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Agadez: Wirtschaft muss sich neu erfinden

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Agadez: Wirtschaft muss sich neu erfinden

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Ein Viehmarkt am Rande der Stadt Agadez in Niger: Früher brummte das Geschäft, doch zur Zeit läuft es eher schleppend. Die Regierung hat vor zwei Jahren ein Anti-Schmuggel-Gesetz erlassen, das Geschäfte mit der Migration verbietet. Der lokalen Bevölkerung ging dadurch eine wichtige Einnahmequelle verloren.

"Es ist kein Geld da" sagt ein Kamel-Hirte. Er erzählt, dass ein Kamel früher fast 500.000 zentralafrikanische Francs wert war, knapp 800 Euro. Heute sind es weniger als 500 Euro. Die Preise auf dem Markt von Agadez sind eingebrochen. Eine Situtation, wie er sagt, die das Ergebnis des Anti-Schmuggel-Gesetzes ist.

Agadez ist seit Jahrhunderten das Tor von Zentral- nach Nordafrika und eine wichtige Transitstation auf dem Weg durch die Sahara. Seit 2013 machten sich tausende Menschen aus Westafrika von hier aus auf den Weg nach Libyen und weiter nach Europa.

Ein gutes Geschäft für Schmuggler. Doch mittlerweile ist die Zahl der Migranten um 80 Prozent gefallen. Tausende Menschen, die Geschäfte mit den Durchreisenden machten, haben ihre Arbeit verloren.

Bachir Amman leitet einen Verein, der ehemaligen Schmugglern hilft.

Ein von der EU gefördetes Programm soll den Menschen Perspektiven bieten und die Migration eindämmen. Abdourahmane hat sich mit den Hilfsgeldern ein Geschäft mit dem Verleih von Stühlen und Musikanlagen aufgebaut.

Doch er ist einer von wenigen, die bisher von dem Programm profitiert haben. Nur 4 Prozent der 7000 Anträge auf Unterstützung wurden bisher genehmigt.

Viele haben Schwierigkeiten ¨über die Runden zu kommen, sagt Bachir. "Es gibt Familien, die nichts mehr haben. Wir leben von unseren Ersparnissen, von dem Geld, das wir vorher verdient haben. Es ist sehr schwierig für uns."

In den Straßen von Agadez betteln immer mehr Kinder um Essen. Die Region ist zu einer der ärmsten in Niger geworden, einem Land, das laut UN zu den am wenigsten entwickelten der Welt gehört.