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Keine Telefonzellen mehr ab dem 1.1.2018: Ein Dorf leistet Widerstand

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Keine Telefonzellen mehr ab dem 1.1.2018: Ein Dorf leistet Widerstand

Keine Telefonzellen mehr ab dem 1.1.2018: Ein Dorf leistet Widerstand
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In Frankreich soll es ab dem 1.1.2018 keine öffentlichen Telefonzellen mehr geben, die letzten 1.500 Telefonhäuschen werden abgebaut. Sie sind laut dem inzwischen privatisierten, einstigen Staatskonzern “Orange”, der sie betreibt, mit 10 Millionen Euro Kosten pro Jahr zu teuer und viel zu selten genutzt. Jedes Jahr gehe die Dauer der in den Kabinen geführten Telefongespräche um 40 Prozent zurück. Vor 20 Jahren gab es noch 300.000 Telefonhäuschen in Frankreich. Doch diese Zeiten sind lange vorbei.

Dabei funktioniert das Mobilfunknetz nicht überall im Land wirklich gut. Und daher rührt auch die Geschichte des “gallischen Dorfes”, das Widerstandt leistet. Der kleine Skiort Ceillac in den französischen Alpen – im Département Hautes-Alpes etwa 80 km von Gap entfernt – kämpft um seine Telefonzelle. Der Bürgermeister hat schon im März an den Präsidenten Emmanuel Macron geschrieben und an den CEO von Orange, weil das Mobilfunknetz in seinem Ort kaum funktioniere – von Internet gar nicht zu reden -, müsse die letzte Telefonzelle, die sich in Flur des Rathauses befindet, erhalten werden. Während der Skisaison halten sich etwa 3.000 Menschen in Ceillac auf, im Rest des Jahres sind es zehn mal weniger. Aber einige ältere Bewohner des Dorfes haben kein Telefon und kommen ins Rathaus – auch um sich in der Telefonzelle anrufen zu lassen.

Laut örtlichen Medien hat der Bürgermeister sogar einen Techniker, der gekommen war, um die Telefonzelle abzubauen, persönlich davon abgehalten.

Jetzt gehen die Bewohner von Ceillac davon aus, dass ihre Telefonzelle erhalten bleibt… vorerst…

In Belgien gibt es schon seit 2015 keine Telefonhäuschen mehr.