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"Kanada betrügt": Trump droht mit 50-Prozent-US-Zöllen auf kanadische Autos

Kanadas Premierminister Mark Carney und US-Präsident Donald Trump geben im Weißen Haus in Washington eine Pressekonferenz am siebten Oktober 2025.
Der kanadische Premierminister Mark Carney und US‑Präsident Donald Trump geben im Weißen Haus in Washington, D.C., am siebten Oktober 2025 eine Pressekonferenz. Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Nathan Rennolds
Zuerst veröffentlicht am
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Der Handelsstreit eskaliert. Der US-Präsident schreibt auf Truth Social: "Kanada betrügt die Vereinigten Staaten von Amerika seit Jahren.“

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, ab 2027 die Zölle auf Fahrzeuge aus Kanada zu verdoppeln. Er warf Ottawa vor, die Vereinigten Staaten seit Jahren "zu betrügen und auszunutzen".

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In einem Post auf seiner Plattform Truth Social schreibt Trump:"„Am 1. Januar 2027 werden die Zölle auf alle Pkw, Lkw, große wie kleine, Autoteile und Stahl auf 50 Prozent angehoben.“

Derzeit erhebt die US-Regierung auf Autos aus Kanada mit nicht-amerikanischen Komponenten Zölle von 25 Prozent.

Die Drohungen stehen im Kontext eines eskalierenden Handelsstreits zwischen den beiden Nachbarn. Am 21. August hatte der Konflikt einen neuen Höhepunkt erreicht: Gespräche über eine Vereinbarung, mit der 50-Prozent-US-Zölle auf bestimmte kanadische Waren verhindert werden sollten, waren geplatzt. Beide Seiten warfen einander vor, in letzter Minute Änderungen durchsetzen zu wollen.

Der kanadische Premierminister Mark Carney erklärte, Kanada sei gezwungen gewesen, von dem „schlechten“ Deal abzurücken: „Wir können das Angebot nicht akzeptieren und wir werden nicht das geben, was sie verlangen.“

Die neuen Abgaben, die am 22. August 2026 in Kraft traten, betreffen kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar.

Carney kündigte an, Ottawa werde die US-Zölle "Dollar für Dollar" heimzahlen, um „unsere Beschäftigten und Betriebe zu schützen“.

„Unsere Gegenmaßnahmen konzentrieren sich auf Branchen wie Stahl, Milchprodukte, Haushaltsgeräte, Landmaschinen, Zellstoff und Papier sowie Elektronik“, erklärte der kanadische Regierungschef.

Das Amt des US-Handelsbeauftragten bezeichnete das Scheitern der Gespräche als „verpasste Chance“ für Kanada. Ottawa halte an einer „lang anhaltenden Vergeltung“ gegen die USA fest.

„Trotz des US-Angebots an Kanada, als großer Exporteur den besten Zugang zu unserem Markt zu erhalten, haben neue Forderungen und Rücknahmen früherer Zusagen durch Kanada das sorgfältig austarierte Gleichgewicht der vergangenen Tage zerstört“, teilte die Behörde mit.

Premierminister Mark Carney erläutert Kanadas Reaktion auf neue US-Zölle bei einer Pressekonferenz auf dem Parlamentshügel in Ottawa am Samstag, 22. August 2026.
Premierminister Mark Carney erläutert Kanadas Reaktion auf neue US-Zölle bei einer Pressekonferenz auf dem Parlamentshügel in Ottawa am Samstag, 22. August 2026. The Canadian Press

Trumps Zollstrategie

Am Montag griff Trump zudem die aus seiner Sicht „lächerlich hohen Zölle“ Kanadas auf US-Landwirtschaftsprodukte an. Kanada werde „nicht länger wie ein Bundesstaat behandelt“, sagte der Präsident der Vereinigten Staaten.

Trump hat wiederholt vorgeschlagen, Kanada solle zum 51. Bundesstaat der USA werden. Vergangene Woche erklärte er, Ottawa wolle „die Vorteile eines Bundesstaats, ohne einer zu sein“.

Schon Ende Juli hatte er 50-Prozent-Zölle auf kanadische Waren angedroht. Immer wieder betont Trump auch, wie sehr er das Wort "taxes" ("Zölle") liebt.

Der US-Präsident verfolgt in seiner zweiten Amtszeit im Weißen Haus eine aggressive Zollpolitik und erhöht Abgaben für Handelspartner in aller Welt. Die US-Regierung unterstreicht, höhere Zölle stärkten die Industrie in den Vereinigten Staaten, förderten heimisches Beschäftigungswachstum und korrigierten aus ihrer Sicht unfaire Handelsbedingungen.

Viele Kritiker halten dagegen: Steigende Zölle verteuern nach ihrer Einschätzung das Leben für Verbraucherinnen, Verbraucher und Unternehmen in den USA und sorgen für große Unsicherheit bei Firmen, die Investitionen und Lieferketten planen. Und nach Ansicht vieler Experten ist vor allem Unsicherheit Gift für die Wirtschaft.

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