrends.
Oud, das aus dem Harz von Adlerholz-Bäumen gewonnen wird, gilt im Mittleren Osten seit Jahrhunderten als Kostbarkeit. Oft ist es mit Bukhoor verbunden – wohlriechenden Holzspänen, die in Häusern und bei Zusammenkünften verbrannt werden. Beides prägt bis heute die Gastfreundschaft am Golf und viele Alltagsrituale.
Im Gespräch mit Euronews sagte Al-Hazm-Mall-Chef Mohamed Al-Emady, der wachsende Ruf der Golfdüfte habe die Veranstalter ermutigt, das Festival ins Ausland zu bringen.
„Der nächste Schritt ist London. Zum ersten Mal kommt Teeb Al Hazm nach Europa. Es wird die erste Ausgabe in London sein, aber in der Golfregion sind wir bereits präsent. Wir waren in Abu Dhabi, wir gehen nach Riad, und die dritte Station wird London sein.“
Blick über die Golfregion hinaus
Die jüngste Ausgabe war bereits die 13. Auflage des Festivals. Trotz des frühen Sommertermins, wenn viele Einwohner traditionell verreisen, kamen Aussteller und Gäste aus der gesamten Golfregion.
„Wir haben niemals mit so vielen Menschen gerechnet. Normalerweise ist die Ausstellung ab fünf Uhr nachmittags belebt, aber diesmal war sie schon ab zehn Uhr morgens voll“, sagte Al-Emady.
Zu den Ausstellern, die erneut dabei waren, gehörte das kuwaitische Dufthaus Czar Perfumes, inzwischen ein Stammgast bei der Veranstaltung.
Verkaufsmitarbeiter Ehab Fouad sagte, die große Wertschätzung für Parfüm in Katar ziehe Marken aus der gesamten Region an.
„Wir kommen aus Kuwait. Es ist das vierte Mal, dass wir an diesem Festival teilnehmen. Es ist eine sehr große Veranstaltung. Die Menschen in Katar mögen Parfüms. Deshalb haben wir hier gute Kundinnen und Kunden.“
Weltweite Anziehungskraft
Nach Einschätzung Al-Emadys beeinflussen die lang gepflegten Dufttraditionen des Golfs die internationale Parfümbranche immer stärker.
„Die Kultur der Golfstaaten mit Oud und Bukhoor – diese Art von Düften ist inzwischen international. Selbst die großen Marken versuchen, den Duft von arabischem Oud und Bukhoor in ihre Kollektionen aufzunehmen.“
Dieses wachsende Interesse spiegelt sich in der zunehmenden Präsenz von Parfümhäusern aus der Golfregion im Ausland wider. Arabische Duftnoten tauchen immer häufiger in Kollektionen internationaler Marken auf.
Sollte die geplante Londoner Ausgabe stattfinden, würde sie einem deutlich größeren Publikum eine Dufttradition näherbringen, die am Golf seit Langem zum Alltag gehört.