Eine türkische Drohne drang in das Seegebiet zwischen Samothraki und Limnos ein. Die Behörden aktivierten sofort ihre Überwachungs- und Abfangmaßnahmen.
Die griechische Luftwaffe wurde sofort alarmiert. Ein türkisches unbemanntes Luftfahrzeug war in das Flugüberwachungsgebiet von Athen eingeflogen und hatte den nationalen Luftraum verletzt.
Das türkische Fluggerät soll sich im weiteren Seegebiet zwischen Samothraki und Limnos bewegt haben. Sofort wurde der Überwachungs- und Abfangalarm ausgelöst.
Die Reaktion Athens kam prompt: Ein Paar F-16-Kampfjets der Luftwaffe startete, um das türkische Luftfahrzeug aufzuspüren, zu identifizieren und abzufangen. Der Einsatz zeigt die hohe Einsatzbereitschaft Griechenlands gegenüber jeder Aktivität, die den Luftraum verletzt.
Sorge wegen Start eines Passagierflugzeugs
Besondere Sorge bestand, weil sich das türkische Fluggerät in der Nähe des Endanflugs auf den Flughafen Alexandroupoli bewegte, genau in dem Moment, als ein Passagierflugzeug der Aegean zum Start ansetzte.
Gemeinsam konnten die Behörde für Zivilluftfahrt und die griechischen Kampfjets die Drohne aus dem Bereich zu verdrängen, ohne die Sicherheit des Passagierfluges zu beeinträchtigen.
Für den Flug wurden aber Vorsichtsmaßnahmen getroffen: Das Passagierflugzeug erhielt die Weisung, einen anderen Flugkorridor zu nutzen und zunächst in niedriger Höhe zu bleiben, bis es die Region verlassen hatte. Danach setzte es seinen Flug planmäßig zum Flughafen „Eleftherios Venizelos“ fort.
Dem Vorfall kommt wegen des Zeitpunkts besondere Bedeutung zu. Er ereignete sich nur wenige Stunden, nachdem das türkische Verteidigungsministerium erneut über die mögliche Einrichtung einer Drohnen-Basis auf Rhodos gesprochen hatte. Ankara erklärte, eine solche Entwicklung könnte „Frieden und Stabilität in der Ägäis“ beeinträchtigen, und deutete an, „notwendige Maßnahmen“ zu ergreifen.
In Athen bewertet man die jüngsten Vorfälle im Zusammenhang. Die Behörden prüfen, ob es sich um einen abgestimmten Versuch der Türkei handelt, politische und militärische Signale zu senden, oder ob dies auf eine grundlegende Veränderung der türkischen Haltung im Ägäisraum hindeutet.
Dass griechische F-16 starten mussten, um das türkische unbemannte Luftfahrzeug abzufangen, verstärkt die Sorge vor einer Rückkehr provokativer Aktionen in der Region. Die griechische Seite beobachtet die nächsten Schritte Ankaras daher sehr genau.