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Chemnitz: Jüdisches Restaurant angegriffen

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Chemnitz: Jüdisches Restaurant angegriffen

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Das jüdische Restaurant "Schalom" ist von gut einem Dutzend Vermummter angegriffen worden. Das berichtet die "Welt am Sonntag". Sie hätten "Hau ab aus Deutschland, Du Judensau" gerufen. Der Angriff habe sich bereits am 27. August ereignet, sei aber erst jetzt bekannt geworden. Das koschere Restaurant war mit Steinen und Flaschen beworfen worden. Restaurant-Eigentümer Uwe Dziuballa erstattete Anzeige. Das sächsische Landeskriminalamt ermittelt. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, eine politisch motivierte Tat liege nahe, auch könne von einem anti-semitischen Hintergrund ausgegangen werden, die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Wirt Uwe Dziuballa eröffnete das Restaurant "Schalom" im Jahr 2000. Seither hat er sich an Hakenkreuzschmierereien und Drohanrufe gewöhnt. Auch den einen oder anderen Schweinekopf habe man ihm vor die Tür gelegt. In den vergangenen Jahren sei es aber ruhiger geworden. Daher habe ihn der jetzige Angriff so entsetzt. Dziuballa wurde durch einen Stein an der Schulter leicht verletzt.

Der Beauftragte gegen Antisemitismus der Bundesregierung, Felix Klein, zeigte sich alarmiert. "Sollten die Berichte zutreffen, haben wir es mit dem Überfall auf das jüdische Restaurant in Chemnitz mit einer neuen Qualität antisemitischer Straftaten zu tun. Hier werden die schlimmsten Erinnerungen an die dreißiger Jahre wachgerufen", sagte er der "Welt am Sonntag". Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat dem Bericht zufolge mit Wirt Dziuballa, einem alteingesessenen Chemnitzer, telefoniert.