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Europas wärmere Meere locken Schwimmer, Studie warnt vor alarmierender Unterwasserwelt

Archivaufnahme: Eine Steckmuschel steht auf dem Meeresboden der Ägäis, 22. Juli 2016.
ARCHIV: Eine Steckmuschel steht auf dem Meeresboden der Ägäis, aufgenommen am 22. Juli 2016. Copyright  Yiannis Issaris / AP Photo
Copyright Yiannis Issaris / AP Photo
Von Angela Symons mit AFP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Studie: Europas sich schnell erwärmende Meere richten schwere ökologische Schäden an – Ursache klar benannt

Der Klimawandel ist nach einer neuen Studie der Haupttreiber für Europas steigende Meerestemperaturen. Er hat in diesem Sommer im Mittelmeer direkt rund zwei Grad zusätzliche Erwärmung verursacht und Ökosysteme stark beeinträchtigt, wie Forschende feststellen.

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„Von den atlantischen Gewässern vor Irland bis zum Mittelmeer verzeichnen die Meere Europas einen alarmierenden Anstieg der Temperaturen“, sagt Mitautor Thomas Frölicher, Umweltphysiker an der Universität Bern in der Schweiz.

„Unsere Forschung zeigt klar, dass der Klimawandel dahintersteckt, insbesondere die anhaltende Verbrennung von fossilen Brennstoffen“, fügt er hinzu.

Forschende der Gruppe World Weather Attribution (WWA) schätzen, dass der Klimawandel das Mittelmeer um etwa zwei Grad zusätzlich aufgeheizt hat und die Meere Westeuropas um rund eins Komma drei bis eins Komma vier Grad.

Diese Werte ermittelten sie, indem sie Beobachtungsdaten mit Klimamodellen kombinierten.

Erwärmte Meere: Folgen für Europa

Die WWA berichtet von „Hinweisen auf gravierende ökologische Folgen“. Arten wanderten nach Norden in kühleres Wasser und brächten damit Nahrungsketten, Küstenfischerei und Aquakultur aus dem Gleichgewicht.

„Die Auswirkungen reichen auch an Land“, heißt es weiter in der Erklärung. Höhere Meeresoberflächentemperaturen erhöhen die Luftfeuchtigkeit in Küstengebieten und steigern so das Risiko extremer Hitze.

Der Meeresökologe John Bruno sagt, es sei überraschend, „wie wenig zusätzliche Erwärmung nötig ist, um Organismen über die Schwelle zu schieben, an der sie sterben“.

„Bei Korallenriffen sind es zum Beispiel nur etwa ein Grad“, so Bruno.

Er ergänzt, dass einige Organismen von Hitzewellen sogar profitieren, etwa weil sie wärmere Temperaturen bevorzugen oder weil ihre natürlichen Feinde verschwinden.

„Es findet eine Art Durchmischung, eine Neuordnung der Lebensgemeinschaften statt. Es gibt also das, was wir Gewinner und Verlierer nennen“, sagt er.

Weltmeere verzeichnen Rekordhitze

Nach Angaben des europäischen Klimadienstes Copernicus Climate Change Service haben die Weltmeere im Juli bereits den zweiten Monat in Folge Rekordtemperaturen erreicht.

Laut WWA verzeichneten einige Regionen des Mittelmeers über die heißesten zwei Wochen des Monats Meeresoberflächentemperaturen, die mehr als sechs Grad über dem Normalwert lagen.

Die Gruppe betont zudem, dass der Klimawandel marine Hitzewellen auf größere Teile Europas ausgedehnt hat.

In diesem Jahr seien etwa 90 Prozent der Region Biskaya und der iberischen Küste sowie rund 80 Prozent des westlichen Mittelmeers von marinen Hitzewellen betroffen gewesen, heißt es.

Ohne die derzeitige, vom Menschen verursachte Erwärmung von etwa eins Komma vier Grad wären nach ihren Berechnungen nur rund 40 Prozent dieser Gebiete betroffen gewesen.

Mitautorin Claire Bergin, Forscherin an der Maynooth University in Irland, merkt an, dass „wärmeres Wasser zum Baden für Strandbesucherinnen und Strandbesucher in kühleren Ländern wie meinem verlockend klingen mag“.

„Doch die Folgen für das Leben unter der Wasseroberfläche sind deutlich gravierender“, warnt sie.

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