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Satelliten in Getränkedosen-Größe: junge Ingenieure wagen Weltraumprojekt in Usbekistan

Teilnehmerinnen und Teilnehmer bauen ihren CanSat
Teilnehmende bauen ihren CanSat -  Copyright  Euronews
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Von Ruxshona Raxmatullayeva
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Vom Rechnen im Klassenzimmer bis zum Raketenstart: Teams aus fünfzehn Ländern erprobten ihre Entwicklungen unter echten Flugbedingungen. Mit Sensoren und Funktechnik sammelten die Geräte Daten, bevor sie am Fallschirm zur Erde zurückgingen.

Der Bau eines Satelliten dauert in der Regel Jahre, verlangt spezielle Einrichtungen und erhebliche Investitionen. Auf einem Flugplatz vor den Toren der usbekischen Hauptstadt Taschkent stellten sich junge Ingenieurinnen und Ingenieure aus 15 Ländern jedoch einer anderen Aufgabe: Sie konstruierten ein Satellitenmodell im Miniaturformat, klein genug für eine Getränkedose, und schickten es anschließend in die Luft.

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Ihre Konstruktionen, sogenannte CanSats, waren mit Sensoren, Elektronik und Kommunikationssystemen ausgestattet, die Messdaten während des Flugs erfassen sollten. Die Mini-Satelliten starteten auf Raketen und kehrten an Fallschirmen zur Erde zurück. So konnten die Studierenden ihre ingenieurwissenschaftlichen Fähigkeiten erproben, ohne die Atmosphäre unseres Planeten zu verlassen.

Miniatur-Satellit vom Typ CanSat
Miniatur-Satellit vom Typ CanSat Euronews

Im Unterschied zu herkömmlichen Satelliten erreichen CanSats keine Umlaufbahn. Sie bilden einzelne Funktionen einer Weltraummission unter realen Flugbedingungen nach.

Die Teams verbrachten mehrere Tage an der Polytechnischen Universität Turin in Taschkent. Sie montierten die Elektronik, stellten die Sensoren ein und programmierten ihre Geräte, bevor sie sie für den Start vorbereiteten. Am Programm nahmen 50 internationale Teilnehmende und mehr als 100 Studierende aus Usbekistan teil.

Vom Entwurf zum Flug

Beim Sinkflug mussten die CanSats selbstständig arbeiten. Die Sensoren sollten Daten erfassen, die Kommunikationssysteme sie an Bodenstationen senden.

Ein usbekisches Team ergänzte sein Gerät um eine Kamera sowie Sensoren für Temperatur und Luftdruck, mit dem Ziel, Livebilder aus dem Flug zu senden.

„Die größte Herausforderung besteht darin, eine zuverlässige Telemetrie aufzubauen. Sie muss die Bodenstation mit dem CanSat verbinden“, sagte Ahmadkhon Latipov Euronews.

Die Geräte speicherten die Informationen zusätzlich an Bord. So konnten die Teams die Daten auch dann auslesen, wenn die Verbindung zur Bodenstation abbrach.

Der Dozent Baris Beynek von der Technischen Universität Istanbul erklärte, dies bilde einen zentralen Teil realer Satellitenmissionen nach.

„In einem echten Satellitenprojekt sendet der Satellit Daten an die Bodenstation und speichert sie zugleich intern. Genau das machen wir hier auch“, sagte er.

Nach der Landung holten die Teams ihre Geräte zurück und werteten die aufgezeichneten Flugdaten aus. So konnten sie ihre Berechnungen mit der tatsächlichen Leistung von Elektronik, Sensoren, Kommunikations- und Fallschirmsystemen vergleichen.

Nach Angaben der Veranstalter traten in der Endrunde 14 Teams an. Nebula belegte den ersten Platz, gefolgt von Pegasus und Sky Lab.

Raumfahrtkompetenzen: Mehr als nur Satelliten

Der Wettbewerb war Teil des fünften internationalen CanSat-Trainingsworkshops, organisiert von der usbekischen Raumfahrtagentur Uzcosmos, der Islamischen Weltbildungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation ICESCO und der Polytechnischen Universität Turin in Taschkent.

Dr. Muhammad Sharif, Berater für Wissenschaft und Umwelt bei ICESCO, erklärte, der zunehmende Einsatz von Satellitentechnologie schaffe Bedarf an Fähigkeiten, die über die klassische Luft- und Raumfahrttechnik hinausgehen.

Er nannte Erdbeobachtung, Satellitenkommunikation und künstliche Intelligenz sowie Anwendungen in Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und Klimabeobachtung.

Das Programm rückt zudem internationale Teamarbeit ins Zentrum der ingenieurtechnischen Aufgabe.

„Sie müssen ihre eigenen Fähigkeiten einsetzen und mit anderen zusammenarbeiten“, sagte Beynek. „In der Raumfahrt ist internationale Kooperation das Wichtigste.“

Gruppenfoto der CanSat-Teilnehmenden
Gruppenfoto der CanSat-Teilnehmenden Euronews

Für die usbekische Raumfahrtagentur ist das Programm zugleich eine Chance, junge Fachkräfte für den wachsenden Raumfahrtsektor des Landes auszubilden.

Muhiddin Ibragimov, stellvertretender Direktor von Uzcosmos, betonte, wie wichtig die Einbindung junger Menschen in die Raumfahrttechnologie ist. Selbst die anspruchsvollsten Projekte seien auf passende Kompetenzen und starke Teams angewiesen.

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