Loader
Finden Sie uns
Werbung

Grönland und Antarktis verlieren seit 1979 zwölf Billionen Tonnen Eis

Ein Boot fährt nachts nahe großer Eisberge vor der Ostküste Grönlands.
Nachts fährt ein Boot zwischen großen Eisbergen vor der Ostküste Grönlands. Copyright  Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved.
Copyright Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved.
Von Yolaine De Kerchove Dexaerde
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Einer umfassenden Studie zufolge hat sich der Verlust von Eis seit den 1990er-Jahren deutlich beschleunigt.

Seit 1979 haben Grönland und die Antarktis rund 12,5 Billionen Tonnen Eis verloren. Dadurch ist der globale Meeresspiegel um etwa 3,2 Zentimeter gestiegen, wie eine umfangreiche wissenschaftliche Studie zeigt.

WERBUNG
WERBUNG

Die Forschenden stellen fest, dass der Eisverlust in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen hat, besonders seit den 1990er-Jahren.

Den größten Anteil des Verlusts führen sie auf wärmere Meerestemperaturen zurück. Die höheren Temperaturen lassen Gletscher mehr Eis ins Meer schieben.

Eisverlust steigt in den 2010er-Jahren stark an

Für die Studie wurden Satellitendaten aus mehr als vier Jahrzehnten ausgewertet. Die Zeitreihe reicht für die Antarktis bis 1979 zurück, für Grönland bis 1972.

Die Daten zeigen, dass die Eisschilde in den 1970er- und 1980er-Jahren sowie bis in die 1990er-Jahre hinein vergleichsweise stabil blieben.

Danach nahm der Eisverlust zu. Die stärkste Beschleunigung verzeichnen die Forschenden in den 2010er-Jahren.

„Wir sehen einen klaren Trend: Die großen Eisschilde verlieren immer mehr Masse, und das nimmt von Jahrzehnt zu Jahrzehnt weiter zu“, sagt Inès Otosaka, Eisforscherin an der Northumbria University.

Die Veränderungen hängen ihrer Einschätzung nach eindeutig mit steigenden Luft- und Meerestemperaturen zusammen.

Wärmere Ozeane treiben Großteil des Eisverlusts

Rund 84 Prozent des Eisverlusts gehen nach Angaben der Forschenden darauf zurück, dass mehr Eis in die Ozeane abfließt.

Prozesse an der Oberfläche erklären die übrigen 16 Prozent. Wärmeres Meerwasser frisst sich von unten und an den Rändern in die Gletscher und beschleunigt so ihren Vorstoß Richtung Ozean.

In Grönland zieht sich der Jakobshavn-Gletscher nach Angaben Otosakas um bis zu 50 Meter pro Tag zurück.

Eisverlust lässt Meeresspiegel steigen

Seit 1979 hat der Eisverlust den globalen Anstieg des Meeresspiegels um etwa 3,2 Zentimeter verstärkt. Fachleute warnen, dass schon kleine Zuwächse große Folgen für Küstenregionen haben können.

Mit jedem zusätzlichen Zentimeter Meeresspiegel sind Schätzungen zufolge zwei bis drei Millionen weitere Menschen jedes Jahr von Überflutungen an den Küsten bedroht.

Zwischen 2020 und 2023 hat der Eisverlust kurzzeitig etwas nachgelassen. Nach Einschätzung der Forschenden spiegelt das jedoch nur kurzfristige Wetterphasen wider, nicht eine Trendwende. Sie warnen zudem, dass die großen Eisschilde oft erst nach Jahrzehnten auf den Klimawandel reagieren. Der Eisverlust könnte also weitergehen, selbst wenn die Erderwärmung gestoppt würde.

Die Studie ist in der Fachzeitschrift „Scientific Data“ erschienen.

Cutter • Yolaine De Kerchove Dexaerde

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

EU reist mit klarer Botschaft zu COP31: Klimaversprechen reichen nicht mehr

Klimawandel verstärkt El Niño: neue Studie liefert Hinweise

Grönland und Antarktis verlieren seit 1979 zwölf Billionen Tonnen Eis