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Norwegens König Harald V. ist tot – sein Sohn Haakon wird neuer König

Norwegens König Harald ist gestorben
Norwegens König Harald ist gestorben Copyright  AP Photo/Markus Schreiber
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Von Simon Ormiston & Euronews
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Nach tagelangem Bangen ist Norwegens König Harald V. im Alter von 89 Jahren gestorben. Europas dienstältester Monarch erlag im Osloer Rikshospitalet den Folgen einer schweren Bluterkrankung. Sein Sohn, Kronprinz Haakon, tritt die Nachfolge auf dem Thron an.

Norwegens König Harald V., Europas am längsten amtierender Monarch, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Das teilte der Königspalast am Freitag mit.

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„Es ist mit tiefer Trauer, dass wir den Tod Seiner Majestät König Haralds bekanntgeben. König Harald ist am Freitag, dem 28. August, um 6:35 Uhr friedlich im Universitätsklinikum Oslo verstorben“, hieß es in der Erklärung des Palastes.

Am Königspalast in Oslo wurde die Flagge am Freitag auf halbmast gesetzt. Zahlreiche Menschen versammelten sich vor dem Palast, legten Blumen ab und nahmen Abschied von ihrem König.

Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich zutiefst betroffen vom Tod des norwegischen Königs und würdigte ihn als verbindende Persönlichkeit, die für Ruhe und Zusammenhalt gestanden habe. Er sprach der königlichen Familie und dem norwegischen Volk in dieser Zeit der Trauer sein Mitgefühl aus.

Damit reiht sich der Bundeskanzler in eine wachsende Liste internationaler Beileidsbekundungen ein.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach dem norwegischen Volk ihr Beileid aus und würdigte Harald als „wahren Europäer“, der seinem Land „mit Wärme, Bescheidenheit und unerschütterlichem Pflichtbewusstsein“ gedient habe. „In Momenten der Freude wie der Trauer hat er die Norweger zusammengebracht“, sagte sie und fügte hinzu, sein königliches Motto „Alt for Norge“, zu Deutsch „Alles für Norwegen“, werde weiter nachwirken.

Der 89-Jährige war seit dem 17. August wegen einer hämolytischen Anämie im Krankenhaus behandelt worden, einer Erkrankung, bei der rote Blutkörperchen schneller abgebaut werden, als der Körper sie neu bilden kann. Seine Familie eilte am Donnerstag an sein Krankenbett, nachdem der Palast mitgeteilt hatte, sein Zustand sei „äußerst ernst“. Berichten zufolge wich Kronprinz Haakon die ganze Nacht nicht von seiner Seite.

Harald war 1991 auf den Thron gekommen und hatte in den vergangenen Jahren mit mehreren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, unter anderem war ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt worden. Einen Rücktritt schloss er jedoch stets aus, mit Verweis auf den lebenslangen Eid, den er vor dem Parlament geleistet hatte.

Trauernde beschrieben ihn als warmherzigen, verbindenden Monarchen, der zur Einheit Norwegens beigetragen habe. Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sagte angesichts der Verschlechterung des königlichen Gesundheitszustands eine geplante Reise nach Deutschland ab.

Ein verbindender König durch Jahrzehnte des Wandels

König Harald V. blieb während seiner 35-jährigen Regentschaft eine populäre und einigende Figur. Er trug maßgeblich zur Modernisierung der norwegischen Monarchie bei und führte das Land durch Momente nationaler Tragödien sowie, in seinen letzten Jahren, durch familiäre Skandale.

Jahrhundertelang teilte sich Norwegen seine Monarchen mit Dänemark und später mit Schweden, weshalb die Königsfamilien meist außerhalb des Landes ansässig waren. Das änderte sich erst, nachdem Norwegen 1905 vollständig unabhängig wurde. Haralds Geburt nahe Oslo im Jahr 1937 machte ihn zum ersten in Norwegen geborenen Prinzen seit mehr als 500 Jahren.

Er war drei Jahre alt, als Nazi-Deutschland 1940 in Norwegen einmarschierte. Zusammen mit seiner Mutter und seinen Schwestern floh er zunächst nach Schweden und dann in die USA, während sein Vater und sein Großvater ins britische Exil gingen. Nach Kriegsende kehrte die Familie 1945 nach Norwegen zurück.

Harald besuchte öffentliche Schulen, absolvierte eine Ausbildung an der norwegischen Militärakademie und studierte später an der Universität Oxford. Als begabter Segler nahm er an drei Olympischen Spielen für Norwegen teil und gewann später einen Weltmeistertitel.

1968 heiratete er seine Jugendliebe Sonja Haraldsen, nachdem er neun Jahre lang um die Zustimmung seines Vaters zu dieser Verbindung geworben hatte. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, Prinzessin Märtha Louise und Kronprinz Haakon.

Harald folgte seinem Vater, König Olav V., 1991 auf den Thron und wählte als königliches Motto „Alles für Norwegen“.

„Norwegen bist du, Norwegen sind wir“

Trotz seiner begrenzten verfassungsmäßigen Befugnisse wurde Harald bekannt für seine Fähigkeit, das Land in schwierigen Momenten zu vereinen. Nachdem Anders Behring Breivik 2011 77 Menschen getötet hatte, erklärte Harald, Freiheit sei stärker als Angst.

Er setzte sich zudem für ein zunehmend vielfältiges Norwegen ein und erhielt breite Anerkennung für eine Rede im Jahr 2016, in der er sich ausdrücklich zu queeren Menschen, Einwanderern und unterschiedlichen religiösen Überzeugungen bekannte.

In seiner damaligen Ansprache ging es um Zusammenhalt und nationale Einheit. Er sagte sinngemäß, Norweger seien Mädchen, die Mädchen lieben, Jungen, die Jungen lieben, und Mädchen und Jungen, die sich gegenseitig lieben.

Der König stellte sich außerdem hinter Einwanderer und Menschen unterschiedlichen Glaubens und sagte abschließend: „Norwegen bist du. Norwegen sind wir.“

Weitere Quellen • AFP

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