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Kulturerbe virtuell entdecken - eine Reise durch die Zeit

Kulturerbe virtuell entdecken - eine Reise durch die Zeit
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Dreidimensionale Modellierung, virtuelle und erweiterte Realität: Dank dieser Techniken kann man Kulturerbe auf eine neue Art entdecken. Das ist das Thema in dieser Folge von Futuris.

Euronews-Reporter Claudio Rosmino: "Dieser Komplex wurde vom italienischen Architekten Brunelleschi entworfen, wie sah er damals aus und was hat sich im Laufe der Zeit verändert? Dank dreidimensionaler Modellierung, Augmented und Virtual Reality können wir Kulturerbestätten auf eine immersive Art und Weise entdecken - wie auf einer Reise durch die Zeit."

Das 'Istituto degli Innocenti' in Florenz ist ein Renaissance-Gebäude aus dem XV. Jahrhundert. Im Rahmen des europäischen Inception-Projekts entwickeln Forscher der Universität Ferrara 3D-Darstellungen und eine Datenbank des historischen Gebäudes. Das Projekt wird mit Mitteln aus dem EU-Programm Horizont 2020 unterstützt. Die Ergebnisse sollen sowohl anderen Wissenschaftlern, als auch Institutionen und Touristen zugänglich sein:

"Wir erstellen eine digitale Cloud der Punkte, wir erfassen von jedem einzelnen Punkt einen Satz von Raumkoordinaten mit millimetergenauer Genauigkeit, denen wir auch Farbdaten zuordnen. Das ist der Ausgangspunkt für eine dreidimensionale Modellierung von jedem einzelnen Objekt des Gebäudes", sagt Marco Medici, 3D-Experte.

Zeitreise durch die Geschichte unserer Kulturgüter

Das ist der erste Schritt einer Zeitreise durch die Geschichte unserer Kulturgüter. Ziel des europäischen Forschungsprojekts ist, dass man durch den Einsatz innovativer Methoden und Geräte ein besseres Verständnis für unser Kulturerbe entwickelt. Informationen zu Historie und Werdegang komplettieren die visuellen Eindrücke des jeweiligen Objekts. Federica Maietti, technische Inception-Projektleiterin:

_"Jedes Gebäude ist einzigartig und hat seine eigene Geschichte, die wir künftigen Generationen vermitteln wollen; deshalb muss jedes einzelne von ihnen auf eine andere Weise dokumentiert werden. Das wird zu Modellen führen, die verschiedene Quellen nutzen wie beispielsweise Dokumente, Geschichten, Lieder und Traditionen".
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Und Roberto di Giulio, Inception-Projektleiter und Architekt: "Die Hauptaufgabe von Inception bestand darin, alle vorhandenen Technologien zu nutzen und zusammenzufügen, um die Voraussetzungen für einen besseren Zugang zum kulturellen Erbe und dessen Verständnis zu schaffen. Die Inception-Datenbank wird eine offene Plattform sein, Nutzer können Daten einsehen, studieren und auch herunterladen."

Neue Formen der Kulturerforschung

Das Projekt unter der Leitung der Universität Ferrara wird von einem Konsortium von 14 europäischen Partnern entwickelt. Es soll dazu beitragen, neue Methoden und Instrumente für die Verwaltung historischer Gebäude, die Erforschung des künstlerischen und architektonischen Erbes sowie neue Formen der Zugänglichkeit zu entwickeln:

"Wir haben alle Daten, die wir haben, auf unsere Plattform gestellt. Durch den Abgleich der historischen Informationen und der 3D-Modellierung können wir die Entwicklung nachvollziehen. Zum Beispiel können wir uns vorstellen, wie dieser Ort war, als Brunelleschi das Gebäude entworfen hat und wie sich der Platz im Laufe der Zeit in Bezug auf das Gebäude verändert hat", so Federico Ferrari, Vitual-Reality-Experte.

Die Technologien werden an verschiedenen Kulturstätten in ganz Europa getestet und validiert. Die endgültige Ausgabe wird der Öffentlichkeit auf einer offenen Plattform zur Verfügung stehen, die über eine App zugänglich sein wird.