Nach dem Diebstahl eines wertvollen Colliers aus dem Wiener Museum für angewandte Kunst fahndet die Polizei nach zwei Männern. Sie hatten sich mit regulären Tickets Eintritt in das Museum verschafft.
Zwei Männer kaufen sich Eintrittskarten für das Museum für angewandte Kunst (MAK) in der Wiener Innenstadt, gehen völlig unmaskiert hinein, zerschlagen eine Glasvitrine mit einem Hammer, erbeuten ein 200-karätiges Collier aus Platin und Diamanten und flüchten: Nach dem Juwelenraub am Donnerstagnachmittag im MAK sucht die Wiener Polizeidirektion nun mit Fahndungsfotos, die sie an diesem Freitag veröffentlichte, nach den beiden mutmaßlichen Tätern.
Gesucht werden zwei 1,70 bis 1,75 Meter große Männer mit schlanker Statur, dunklen Haaren und Bart.
Einer der beiden Männer trug laut einer Polizeisprecherin eine Waffe bei sich, die vermutlich echt war. Er habe die Waffe zwar nicht eingesetzt, sie aber offen gezeigt, um sich den Weg zu bahnen.
Die Polizei leitete umfangreiche Fahndungsmaßnahmen ein, auch mit einem Personenspürhund. Das Landeskriminalamt Wien hat die Ermittlungen übernommen.
Nach Angaben österreichischer Medien handelte es sich um ein Collier von Van Cleef & Arpels mit 673 Edelsteinen im Wert von mehreren Millionen Dollar. Es ist der jüngste spektakuläre Coup in einer Serie von Einbrüchen in Museen in Europa.
Die Polizei erklärte, die beiden Männer hätten keine Masken getragen. Sie zahlten für den Eintritt und sind auf den Überwachungskameras des Raubs am Donnerstag deutlich zu erkennen.
Das Collier war Teil der Ausstellung "Glanzstücke" über die französischen Designer Van Cleef & Arpels. Rund 500 Stücke sind seit Juni im MAK zu sehen. Die Ausstellung läuft bis zum 27. September.
Nach kurzer Schließung war die Schau an diesem Freitag wieder geöffnet, so wie auch das restliche Museum.
Raub erinnert an Louvre-Coup
Das gestohlene Collier entstand für die frühere ägyptische Königsfamilie. Königin Nazli trug es 1939 bei der Hochzeit ihrer Tochter Faiza mit dem späteren Schah des Iran, Mohammad Reza Pahlavi.
Auf ihrer Website bezeichnet Van Cleef & Arpels das Stück als "Triumph des weißen Schmucks". Das französische Unternehmen äußerte sich zunächst nicht zu dem Diebstahl.
Museen in Europa verzeichnen seit Monaten spektakuläre Einbrüche. Im Oktober drangen Diebe bei Tageslicht in den Pariser Louvre ein und entkamen in weniger als acht Minuten mit Schmuck im Wert von 88 Millionen Euro.
Am Donnerstag nahmen Räuber den "Schatz von Villena" ins Visier, eine der bedeutendsten Goldsammlungen der Bronzezeit, im Museum der spanischen Stadt Villena. Sie stahlen den Großteil der mehr als 50 ausgestellten Stücke – vor allem goldene Armreifen, Schalen, Gefäße und andere Objekte.
Vier Werke des Renaissance-Malers Antonello da Messina "von außerordentlichem Wert" wurden in einem Museum auf Sizilien entwendet, teilte Italiens Kulturministerium am Sonntag mit.
Zwei Tage zuvor hatten die italienischen Behörden gemeldet, dass sie Gemälde von Renoir, Cézanne und Matisse im Wert von über 8 Millionen Euro wiedergefunden hätten. Unbekannte hatten diese zuvor aus dem Museum der Stiftung Magnani-Rocca nahe Parma gestohlen.